Es sind die Lieder, auf die es ankommt, nicht der Sänger. Der Sänger, das ist ein kleinerer Herr mit weißem Hut, etwas verhuscht und sogar verloren wirkend auf der ausladenden Bühne der Bamberger Brose-Arena. Die Lieder, ob sie nun "Simple Twist of Fate" oder "Duquesne Whistle" heißen, die schillern dagegen und leuchten, selbst wenn ihre Motive und Arrangements älter sind als der Sänger selbst.


Von Folk über Rock bis Jazz

Dylan schöpft aus einem unermesslichen Reservoir traditioneller amerikanischer Musik: von Folk über Country bis zu Gospel, Blues, Rock, Swing und Jazz. Aus diesem kulturellen Urschlamm hat der 74-Jährige Amerikaner mit den Jahrzehnten etwas komplett Eigenes geschaffen und steht doch als Gigant immer auch auf den Schultern anderer Giganten; auf denen Woody Guthries zum Beispiel oder von Hank Williams.