Die am Donnerstag, 25. August, beginnende Sandkerwa findet in diesem Jahr bereits zum 66. Mal statt. Zu verdanken hat Bamberg sein größtes Volksfest Franz Albinger. Der Malermeister war 1950 Zweiter Vorsitzender des Bürgervereins Distrikt 4 und hatte damals die Idee, eine Kirchweih im Sand zu etablieren, was - wie wir heute wissen - gelang. Damals waren die Verantwortlichen skeptisch, ob die Bamberger eine weitere Kirchweih vertragen würden.

Doch die historischen Aufnahmen in der diesem Artikel beigefügten Fotostrecke beweisen es: Die Idee kam an. Es sind Fotos von Werner Kohn, Alfons Steber und Rudolf Mader, die zusammen mit Bildern anderer Fotografen in dem Buch "Sandkerwa" von Willy Heckel zu finden sind.

Der frühere Leiter der FT-Lokalredaktion hat im Jahr 2000, als die Sandkirchweih zum 50. Mal stattfand, die Kerwa-Geschichte in Form einer Hommage aufgeschrieben. Heckel war besonders verbunden mit der Kerwa: 1951 kündigte er als freier Mitarbeiter das Volksfest im FT an. "Eine ,Pfunds-Kerwa‘" solle die Sand-Elisabethenkirchweih nach den Plänen des Bürgervereins werden, schrieb der junge Heckel.
Nachdem der Bürgerverein den damaligen Oberbürgermeister Luitpold Weegmann von der Idee überzeugt hatte, stellten die Verantwortlichen innerhalb weniger Monate ein Programm auf die Beine. Es sollte, so heißt es in Heckels Buch, keine großen Bierzelte geben, wie es bei Volksfesten üblich war - vielmehr nur "eine winzige Vergnügungsmeile am Leinritt". Neben Gottesdienst, Hahnenschlag, Kirchweihbaum und festlichem Umzug plante der Bürgerverein "die Illumination von Klein-Venedig und vor dessen malerischer Kulisse eine ,Italienische Nacht‘ mit der Auffahrt geschmückter Boote".

Seit der zweiten Sandkerwa 1952 zählt auch das Fischerstechen zu den Höhepunkten des Volksfestes. Dagegen gehen manche Programmpunkte verloren: Neben dem Sandkerwa-Lauf (bis 1996) ging auch der Schwof im Dominikanerhof ein. "Schade, schade, schade", schreibt Heckel. Mehr noch: "Die Sandkirchweih gerät in die Kritik: zu gigantisch, wegen des nach wie vor riesigen Andrangs auch zu gefährlich, manchen auch zu ordinär, zu laut, nicht typisch genug für Bamberg und seine Bürger." Doch schließt Heckel sein Buch mit einer Bitte: "Macht die Sandkerwa nicht kaputt! Sichert ihre Zukunft!" Dazu brauche es eine solide Finanzierung, denn: "Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass eine Stadt wie Bamberg einmal im Jahr eine großes Fest feiern muss."