• Bundestagsbeschluss: Clubs zukünftig Kulturstätten 
  • DEHOGA fordert Öffnung der Diskotheken - Aiwanger macht Hoffnung 
  • Ludwig in Bamberg plant Open-Air-Veranstaltung
  • Z-Bau Biergarten in Nürnberg öffnet - mit DJs

Lange standen Clubs und Diskotheken baurechtlich auf einer Stufe mit Wettbüros oder Spielhallen - das ändert sich jetzt. Wie der Bundestag beschlossen hat, sollen Musik-Clubs zukünftig zu den Kulturstätten zählen und somit Museen und Theatern gleichgestellt werden. "Das ist ein sehr positives Signal", kommentiert Ricardo Hoffmann, Betreiber des Ludwig-Clubs in Bamberg, die Entscheidung. 

Bamberger Clubbetreiber nur mit kleiner Hoffnung: "Mitarbeiter leiden"

Grundsätzlich findet er den Schritt der Regierung richtig. "Wir bieten jungen Leuten die Möglichkeit, sicher feiern zu gehen", so Hoffmann weiter, "Clubs und Diskotheken bereichern das Nachtleben." Dass der Bundestag das akzeptiere, sei ein sehr positives Signal. "Gerade in Gebieten mit Verdrängung ist das ein guter Punkt", berichtet er. "Wir im Ludwig sind von Geschäften umgeben und haben nicht ganz so viele Anwohner, bei uns ist das Problem also nicht gravierend." Aber gerade in Großstädten könnten Clubs davon profitieren. "Da sehe ich einen deutlichen Pluspunkt." Ein wenig Vorsicht bleibt dennoch: "Die Umsetzung dieser Idee ist dann nochmal eine andere Sache, das wird sich zeigen." 

Das letzte Jahr war hart für den Clubbetreiber. "Am 13. März 2020 haben wir zugemacht", berichtet er, "das ist jetzt über ein Jahr her." So lange ohne Einkünfte zu leben, fordere viel von einem. "Wir versuchen zwar das bestmögliche daraus zu machen, aber zu sehen, wie Mitarbeiter und Clubbesitzer leiden, das ist einfach sehr schwierig." Aktuell wird der Ludwig Club renoviert, denn ein ganzes Jahr ohne Benutzung fordert seinen Preis. "Kühlräume, Belichtung Technik - das alles müssen wir jetzt mal in Stand setzen." 

Die Hoffnung auf Öffnung ist zwar klein - aber immerhin vorhanden. In Bayern werden die Corona-Auflagen immer weiter gelockert. Sollte sich bis Ende Juni weitere Besserungen ergeben, könnte es bei Kulturveranstaltungen weitere Lockerungen geben. Wie der bayerische Rundfunk berichtete, machte der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger auch der Clubbranche Hoffnung: Sollte sie die Lage weiter bessern, könnten Clubs und Diskotheken vielleicht schon bald wieder öffnen. 

DEHOGA Bayern fordert sofortige Club-Öffnung: "Würde für Sicherheit sorgen"

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern fordert hingegen eine sofortige Öffnung der Clubs, zumindest für Genesene, Geimpfte und Getestete. Nur die Öffnung der Innengastronomie reiche bei weitem nicht aus. "Eine Unterscheidung zwischen speisegeprägter Gastronomie und Schankwirtschaften ist nicht notwendig, da hier die Schutz- und Hygienekonzepte gleichermaßen einen sicheren Betrieb ermöglichen. Nach über einem Jahr Dauerschließung ist es zudem an der Zeit, endlich wieder musikveranstaltende Betriebe zu öffnen", kommentierte DEHOGA Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert.

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Durch Testungen und Hygienekonzepte könnten hier sichere Orte geschaffen werden. "Die Menschen treffen sich zum Feiern. Die Frage ist doch nur, will ich das irgendwo in einem ungeschützten Raum ohne jegliche Auflage und Nachverfolgbarkeit oder biete ich sichere Bereiche. Die Öffnung an dieser Stelle würde sofort für mehr Sicherheit sorgen und zudem die Akzeptanz anderer Maßnahmen erhöhen", so Geppert weiter. 

Bis es so weit ist, bereiten sich Clubbetreiber und Veranstaltungsorte auf Open-Air-Partys vor. "Wir starten in eine ungewohnte Saison", so Ludwig-Chef Hoffmann, "aber die Vorfreude ist groß." Die erste Veranstaltung vom Ludwig-Club wird am 16. Juli stattfinden. "Da starten wir mit einer 90er und 2000er Party", so Hoffmann. Am 17. Juli geht es dann weiter mit einer Mallorca-Party, für die schon Karten reserviert werden können. "Der endgültige Verkauf startet dann Ende Juni, dann wissen wir auch, wie viele Leute schlussendlich kommen dürfen", berichtet er. Die beiden Feiern werden auf der Bamberger Jahnwiese stattfinden. "Die Stadt Bamberg ist uns da toll entgegengekommen", berichtet Hoffmann. "So können wir Corona-konform feiern." 

Outdoor-Veranstaltungen in Nürnberg: "Total cool"

Auch in Nürnberg öffnen die ersten Veranstaltungsorte. Der Z-Bau Biergarten öffnet seine Tore diesen Freitag. "Es ist total cool, dass es wieder losgeht", berichtet Felicitas Lutz, Pressesprecherin des Z-Bau. "Das ganze Team freut sich riesig und wir sind gespannt, wie es läuft." Ganz neu diese Saison: Es gibt jetzt kulinarische Verstärkung in der Außengastronomie. Das Team von der 4/20 Chilli Company wird den Biergarten mit einem "Mix aus fränkischen Biergartenklassikern und Gerichten aus der Tradition von New Yorker Jewish Delis" verfeinern. Heißt, Obazderbreze und Bagels treffen im Z-Bau zukünftig auf Shashuka und Pelmeni. 

"Klar wäre es schön, wenn auch Veranstaltungen drinnen möglich wären", so Lutz, "aber lieber sind wir erstmal nur draußen und dafür sicherer." Hauptsache, es gehe überhaupt wieder los. "Wenn das Wetter jetzt noch stabil bleiben könnte, wäre ich zufrieden", berichtet sie lachend. Bis 3. Juli sind im Z-Bau Biergarten 14 Veranstaltungen angekündigt. "Bei uns gibt es zwei Arten von Veranstaltungen. Zum einen den normalen Biergartenbetrieb mit Musik im Hintergrund, für den man keine Tickets braucht", so Lutz, "und dann buchen wir gelegentlich auch Bands oder Lesungen, für die braucht man dann ein Ticket." Solche Veranstaltungen werden aber immer angekündigt. Jetzt im Juli gehe es aber erstmal normal los: Von Mittwoch bis Freitag ab 17 Uhr und Samstags ab 14 Uhr. 

Weil die Corona-Regeln in Bayern am Freitag (04.06.2021) stark gelockert wurden, können auch die Bamberger Nachtbusse wieder wie gewohnt fahren.

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