Gerne hätte er sich mit Blasmusik als neuer Bürgermeister von Bischberg feiern lassen und seinen Unterstützern etwas ausgegeben, doch inmitten der Corona-Krise muss die Wahlparty bescheiden ausfallen. Und so stieß Michael Dütsch (Bürgerinitiative) am Sonntagabend auf seinen Sieg im Stechen gegen Georg Schmitt (CSU) nur mit seiner Frau Michaela an. Zumindest in der Realität. Virtuell jedoch gab es dann doch eine kleine Feier mit seinen Stiefsöhnen und Freunden, für die er eigens eine App installierte hatte, um mit acht Personen gleichzeitig telefonieren zu können.

Nach zwei anstrengenden Wochen, in denen er als Geschäftsleiter der Gemeinde in Sachen Corona-Virus und Stichwahl viel zu koordinieren hatte, war der 44-jährige Dütsch schwer erleichtert, dass er mit 55,44 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Johann Pfister gewählt wurde. Pfister (ebenfalls Bürgerinitiative) verabschiedet sich nach 24 Jahren nun Ende April in den Ruhestand.

Dütsch zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis, zumal es "nicht so einfach ist gegen einen CSU-Mitbewerber, da sich die Partei im Aufwind befindet auf Grund ihrer guten Arbeit im Freistaat". Ein Vergleich mit dem ersten Wahlgang vor zwei Wochen, als Alois Pfohlmann (SPD, 16,58 Prozent), Kreszentia Nüßlein (Grüne, 8,21 Prozent) und Raimund Meister (FFB, 7,27 Prozent) ausgeschieden waren, zeigt, dass Schmitt etwas mehr Stimmen dazugewinnen konnte als der Sieger. Der Sprung von 27,84 auf 44,56 Prozent, reichte jedoch nicht, um Dütsch (erster Wahlgang 40,10 Prozent) noch einzuholen.

Nachfolge muss gelöst werden

Eine der ersten Aufgaben für den neuen Bürgermeister wird nun sein, eine Nachfolge-Regelung für sich selbst als Geschäftsleiter zu finden. "Das werde ich gemeinsam mit dem Gemeinderat besprechen", versicherte er. Vorstellen könne er sich, als Bürgermeister ein paar Aufgaben des Geschäftsleiters zu übernehmen. Eins sei jedoch klar: "Ich kann keine zwei Jobs gleichzeitig machen. Ich bin glücklich verheiratet und so soll es bleiben." Für dieses Versprechen verdiente sich Michael Dütsch gleich ein Küsschen von seiner Frau Michaela.