So hat sich das der Vorstand der TSV-Eintracht-Stiftung vor vier Jahren nicht vorgestellt: Damals wurde der neue Sportpark im Volkspark feierlich eröffnet. Jetzt die Ernüchterung: Die Stiftung hat offenbar mit der Beseitigung größerer Baumängel am Gebäude zu kämpfen. Und soll sich in einer fachlichen und rechtlichen Auseinandersetzung mit der Baufirma befinden, die das Gebäude errichtet hat. Beides hat die Stiftung wohl in finanzielle Probleme gestürzt.

Aufgrund des noch laufenden Streits war von der Stiftung kein aktuelles Statement zu bekommen. Vorsitzender Alexander Kusch war am Donnerstag nicht zu erreichen. Doch wie die Redaktion aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfuhr, soll es insgesamt um mehrere 100.000 Euro gehen. So soll es unter anderem Probleme mit den Fliesen, der Heizung und Steuerung geben. Eklatant: Die Fallrohre zur Entwässerung des rund 700 Quadratmeter großen Flachdaches sollen nicht einmal an die Kanalisation angeschlossen worden sein, was die Kegelbahn unter Wasser setzte und beschädigte.


Damals Platz für Brose gemacht

Auch Mieteinnahmen sollen durch die Mängel weggebrochen sein. Hauptmieter sind die Fußballer des FC Eintracht Bamberg 2010. Der Club ist bereits früher aus den Vereinen 1.FC Bamberg und TSV Eintracht entstanden. Aus letzterem ging die Stiftung hervor, die das Vermögen des TSV verwaltet. Mit dem neuen Verein FC Eintracht hat die Stiftung im Prinzip nichts mehr zu tun.

Als sich die Firma Brose vor einigen Jahren an der Breitenau niederlassen wollte, hat sich die Stiftung auf Bitten der Stadt bereit erklärt, ihr altes Gelände auf diesem Areal aufzugeben, um auf das Gelände des SC 08 Bamberg in den Volkspark zu ziehen. Der neue Sportpark umfasst neben dem neuen Gebäude auch zwei Sportplätze.


Noch mehr Flächen kaufen

Dieses Entgegenkommen der Stiftung scheint die Stadt nicht vergessen zu haben. "Es ist zutreffend, dass der Finanzsenat der Stadt die Verwaltung beauftragt hat, die beiden Spielfelder zu erwerben", bestätigte Zweiter Bürgermeister und Sportreferent Christian Lange (CSU) am Donnerstag auf Nachfrage. Der Preis soll sich laut Informationen dieser Zeitung auf insgesamt rund 700.000 Euro belaufen. Die Stiftung hatte der Stadt den Kauf der beiden Sportplätze angeboten. Das kam der Verwaltung nicht ungelegen: "Die Stadt Bamberg verfolgt seit Jahren das Ziel, Flächen im Volkspark, die sich nicht in ihrem Besitz befinden, zu erwerben", erklärt Ulrike Siebenhaar, Sprecherin der Stadt. So habe Bamberg auch gegenüber der Immobilienverwaltung des Freistaates Bayern bereits den Wunsch geäußert, das Areal des jetzigen Hochschulsportgeländes an der Armeestraße zu kaufen. Die Uni plant bekanntlich einen Neubau ihres Hochschulsportzentrums am ehemaligen Hallenbad am Margaretendamm.

Dieses langfristige Ziel der Stadt bekräftigt auch Kultur- und Sportreferent Lange: "Der Volkspark soll ein Naherholungsgebiet für alle Bürgerinnen und Bürger sein." Der Erwerb der beiden Sportplätze soll ermöglichen, dass verschiedene Vereine die Spielflächen nutzen können. Insbesondere für die Austragung von Spielen am Wochenende im Winterhalbjahr: Wenn andere Rasenspielfelder auf Grund der Witterung gesperrt werden müssten, sei vor allem das Kunstrasenfeld eine wertvolle Ergänzung der Spielmöglichkeiten für alle Vereine in der Stadt. Kunstrasenflächen gibt es laut dem Zweiten Bürgermeister in Bamberg zu wenig. Um die Situation zu verbessern, werde auch das Sportzentrum in Gaustadt saniert.

"Die Stadt ist daran interessiert, alle Bamberger Vereine gleich und fair zu behandeln." Auch mit Zuschüssen und Förderungen sei das immer wieder der Fall, erklärt Lange. Und versucht, auch Vereinen, die neidisch auf die Stiftung TSV Eintracht blicken könnten, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Er regt im Hinblick auf das Jahr 2026, wenn der Volkspark 100 Jahre alt wird, ohnehin an, diesen weiter zu ertüchtigen: "Um ein deutliches Signal für den Bamberger Osten zu setzen."

Von der Fusion bis zum Sportpark

Fusion Der 1. FC Bamberg 1901 und der TSV Eintracht Bamberg fusionierten 2006 zum 1. FC Eintracht Bamberg.

Vereinsheime Damals gab es noch zwei Vereinsheime: Im Volkspark das FC-Heim, an der Breitenau den TSV Eintracht Bamberg, dem auch das Gelände gehörte. Das Eintracht-Eigentum wurde der damals gegründeten Stiftung TSV Eintracht übertragen.

Insolvenz Der 1. FC Eintracht Bamberg musste im Frühjahr 2010 Insolvenz anmelden. Im Juni 2010 wurde der Nachfolgeverein FC Eintracht Bamberg 2010 gegründet.

Brose Als sich Brose an der Breitenau ansiedeln wollte, stellte die Stiftung ihr Gelände der Stadt zur Verfügung. Dafür bekam sie eine Fläche im Volkspark, an der Pödeldorfer Straße/Ecke Armeestraße. Diese nutzte davor der SC 08.

Sportpark Für vier Millionen Euro entstand dort der Sportpark Eintracht unter anderem mit Kabinen, einer Kegelbahn, einer Gaststätte, einem Kunstrasenplatz mit Flutlicht sowie einem kleinen Jugendstadion. red