Vergewaltigungsprozess gegen Chefarzt in Bamberg: Plädoyers vor dem Landgericht - auch Urteil?

 

Drei Beweisanträge hatte der Verteidiger des 46-jährigen ehemaligen Chefarztes des Bamberger Klinikums am dritten Verhandlungstag vorbereitet. Speziell einer soll entscheidend dazu beitragen, die Unschuld seines Mandanten zu beweisen: Der Angeklagte soll per Lügendetektor befragt werden. Ob diese Befragung zugelassen wird, wird das Gericht beim folgenden Prozesstag verkünden.

Darüber hinaus bekräftigte der Angeklagte in einer zweiten Erklärung, dass alle sexuellen Kontakte zu Kolleginnen am Arbeitsplatz immer einvernehmlich eingegangen wurden. Die Frauen hätte stets auch selbst die Initiative ergriffen.

Zudem beschrieb der Angeklagte noch einmal detailliert, wie sich der mutmaßliche Vorfall im Dezember 2016 seiner Meinung nach zugetragen hat. In diesem Zusammenhang erhob er erneut schwere Vorwürfe gegen die Nebenklägerin. Die Befragung des Angeklagten wurde am späten Nachmittag unterbrochen, weil dieser über Nasenbluten klagte.

Die Anklage

Laut Anklageschrift soll der 46-Jährige im Dezember 2016 das mutmaßliche Opfer zu sexuellen Handlungen gedrängt haben. Die Arbeitskollegin soll dies ihm gegenüber entschieden abgelehnt haben. Die Staatsanwaltschaft bewertet den Tatvorwurf als Vergewaltigung.
Zu Beginn des Jahres hatte die Sozialstiftung Bamberg, Träger der Klinik, den leitenden Mediziner wegen arbeitsrechtlichen Fehlverhaltens freigestellt.

Einen ausführlichen Bericht zum dritten Verhandlungstag lesen Sie in Kürze auf infranken.de