Sie lassen sich von Dichtern wie Walt Whitman inspirieren, der das Lebensgefühl der Neuen Welt im 19. Jahrhundert spiegelte. Ja, Poesie schwingt in Kompositionen der Niederländer mit, die für Jazzfans im Jazzkeller am 4. Mai den roten Klangteppich ausrollen. Erstmals spielen Special Delivery in Bamberg, deren Gründung mittlerweile fast zwei Jahrzehnte zurück liegt.



Ohne Besetzungswechsel
Vier Seelenverwandte fanden und entwickelten sich in ihrer Songschmiede seit 1994 ohne Besetzungswechsel weiter: Allen voran Henk de Ligt, den Kritiker zu den "originellsten" Jazz-Komponisten der Niederlande zählen. Als kreativer Kopf punktet auch Wim Kegel mit traditionellem Jazz-Schlagzeug auf progressive Weise. Zumal der Drummer seinem Instrument eine Klangfülle "like a one man drum orchestra" entlockt, wie ein Rezensent dem Protagonisten bescheinigte. Blieben noch Nils van Haften als preisgekrönter Saxophonist und Ed Baatsen als Pianist, der mit Henk de Ligt die meisten Kompositionen des Quartetts schrieb: Schon ist die "Eilzustellung" aus den Niederlanden komplett, um Zuschauern unter die Haut zu gehen (was jeder für sich vor Ort austesten sollte).


Bands der Musikschule

Bevor die Holländer für Jazzfans spielen, um sich nun auch an der Regnitz zu profilieren, stehen am 3. Mai aber Lokalmatadore im Rampenlicht: Bands der Musikschule Bamberg grooven im Jazzkeller und präsentieren, was ein Jahr lang entwickelt und einstudiert wurde. Dabei reicht das Spektrum von Alternative Rock Marke Moonroovers und Constructa über Jazz & Latin made by Jazzlab und Rock à la Deep Blue bis hin zu Fusion im Sinne von Shut Up And Play.

"SOS" funken am Abend vor dem Vatertag Irmgard Klarmann, Uwe Gaasch, Waldi Bauer und sieben weitere Mannen: Schweinsohr Selection melden sich auf der Bühne der Oberen Sandstraße 18 zurück, um Funk und Soul in bewährter Manier unters Volk zu mischen.

Am 11. Mai nimmt das Blue Train Orchestra Fahrt auf: Die Big-Band der Städtischen Musikschule pendelt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, um Klassiker ebenso wie moderne Funk- und Latin-Arrangements zu bieten. "Von Count Basie über Thad Jones bis hin zu Bob Mintzer" reicht die Palette der Titel, auf die sich Fans freuen können.


Sinnsuche und Sinnfindung

Gordian Knot treten am 17. Mai in Aktion: Songs aus der Feder von Jürgen Fritz erwarten das Publikum - irgendwo zwischen Rock und Britpop mit gelegentlichen Reggaeeinflüssen, Funk- und Jazzelementen. Sänger, Gitarrist und Songwriter Fritz stehen auf der Bühne Christian Zapf (git), Leo Spangel (p), Frank Rockrohr (b) und neuerdings auch Jürgen Stahl (dr) zur Seite. Wobei die Gruppe sicher auch Titel ihres Anfang des Jahres erschienenen zweiten Albums "drifting with amplitudes" spielt. Interessant, da die Musiker darin über "Sinnsuche und Sinnfindung" sinnierten und sich "Gedanken über kuriose Begebenheiten inmitten der unberechenbaren Wogen des Lebens" machten.

Am 25. Mai heißt's Bühne frei für die Anonymen Improniker. Der Vorhang für "Heinz und Heinz, das macht zwei" hebt sich am 26. Mai. Gerald Leiß, Patrick L. Schmitz und Harald Hauck widmen sich dem reimenden Schmunzelmeister der 50er, 60er und 70er Jahre: "Zweimal Heinz auf einer Bühne, / zeigen wechselnd Erhardts kühne / Art, die Sprache zu verdreh'n, / wie man's seitdem nie mehr geseh'n", so die Protagonisten. Zudem gibt's private Erinnerungen und unbekannte Texte des Humoristen. "Noch'n Gedicht?" Nein, besuchen Sie lieber den Abendtermin im Jazzkeller, um sich in der Welt des Meisters der Versprecher zu amüsieren und die Tücken der deutschen Sprache lieben zu lernen.

Schon sind wir im Juni beim letzten Konzert vor der Sommerpause angelangt. Aus Erlangen reisen am 21. 6. Caña que que an, die lateinamerikanisches Flair versprechen. Rockige Klänge aus Mexico, Kuba oder Kolumbien spielen die Franken.

Und ab geht's in die Sommerfrische! Bis 13. September verwaist das Kellergewölbe der Oberen Sandstraße. Jazzclub-Session finden ab 5. Juni im Garten des Landgasthofs Heerlein in Wildensorg statt (weitere Termine am 3. Juli und 7. August ab 19 Uhr).