Wie gut, dass Barbara Kahle keine "Ölschinken" als Anschauungsobjekte mitgebracht hatte! Die wären nämlich in der prallen Sonne dahingeschmolzen. Die Erste Vorsitzende des Kunstvereins Bamberg stand völlig ungeschützt ohne Schirm an ihrem Info-Tisch und machte freundliche Miene zum schweißtreibenden Auftritt: "Ich weiß nicht, was heute herauskommt, aber es ist ein Versuch wert, an die Öffentlichkeit zu gehen", sagte Barbara Kahle an diesem Ehrenamtstag am Samstag. Denn sogar die Kunst brauche Helfer: etwa im Kesselhaus für zeitgenössische Kunst als Aufsicht oder Mithelfer beim Auf- und Abbau.

Der eine oder der andere Interessent wagte sich denn auch auf den heißen Maxplatz, auf dem sich verschiedene Institutionen, Vereine, Gruppenpräsentierten. Allerdings bei Weitem nicht die von den Organisatoren - die CariThek und Studierende - erwarteten rund 35. Michael Schmitt, stellvertretender Leiter der CariThek, rang dem mühseligen Unterfangen noch eine positive Seite ab: "Es ist schön, dass sich die Gruppen austauschen können", meinte er und freute sich über einzelne Standbesucher, die "wir intensiv beraten können".

Skeptisch blieb Ruth Fricke am Pavillon des Malteser Hilfsdienstes: "Das ist heute für die Katz‘, es ist zu heiß, und man hätte das absagen sollen", erklärte die Leiterin des Malteser Besuchs- und Begleitdienstes sowie des Café Malta. Ihre Mitstreiter am Stand, Markus Redel oder Samer Rahhal, nickten zustimmend. Umso eifriger drückten sie denen, die herannahten, einschlägige Flyer von Malteser-Abteilungen in die Hand, die Ehrenamtliche suchen.

So handhabten es beispielsweise auch Larissa Fuchs und Tatjana Mahr von Bamberger Betreuungsvereinen: "Wir lassen uns die gute Laune nicht verderben", lachten sie, fügten gleichwohl hinzu, "dass mehr Leute schöner wäre".

Mit ein bisschen Fantasie konnte man sich bei den Lebensmittelrettern "foodsharing Bamberg" einen Hauch Kühlung vorstellen. Denn die Ehrenamtlichen um Heidi Laracuente Rodriguez füllen Kühlschränke mit geretteten Lebensmitteln: "Wir holen Lebensmittel aus Supermärkten und Bäckereien, bevor sie weggeworfen werden", berichtete die Administratorin der Bamberger Ortsgruppe von "foodsharing". Fast täglich holen die Ehrenamtlichen jedweden Alters und Berufes Obst, Gemüse, BacKwaren, Milchprodukte, Aufstriche mit dem Auto oder Fahrrad ab und bringen sie in die Kühlschränke in der Evangelischen Studierendengemeinde am Markusplatz und im Jugendzentrum am Margaretendamm. Und wenn auf einmal 40 Liter Milch vor der Tonne bewahrt werden müssen, "beliefern wir auch WG's", so Heide Laracuente Rodriguez. Und zwar sei alles kostenlos, und es gebe an den Kühlschränken "keine Überwachung, wer was entnimmt".

Der Ehrenamtstag stand unter dem Kurzmotto "Lebendiges Bamberg". Auf ehrenamtliches Leben hoffen die teilgenommenen Einrichtungen jedenfalls weiter. An einem Schattenplätzchen können sich Jung und Alt über einen passenden Einsatzort informieren: Auf der Homepage www.carithek.de undwww.carithek.de gibt es eine Online-Datenbank mit rund 500 verschiedenen Einsatzfeldern.