Er ist zurück: Am 10. Mai wird Bülent Ceylan mit seiner aktuellen Show in Bamberg auftreten. Vorab ließ sich der Komiker schon einmal ausquetschen, was die Besucher erwartet.

Sie sind gerade mit Ihrem neusten Comedyprogramm auf Tour. Wie würden Sie "Lassmalache" grob beschreiben?
Bülent Ceylan: Das Programm ist auf jeden Fall sehr aktuell. Es ist ein bisschen politischer geworden aber nicht so schwer, dass man denkt: "Ohje, was ist das?". Also, ein politisches Kabarett ist es nicht. Es sind verschiedene Themen dabei und eines der Highlights ist auf jeden Fall die Selbsthilfegruppe von Putin, Trump, Erdogan und Kim Jong Un. Ich stell das dann halt so dar, wie sie sich gegenseitig Witze erzählen und mach mir Gedanken darüber, wie eigentlich Diktatoren lachen. Das ist jetzt am Telefon natürlich schwer zu erklären (lacht). Deswegen sag ich immer, wenn jemand fragt, was "Lassmalache" ausmacht: Hey komm doch einfach vorbei.

Natürlich sind solche Figuren wie Harald, Hassan, Mompfreed und Anneliese, die ich immer schon im Programm hatte, auch dabei. Aber viele Geschichten sind neu. Das Bühnenbild ist komplett neu und sieht so ein bisschen aus wie ein Zirkus. Es geht gut ab. Die Leute im Publikum haben mich bisher seit der Vorpremiere echt verwöhnt. Also muss es ihnen schon ganz gut gefallen haben (lacht). Ich persönlich finde, dass es mein bestes Liveprogramm von allen ist. Aber am Ende müssen das natürlich die Zuschauer entscheiden.

Sie waren in der Vergangenheit schon mit anderen Programmen hier. Was gefällt Ihnen an Bamberg?
Was mir an "Bamberch" gefällt? Naja, ich mag die Franken an sich. Die gehen gut ab und rollen gerne das "R". Die sagen nicht "Türke" sondern "Türrke" und "erroddisch" (lacht). Das sind so Wörter, die ich mir gemerkt habe.

Tatsächlich sehe ich meistens von den Städten, in denen ich spiele, eher wenig, weil wir meistens hinfahren, auftreten und am nächsten Tag morgens wieder weiter fahren. Eine Stadt, von der ich tatsächlich eher mehr gesehen habe, ist Erlangen, weil ich da früher mal auf der Theaterbühne "Fifty-Fifty" aufgetreten bin. Da waren wir dann mehrere Tage und ich konnte etwas von der Stadt sehen. Von Bamberg direkt hab ich leider noch nicht so viel gesehen.

Erinnern Sie sich an das Publikum in Bamberg?
Das Publikum ist brutal. Das ging immer richtig gut ab.

Treten Sie lieber in einer Stadt auf, in der Sie bereits gespielt haben, oder vor einem komplett neuen Publikum?
Das kann man nicht so sagen. Das Publikum wechselt ja eh immer. Also kann man zwei Tage hintereinander in einer Stadt spielen und man merkt, es ist komplett anders: die Stimmung, alles. Deswegen ist mir das relativ egal. Natürlich freue ich mich, wenn Zuschauer schon mal in einem alten Programm waren und ins neue kommen, weil sie Bock drauf haben. Das ist auf jeden Fall schön. Aber ich freu mich auch über all die Leute, die sich sagen: "Okay, guck ich mir das mal an. Mal gucken, ob das wirklich so gut ist, wie die Leute sagen"(lacht).

Was ist für Sie das Beste an Ihrem Beruf als Komiker?
Leute zum Lachen zu bringen, das ist für mich eine Leidenschaft. Das liebe ich. Als Kind hab ich immer schon gesagt: Wenn die anderen Leute lachen, dann brauch ich ned so viel zu lachen. Also ich glaube, das ist schon so in mir drin. Ich liebe es einfach, wenn Menschen lachen.

Gibt es auch Schattenseiten an Ihrem Beruf?
Schattenseiten an Comedy? Das ist wenn die Leute nicht lachen oder der Witz nicht so funktioniert, wie man sich das gedacht hat. Aber Gott sei Dank hab ich ja genügend davon, so dass die Leute es manchmal gar nicht gemerkt haben, wenn einer Witz nicht gezündet hat.

Aber natürlich bin ich jemand, der das Ding rocken will. Es soll kurzweilig sein, zumindest vom Gefühl her. Da bin ich schon Perfektionist. Ich will halt, dass es gut ist, arbeite immer viel und bin immer selbstkritisch. Aber natürlich gibt es auch Momente, in denen es nicht so funktioniert. Da musste dann halt dran arbeiten. Aber das ist normal und wie in jedem anderen Beruf auch.

Vor einigen Wochen ist Ihr ihr neuer Film "Verpiss dich, Schneewittchen" angelaufen. Was erwartet die Kinobesucher?
Auf jeden Fall ein witziger Comedyfilm, der auch mit der ein oder anderen Emotion verbunden ist. Das ist bei deutschen Comedyfilmen ja nicht so oft der Fall, finde ich. Es war mir wichtig, dass auch Emotionen im Film sind. Aber natürlich sollen die Leute ablachen. Es geht um einen Typen, der Rockstar werden will aber in einem türkischen Hamam arbeitet und es nicht so richtig schafft. Er ist eigentlich ein Looser und die Leute leiden erst mal so ein bisschen mit ihm und hoffen dann: "Jetzt schaffst du's, jetzt schaffst du's!"

Und diesen späteren Rockstar spielen Sie?
Ja genau. Irgendwo hat das auch alles ein bisschen was von meinem wahren Leben. Ich hab natürlich auch erst mal geackert, um einen Durchbruch zu schaffen. Ich mach jetzt 20 Jahre Comedy und zehn Jahre davon hab ich gebraucht, um den Durchbruch zu schaffen. Das ist schon ein langer Weg.

Man kann das jetzt nicht eins zu eins mit dem Film vergleichen, aber so ein bisschen schon. Man hat Hindernisse und es ist nicht so einfach. Man will nach oben und muss dafür viel ackern. Das zeigt der Film und es macht unheimlich Spaß ihn anzuschauen, glaub ich. Also ich hab ihn ja auch schon gesehen und ich konnte mich selber anschauen. Und das ist schon mal gut (lacht).

Eine letzte Frage gibt es noch: Wie bekommen Sie Ihre Haare so geschmeidig?
Die Frage wird mir echt oft gestellt. Da braucht man am Ende ein gutes Haaröl und darf sie nicht jeden Tag waschen.