Ein nichtalltäglicher Vorfall in einem Bamberger Metzgerei-Betrieb sorgt im Netz gerade für Beifall. "Super, das ist leider viel zu selten", schreibt etwa eine Frau unter dem dazugehörigen Beitrag in einer Bamberger Facebook-Gruppe. "Respekt, es gibt sie doch noch - die guten Menschen", hält jemand anderes fest. Auslöser für die lobenden Kommentare ist der Post einer Bamberger Mutter, die den jünsten Einkauf ihres Sohnes am Dienstagnachmittag (19. April 2022) beschreibt.

Der zwöf Jahre alte Ruben kaufte demnach gegen 15.30 Uhr im Werksverkauf der Firma Böhnlein im Bamberger Schlachthof ein. "Mein Sohn ist zum Werksverkauf hingeradelt, weil er Currywurst für die Familie zubereiten wollte", berichtet Rubens Mutter Petra Herrmann inFranken.de. "Das ist sein Lieblingsgericht." Weil ihm angesichts der ausgewiesenen Kilopreise im Geschäft beim Zusammenrechnen durcheinander geraten war, hatte der junge Nachwuchskoch an der Kasse unglücklicherweise nicht ausreichend Geld bei sich, um seine beiden Wurstpackungen zu bezahlen. Als Retter in der Not sollte sich gleichwohl ein anderer Kunde erweisen.

Bamberg: Bub hat in Geschäft zu wenig Geld dabei - großzügiger Kunde springt ihm spontan bei

"Ein Mann stand hinter Ruben an der Kasse und fragte, wie viel noch fehlt", erklärt Herrmann. "Er meinte dann: 'Ich mache das.'" Der Kunde, bei dem es sich um einen Feuerwehrmann oder eventuell auch einen Taxifahrer handeln soll, übernahm schließlich den fehlenden Betrag. "Dieser Mann hat dann 2,50 Euro draufgelegt. Das war wirklich sehr nett." Mit einem Augenzwinkern habe er sich zudem an den Jungen gewandt und ihm im Spaß aufgetragen: "Wenn du so alt bist wie ich, musst du das auch mal machen."

"Vielen Dank an den netten Herrn, der im Böhnlein den Rest von der Rechnung meines Sohnes gezahlt hat. Er hatte zu wenig Geld dabei", schildert Petra Herrmann den Vorfall auf Facebook. "Mein Sohn ist tief beeindruckt von dieser äußerst freundlichen Geste!"

Im Kommentarbereich zollen die Nutzer dem großzügigen Alltagshelden ihre Hochachtung. "Schöne Geste, es gibt sie doch, die Guten", hält eine Userin beispielsweise fest. "So etwas sollte es öfter geben", schreibt ein Mann. "Super, das gibt's heute selten", bemerkt ein anderer. "Schön, wenn man so etwas Schönes liest", betont eine weitere Userin. "Sehr, sehr nett von der Person - Respekt."

Von Nachwuchskoch Ruben (12) eigens zubereitet: Wohltäter winkt selbstgemachte Currywurst-Sauce

Auch für Rubens Mutter ist die selbstlose Tat des Fremden alles andere als selbstverständlich. "Es ging ja nicht nur um 20 Cent." Deswegen habe sie für die Hilfsbereitschaft "offiziell Danke sagen" wollen.

Doch damit nicht genug: Sofern sich der bislang unbekannte Wohltäter bei der Familie Herrmann meldet (Kontakt wird gerne durch die Redaktion hergestellt), winkt ihm als Belohnung ein Glas von Rubens selbstgemachter Currywurst-Sauce, verspricht die Mutter des Zwölfjährigen. Doch Vorsicht: "Beim letzten Mal hat Ruben leider die Sauce zu scharf gemacht", berichtet Petra Herrmann schmunzelnd. "Sonst macht er sie immer toll. Nur gestern ist ihm der Cayenne-Pfeffer ausgeglitten." 

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