Die 15 dem Ottoheim angegliederten Wohnungen sind heiß begehrt, die Bewohnerinnen mussten Jahre darauf warten. Auf je nach Zuschnitt 40 bis 60 Quadratmetern Fläche haben die Mieterinnen, die nicht als Heimbewohnerinnen gelten, ein eigenes Bad und eine eigene Küche. Doch die rüstigen Seniorinnen fürchten um die Wohnungen und damit auch um ihre Selbstständigkeit, seit sie von den Neubauplänen der Caritas gehört haben. "Die Ungewissheit der letzten Monate hat uns psychisch und physisch sehr mitgenommen", sagt Verena Sadri. "In anderen Altenheimen bekommt man so leicht keine Wohnung. Und informiert werden wir auch nicht."

Wie Klaus-Stefan Krieger, Pressesprecher des Caritasverbands für die Erzdiözese Bamberg, erläutert, geht es bei dem Vorhaben ausschließlich um den Gebäudeteil an der Ecke Ottostraße/Hainstraße. Unter anderem, weil der ein Halbgeschoss tiefer liegt als das restliche Gebäude, will man diesen Teil abreißen und neu bauen. "Das sorgt für größere Barrierefreiheit und leichteres Arbeiten", sagt Krieger. "Geplant sind eine zusätzliche Tagespflege und eine Pflegeoase für Schwerstpflegebedürftige." Derzeit gebe es noch "verschiedene Auffassungen über die endgültige Gestaltung des Gebäudes". Während der Caritasverband laut Krieger weiterhin die Variante eines viergeschossigen Ersatzneubaus mit Flachdach favorisiere, habe sich der Stadtgestaltungsbeirat für einen Entwurf mit Walmdach ausgesprochen - in dieser Variante wären aber die Altenwohnungen nicht vorgesehen. Die 88-jährige Barbara Kremer und drei weitere Bewohnerinnen haben derweil ihre Forderungen zusammengeschrieben, fordern unter anderem unverzügliche und vollständige Information sowie Behandlung auf Augenhöhe. Eine jahrelange Zwischenunterbringung in einem Altenheimzimmer lehnen sie ab, denn "die uns verbleibende Restlebenszeit ist begrenzt".

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