Damit sich drinnen nicht die Leute drängen, hat der italienische Lebensmittelspezialist Mercato Di Dio sein Ladenangebot in der Hafenstraße einfach ins Freie verlagert. "Wir müssen natürlich immer sehr viel nach draußen transportieren und abends wieder reinholen, damit die Waren nicht gestohlen werden."

Paletten statt Regale

Entsprechend wurden die Weine und viele andere Köstlichkeiten auf Paletten drapiert - statt wie sonst üblich in Regale. Was drinnen gelagert ist, wird für die Geschäftskunden nach telefonischer Bestellung nach draußen gebracht.

"Wir haben uns für den Hofverkauf entschlossen, weil hier mehr Abstand möglich ist und weil draußen die Luft besser zirkuliert", sagt Guido Di Dio. Und auf keinen Fall wollte er, dass der Corona-Virus auf irgendeinem Weg in seinen Laden gelangt. "Ich blicke regelmäßig nach Italien, und da wurden selbst einige kleinere Bäckereien wochenlang geschlossen." Entsprechend hat Di Dio in seinem Nürnberger Geschäft "als Erster weit und breit" eine Spuckschutzscheibe installiert.

Den insgesamt 300 Quadratmeter großen "Open Air Supermarkt" wird es wohl nur noch wenige Wochen so geben. "Vielleicht gibt es ja dann Lockerungen. Wir warten mal ab."

Der Hofverkauf werde ganz gut angenommen. Gerade Weinliebhaber kämen, weil Di Dio auch die Preise attraktiv gestaltet habe. Aber auch jetzt sei man gerade mal bei 30 bis 35 Prozent der üblichen Umsätze angekommen. Und die erste Woche nach dem Shutdown sei "ganz übel" gewesen.

Gaststättenbetrieb fehlt

Zwar bieten sieben von zehn gastronomischen Betrieben, die Di Dio in ganz Nordbayern und Teilen Thüringens beliefert, auch Lieferservice an - doch der fehlende Gaststättenbetrieb schlägt sich auch auf seine Geschäfte durch.

Entsprechend hofft auch Guido Di Dio, dass sich die Situation bald normalisiert. Und dann wird er seine italienischen Spezialitäten auch wieder drinnen verkaufen.

Gelaserte Gesichtsschilde

200 Gesichtsschutzschilde hat der Backspace (Bamberger Hackerspace) aus PET-Folie herausgelasert. "Die werden zum Beispiel ans Rote Kreuz oder an Zahnärzte verteilt", sagt Florian Festi. Der Backspace sei "ein Freiraum für den kreativen Umgang mit Technik". Hier treffen sich Menschen, die sich über Technik, digitale Kunst und freies Wissen austauschen und zusammen "hacken". Für die Hacker war klar, dass sie Gesichtsschilde mit Lasertechnik deutlich schneller produzieren konnten als mit dem 3-D-Drucker. Eine Handvoll Leute habe zunächst drei Modelle entworfen und nachdem sie sich für eines entschieden hatten, ging es in die Produktion.

Virtuelle Bierseminare

In den 14 stationären Filialen der Bierothek können derzeit keine Bierseminare stattfinden. Aus diesem Dilemma heraus entstand die Idee für ein virtuelles Bierseminar. "Hier werden, wie bei unseren normalen Bierothek-Bierseminaren vor Ort, verschiedene Bierspezialitäten aus Deutschland und der ganzen Welt verkostet - nur eben live auf Facebook und sogar komplett kostenfrei", erklärt Christoph Hohner von der Bierothek.

Im Online-Shop könne sich dann jeder Zuschauer die Biere, die verkostet werden, nach Hause bestellen "und dann um live mit proBieren". Weitere Informationen gibt es unter www.bierothek.de/stores

Erinnerungen festhalten

Das Bamberger Traditionsunternehmen Goldbuch steht für klassische Fotoalben zum Einkleben "und viele andere schöne Dinge aus Papier". Die derzeitige Situation sorge für Eindrücke, "die hoffentlich einzigartig bleiben" (Geburtstagsfeiern nur per Skype, ungewohnt leere Regale oder Straßen), bringe aber auch einige positive Gemeinschaftserlebnisse in der Familie mit sich, etwa beim Kochen oder Basteln. Dafür wurden das Foto-Album "Gemeinsam Zuhause" und ein Notizbuch "#bettertogether" geschaffen. Damit könne man "Momenten, auch wenn sie so schwer sein mögen wie die durch die Corona-Krise geprägten, ein bewusst analoges Zuhause geben".

Kinderhort auf Sendung

Seit Mitte März ist auch der Awo-Kinderhort Ankerplatz in Hallstadt geschlossen. "Diese Entscheidung zweifeln wir nicht an, doch bringt sie uns Erzieher, die ihren Job mit Leib und Seele ausfüllen, an ihre Grenzen", sagt Katja Haus, die stellvertretende Einrichtungsleiterin. Damit den Kindern daheim nicht die Decke auf dem Kopf fällt, haben die Erzieherinnen den YouTube-Kanal "Ankerplatz TV" gegründet. Dort lernt man zum Beispiel Knetseife herzustellen oder Kristalle zu züchten. Täglich gibt es neue Videos, die nicht nur für die Ankerplatz-Kinder samt Eltern gedacht sind. Auch alle anderen werden bei YouTube, Suchbegriff "Ankerplatz TV", fündig.

Aufruf Auch Sie haben eine kreative Geschäftsidee, um der Krise zu trotzen? Dann melden Sie sich bei uns. Wir wollen pfiffige Projekte aus Stadt und Landkreis Bamberg vorstellen.

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