"Das ist das Ende der großen Koalition in Bamberg", spekulierte ein politischer Beobachter am Ende einer heftig geführten Debatte im Harmoniesaal. Wenige Sekunden vorher war es zu einer Kampfabstimmung gekommen, in der sich ein bisher noch nicht da gewesener Riss zwischen den sonst betont einig auftretenden Fraktionen der "GroKo", aber auch innerhalb der CSU auftat. Anlass der "Posse", wie es hieß, war ein überraschend eingereichter Dringlichkeitsantrag, in der die SPD-Fraktion gemeinsam mit Norbert Tscherners Bürger-Block den im Umweltsenat ausgehandelten Kompromiss zum probeweisen neuen Halteort für die Hotelschiffbusse an der Mußstraße wieder kippen wollte. "Wir haben starke Bedenken von Marktkaufleuten, Stadtführern und auch Anwohner", begründete Klaus Stieringer die Initiative.

Im Verlauf der Diskussion verließen etliche Mitglieder der CSU-Fraktion den Saal, offenbar um, wie die Grünen mutmaßten, "kein Rückgrat zeigen und den vor wenigen Tagen gefassten Beschluss bestätigen zu müssen", obgleich Bürgermeister Christian Lange (CSU) schon wegen des probeweisen Charakters dazu aufforderte. "Das ist ein Armutszeugnis für den CSU-Fraktionsvorsitzenden", sagte Peter Gack (GAL). Am Ende kam es zu einem knappen Ergebnis. 21 der Räte stimmten dafür, den Beschluss beizubehalten, 18 waren dagegen. Nach der Sitzung trat Markus Huml als stellvertrender Fraktionssprecher im Umweltsenat zurück . Auch Fraktionschef Helmut Müller sprach von einer Posse. Einen ähnlichen Vorfall habe er noch nicht erlebt.