• Eine 25-jährige Studentin aus Bamberg infiziert sich mit Corona
  • Die junge Frau hat mit schwersten Symptomen zu kämpfen, obwohl Sie unter keinen Vorerkrankungen litt
  • Ihre Familie steckt sich ebenfalls mit Coronavirus an

Unsere Mitarbeiterin berichtet über ihren schweren Covid-19-Verlauf: "Es fängt harmlos an: Kopfschmerzen und Müdigkeit, die Nase ist leicht verstopft. Mein Mitbewohner hat die gleichen Symptome, wir lachen darüber, dass uns die Erkältung im Frühling diesmal gleichzeitig erwischt hat. Am selben Tag noch fahre ich von meinem Studienort nach Hause zu meinen Eltern, mache vor Ort einen Corona-Schnelltest - negativ. Ich bin erleichtert, wenn auch nur für kurze Zeit. Zwei Tage später dann der Schock: Mehrere Mitbewohner aus meinem Haus sind positiv auf das Coronavirus getestet. Sofort isoliere ich mich zu Hause, verbringe weitere  zwei Tage in meinem Zimmer, um die Inkubationszeit abzuwarten. Dann schleppe ich mich zum Testen. Am Tag danach dann das Ergebnis: positiv, mit der britischen Mutation.

Coronavirus mit 25 und ohne Vorerkrankungen: "Dreimal am Tag nehme ich starke Schmerzmittel"

Mittlerweile sind meine Kopfschmerzen so schlimm, dass ich die Augen nicht mehr öffnen kann. Aber ich bin 25, sage ich mir, mein Körper wird schon damit fertig. Die folgenden Tage sind jedoch eine Qual. Der Husten ist zwar nicht unerwartet, trifft mich aber mit voller Wucht. Ich bekomme Atemnot und damit auch Panik. Halsschmerzen und Schnupfen gesellen sich dazu. Aufstehen kann ich seit einigen Tagen nicht mehr richtig, nach jedem Gang ins Badezimmer schlafe ich stundenlang vor Erschöpfung. Am Ende meiner ersten Woche mit Corona weiß ich: Junge Menschen sind nicht weniger gefährdet. Ich bekomme heftige Gliederschmerzen, kann nicht mehr schlafen und weine vor Schmerz. Dreimal am Tag nehme ich starke Schmerzmittel, die Schmerzen lassen sich aber nur leicht unterdrücken. In diesen Tagen steigt auch meine Temperatur an. Ich inhaliere fast stündlich, um meine Lunge zu entlasten. Die nächsten Tage verbringe ich fast wie im Delirium.

Nach zehn Tagen mit Corona dann die Horror-Nachricht: Meine Oma und mein Vater haben sich bei mir angesteckt. Obwohl ich mich ausschließlich in meinem Zimmer aufhalte, mein eigenes Bad habe und nur mit Maske auf dem Flur bin. Wir vermuten, dass die Aerosole aus meinem Zimmer genug waren und sie sich durch die Luft angesteckt haben. Das Gesundheitsamt stimmt uns zu. Die britische Mutation ist nunmal erheblich ansteckender, da kann so etwas schon ausreichen. Beide erkranken schwer. Meine Oma ist bereits einmal geimpft, das rettet ihr vermutlich das Leben. Trotzdem wird sie vier Wochen nicht aufstehen können, auch eine Sauerstoffzufuhr wird sie brauchen. Auch mein Vater wird zwei Wochen nur liegen können.

Unsere Quarantäne wird verlängert. Nochmal um zwei Wochen. Am Ende meiner zweiten Woche kann ich wieder aufstehen. Nur für kurze Zeit, aber immerhin. Auch andere Dinge werden leichter: Ein Buch lesen oder Fernsehen schauen ist wieder möglich. Trotzdem bleibe ich noch eine ganze weitere Woche fast nur im Bett. Mein Husten will einfach nicht verschwinden und auch mein Schnupfen hält sich hartnäckig. Erst vier Wochen nach der Ansteckung kann ich wieder arbeiten und längere Zeit außerhalb meines Bettes verbringen. Meine Oma ist Anfang April, fast sechs Wochen nach Ansteckung, immer noch nicht fit. Auch mein Vater leidet immer noch an Kurzatmigkeit und Hustenanfällen. 

"Noch immer leider ich unter den Nachwirkungen"

Das Virus hat mich einiges gelehrt. Ich kenne viele junge Menschen, die zwar Respekt vor dem Virus haben, aber keine Sorge. Denn ist es nicht das, was uns anfangs gelehrt wurde? Schützt die älteren Menschen, denn die jüngeren erkranken in der Regel nicht schwer. Obwohl das natürlich stimmt, sollten Menschen in meinem Alter auch sich selbst schützen. Corona ist meine schlimmste Erkrankung gewesen, mir ging es noch nie so schlecht. Mit Schrecken blicke ich auf die steigenden Zahlen und die neuen Mutationen. Auf die Impfungen, die nur langsam vorangehen.

Noch immer leide ich unter den Nachwirkungen. Ich bin müde und erschöpft, habe Kurzatmigkeit. Ein kurzer Spaziergang fühlt sich an wie ein Marathon. Ich frage mich, wann ich wieder die Alte bin. Vielleicht in ein paar Monaten, dann kann ich nach meiner Erkrankung frühestens geimpft werden. Ich zähle schon die Tage."

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