Stahlträger und Betonelemente zwischen Baumaschinen und tristen Gerätehallen: Wer heute in der Kornstraße unterwegs ist, ahnt nicht, was auf dem Bauhof der Firma Eberth bereits im Sommer in die Höhe wachsen könnte. Mitten zwischen den Wohnblocks der Gereuth plant die Stadtbau ein Objekt, das mit dem Wort "Sportstätte" nur sehr schwach umschrieben wäre. Die "Baskidhall" wird zwei Pole des modernen Lebens miteinander verbinden. Hier sollen die hochbezahlten Profisportler der Brose Baskets trainieren, während nebenan der Jugendhilfeträger Innovative Sozialarbeit (Iso) bisher vernachlässigten Jugendlichen eine neue Heimat bietet.

Heiner Kemmer freut sich sichtlich. Nach vielerlei Rückschlägen konnte er das Projekt im Bausenat guten Gewissens präsentieren. Eine ganze Reihe von Fördergebern hat Unterstützung signalsiert. Der Stadtbau-Chef geht deshalb davon aus, dass sein Unternehmen, das in der Gereuth 650 Wohnungen vermietet, nicht alleine auf den geschätzten 3,5 Millionen Euro Kosten sitzen bleibt. Ob Oberfrankenstiftung, Freistaat oder Bund - alle lassen sich offenbar faszinieren von dem Gedanken, dass eine Sporthalle und eine Jugendfreizeitstätte in einem sozialen Brennpunkt entsteht.

Auch Matthias Gensner ist glücklich, dass dieser Meilenstein in Sichtweite gerückt ist. "Das Projekt Baskidhall wird weit über die Region hinaus ausstrahlen", sagt der Geschäftsführer von Iso. Der Sozialpädagoge sieht in der Gereuth einen Riesenbedarf für diese Form der Betreuung. Nach Gensners Erfahrungen löst das Vorhaben nicht nur bei Anwohnern Begeisterung aus, sondern vor allem bei den Jugendlichent. Kein Wunder, glaubt Gensner - angesichts dieser Kombination: "Das ist, als ob der FC Bayern im Münchner Problemviertel Hasenbergl trainieren würde."

Dabei ist offenbar nicht zu befürchten, dass sich der Profisport in der Gereuth nur ein soziales Mäntelchen überhängt, um an öffentliche Fördermittel zu kommen, wie die Grünen zeitweise geargwöhnt hatten. Die Brose Baskets, die die Halle nur etwa zu 20 Prozent auslasten sollen, werden am Vormittag hier trainieren, wenn die Jugendlichen in der Schule sind. Und sie zahlen eine Miete, die den Betrieb der neuen Halle erst ermöglicht. Brose-Baskets-Manager Wolfgang Heyder spricht von einer super Lösung, die allen hilft: den Brose Baskets, die derzeit die meisten Trainingseinheiten in Strullendorf absolvieren, aber den neuen Standort unweit der Arena gerne annehmen, den Nachwuchsmannschaften, aber auch den Machern eines so anerkannten Jugendhilfeprojekts "Baskidball" bei Iso.

Angesichts dieser Begleitmusik war die Zustimmung im Stadtrat zum Bauantrag für die Pläne des Architekten Stephan Gleisner nur eine Formsache. Fast schon euphorisch begrüßten CSU und SPD das Projekt. Peter Röckelein (CSU) und Detlev Hohmuth (SPD) sprachen von einer Aufwertung für die Gereuth. Auch die Grünen stimmten dem Bau der Freizeitstätte zu, ungeachtet von Bedenken wegen eines fehlenden Bebauungsplanes und der für 25 Stellflächen zu fällenden Bäume.

Dankbar zeigte sich Herbert Lauer (Freie Wähler), der sich als Präsident des Fördervereins Basketballstiftung bei der Suche nach Lösungen stark engagiert hatte. "Hier werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen", sagte Lauer. Der Stadtteil erhalte ein sinnvolles Projekt der Jugendförderung und es werde eine an dieser Stelle unpassende Baufirma ausgesiedelt. Lauer machte Hoffnung, dass gelingt, was vor allem Stadtrat Norbert Tscherner (BBB) eingefordert hatte - die Halle soll vor allem für Jugendliche, namentlich die der Gereuth offen stehen.

Daran wird es nicht scheitern. Wie Lauer deutlich machte, sinde es mit 80 Prozent der Kapazitäten vor allem die offene Jugendarbeit und die Nachwuchsmannschaften, die profitieren. Und natürlich ist die Halle auch nicht nur für Basketball da.

Die Jugendlichen in der Gereuth freuen sich jedenfalls schon mächtig auf "ihre Baskidhall", wie uns Denise Eck erzählt. "Wir sind hier manchmal 30 junge Leute und haben im Winter keine Gelegenheit uns zu treffen", sagt die 17-Jährige. Da stellt die neue Sporthalle ein höchst willkommenes Angebot dar. Dass auch die Profis hier trainieren sollen, findet Denise Eck "echt cool".