Der Wahlausschuss der Stadt Bamberg hat in seinen Sitzungen am 25. und 26. März 2026 das endgültige Ergebnis der Stadtratswahl vom 8. März 2026 festgestellt. Wie die Stadt Bamberg am Donnerstag (26. März 2026) mitteilt, musste im Zuge der abschließenden Prüfung und Revision der Wahlergebnisse eine "Korrektur" vorgenommen werden, wodurch die SPD nun einen Sitz an den Bamberger Bürgerblock (BBB) abgeben muss.
Dadurch zieht Hans-Jürgen Eichfelder (BBB) jetzt doch in den Stadtrat ein. Philipp Dechant (SPD), der nach der Wahl von Sebastian Niedermaier zum Oberbürgermeister zunächst nachgerückt war, verliert seinen Sitz wieder. Nach Angaben der Stadt Bamberg überprüfte der Wahlausschuss die Beschlüsse der Wahlvorstände in allen 86 Wahlbezirken und nahm "wahlrechtlich erforderliche Korrekturen vor". Der Fränkische Tag hat unter anderem mit Dechant gesprochen.
Stadtratswahl in Bamberg: SPD muss sicher geglaubten Sitz wieder abgeben
"Auch wenn es sich um einen mit rund 700 zu insgesamt 1,44 Millionen Stimmen tatsächlich sehr kleinen Stimmenanteil handelt, hat dies bei dieser Wahl aufgrund des gesetzlich vorgegebenen Verhältniswahlrechts unmittelbare Auswirkungen auf die Sitzverteilung", erklärt Wahlleiter Christian Hinterstein. "Die jetzt vorgenommene Korrektur ist das Ergebnis eines sorgfältigen und rechtlich gebotenen Prüfverfahrens."
Nach Angaben der Stadt Bamberg wurden im Rahmen der Wahlausschuss-Sitzungen insgesamt 61 Einzelfallentscheidungen überprüft und beschlossen. Dabei sei es "insbesondere um die korrekte Bewertung von Stimmzetteln" gegangen. Bei der Prüfung dieser Einzelfälle konnte demnach festgestellt werden, "dass Korrekturen an den durch die Wahlvorstände getroffenen Beschlüssen über ungültige oder gültig vergebene Stimmen erforderlich sind". Dass es überhaupt zu derartigen Vorfällen kommt, liegt laut Wahlleiter Christian Hinterstein nicht zuletzt auch daran, dass das bayerische Kommunalwahlrecht den Wählern bei der Stimmvergabe vergleichsweise große Freiheit einräume.
"Diese Vielfalt macht die Auszählung besonders anspruchsvoll", erklärt er. Ihm zufolge sei es das Ziel, "trotz dieser Komplexität ein rechtssicheres und korrektes Ergebnis zu gewährleisten, auch wenn dies nachträgliche Korrekturen notwendig macht". Wie er betont, seien Kommunalwahlen "organisatorisch und personell eine riesige Herausforderung". Umso wichtiger sei es, sich "Zeit für eine gründliche Prüfung" zu nehmen. "Die Bürgerinnen und Bürger müssen darauf vertrauen können, dass am Ende ein korrekt ermitteltes Ergebnis steht, auch wenn dieser Prozess etwas länger dauert", so der Wahlleiter.
Stadt Bamberg will für zukünftige Wahlen Einsatz elektronischer Auszählhilfen prüfen
Um korrekt ermittelte Resultate gewährleisten zu können, setzt die Stadt Bamberg nach eigenen Angaben seit vielen Jahren auf ein zweistufiges Prüfverfahren, bei dem die Ergebnisse aus den Wahllokalen zunächst kontrolliert und anschließend nochmals im Rahmen einer Revision überprüft werden. Dieses Verfahren diene dazu, mögliche Rechen- oder Bewertungsfehler zu erkennen und zu korrigieren.
Für zukünftige Wahlen sei zudem geplant, die Schulung der Wahlvorstände weiter zu intensivieren und den Einsatz elektronischer Auszählhilfen zu prüfen, um Fehlerquellen weiter zu minimieren und die Abläufe zu optimieren. Neben der Stadtratswahl wurde auch das Ergebnis der Oberbürgermeister-Stichwahl vom 22. März 2026 formal festgestellt. Diese sei jedoch "ohne Beanstandungen" verlaufen.
Übersicht über alle gewählten 44 Stadträte auf Grundlage des amtlichen Endergebnisses nach der Feststellung des
Wahlausschusses:
- CSU (10 Sitze): Melanie Huml, Anne Rudel, Anna Niedermaier, Dr. Christian Lange, Michael Kalb, Peter Neller, Stephan Mühlich, Stefan Kuhn, Prof. Dr. Gerhard Seitz, Matthias Graßmann
- Grüne (10 Sitze): Jonas Glüsenkamp, Leonie Pfadenhauer, Ulrike Sänger, Christian Hader, Dr. Vera Mamerow, Rebecca Haas, Anna Friedrich, Hayati Yilmaz, Elias Leikeb, Wolfgang Grader
- SPD (7 Sitze): Wolfgang Metzner, Eva Jutzler, Ingeborg Eichhorn, Olaf Seifert, Dr. Marco Depietri, Heinz Kuntke, Peter Süß (durch die Wahl von Sebastian Martins Niedermaier zum Oberbürgermeister kommt Peter Süß als erster Nachrücker in den Stadtrat)
- AfD (4 Sitze): Armin Köhler, Jan Schiffers, Tina Pfaffenberger, Manfred Köhler
- Die Linke (3 Sitze): Hilal Tavsancioglu, Stephan Kettner, Vitus Mayr
- Zwiebel (2 Sitze): Michael Schmitt, Katharina Breinbauer
- BBB (2 Sitze): Norbert Tscherner, Hans-Jürgen Eichfelder
- Freie Wähler (1 Sitz): Claudia John
- Volt (1 Sitz): Dr. Hans-Günter Brünker
- FDP (1 Sitz): Ralf Stöcklein
- BM (1 Sitz): Jürgen Weichlein
- BuB (1 Sitz): Karin Einwag
- ÖDP (1 Sitz): Lucas Büchner
Die endgültigen Ergebnisse der Kommunalwahlen können unter www.stadt.bamberg.de/wahlen abgerufen werden. Weitere Nachrichten aus Bamberg findet ihr in unserem Lokalressort.