Die Zahl der Corona-Infizierten in Litzendorf lag am 1. Dezember nach Auskunft des Landratsamtes bei 50 und hatte somit nach Heiligenstadt die zweithöchste Zahl von Patienten im Landkreis. Die Anspannung in der Bevölkerung ist schon deutlich spürbar. Dass es einzelne Infizierte in fast allen Ortsteilen der über 6000 Einwohner starken Gemeinde gibt, ist bekannt, durchgedrungen ist aber auch, dass es im Seniorenzentrum Katharina von Bora, dessen Träger das Diakonisches Werk Bamberg-Forchheim ist, eine größere Zahl von Infizierten gibt.

"Das Seniorenzentrum wurde vom Coronavirus schwer getroffen, insgesamt sind noch 18 Bewohner und neun Mitarbeitern infiziert, es gab leider auch sieben Todesfälle", teilte dazu gestern Einrichtungsleiter Michael Wagner mit. Am Mittwoch sei bei allen Bewohnern und Mitarbeitern die dritte Reihentestung nach dem Corona-Ausbruch durchgeführt worden, auf Basis dieser Ergebnisse werde man in dem Pflegeheim weitere Maßnahmen ableiten. "Allerdings sind bereits die ersten Bewohner geheilt, auch die ersten Mitarbeiter sind wieder geheilt im Dienst", berichtet Wagner weiter. Unterstützung erhielten die Litzendorfer Pflegekräfte aus den umliegenden Häusern des Diakonischen Werks.

Reihentestungen

Das Seniorenzentrum Katharina von Bora führte bereits seit dem Frühjahr regelmäßige Reihentestungen bei allen Mitarbeitern und gefährdeten Bewohnern durch. Aktuell sind laut Wagner auch Schnelltests im Einsatz, um die Verbreitung des Virus im Seniorenzentrum zu unterbinden. Schutzausrüstung sei mittlerweile ausreichend vorhanden.

Auch die Katholische Pfarrei Litzendorf nimmt die Corona-Bestimmungen sehr ernst und genau. So musste Pfarrgemeinderatsvorsitzende Jutta Uzelino beim Jugendgottesdienst am letzten Samstagabend etwa 20 Besucher abweisen, da die Kirche nach den beschränkten Plätzen voll war.

Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) hat unter anderem im Mitteilungsblatt der Gemeinde auf der Titelseite dringend gebeten, die Corona-Maßnahmen zu beachten. Im Gespräch wies er darauf hin, dass neben dem Altersheim auch so gut wie alle Ortsteile betroffen seien. "Die Schule und die Kindergärten sind noch im Regelbetrieb", sagte er weiter, "aber entscheidend ist, dass sich die Leute an die Corona-Regeln halten." Möhrlein verwies darauf, dass man manche Einschränkungen sicherlich kontrovers diskutieren könne, "wir als Solidargemeinschaft aber diese schwierige Phase ernstnehmen und uns an die Vorgaben halten sollen." Und: "Die Leute halten sich daran", versichert der Bürgermeister.

Kunden halten sich an Regeln

Das bestätigte auch Jörg Winkler, der Chef der gleichnamigen Litzendorfer Bäckerei. Nur am Anfang der zweiten Welle habe er einige Besucher ohne Maske, aber mit Gesundheitszeugnis, des Ladens verweisen müssen. Er habe von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht, das über dem Persönlichkeitsrecht stehe, so Winkler. Auch Dieter Groh, der Besitzer des gegenüberliegenden Lebensmittelgeschäftes, sagte, dass sich alle Kunden an die Regeln hielten.

Schwer getroffen hat es die im Litzendorfer Geschäftsdreieck neu eröffnete Gastwirtschaft "Hay 26". Sie hatte im Oktober die vorherige Wirtschaft "Toskana" übernommen, wurde von der Bevölkerung sehr gut angenommen, ist aber jetzt auch auf "Hay 26 - to go" übergegangen, das heißt, dass die Leute Essen auf Bestellung selbst abholen können.

Das Landratsamt meldete für Litzendorf zuletzt folgende Infektionszahlen: Freitag, 23. Oktober: 1; Freitag, 30. Oktober: 7; Mittwoch, 18. November: 19; Donnerstag, 19. November: 28; Freitag: 20. November: 33; 1. Dezember: 50: 3. Dezember: 45