"Mit einem lauten und schrillen Flashmob auf dem Maxplatz haben am Donnerstag, 7. Juli, rund 430 Schüler*innen aus Bamberg ihr Gesicht gegen Gewalt an Kindern und Jugendlichen gezeigt", wie die Stadt Bamberg erklärt. Es war demnach Ziel ihrer Aktion, mit ihrem Protest auf Kinderrechte aufmerksam zu machen. Die Aufführung bildete demnach den Abschluss eines Schulprojektes des Initiativkreises Gewaltprävention der Stadt Bamberg, in dem sich Bamberger Schüler*innen auf ganz unterschiedliche Art und Weise intensiv mit dem Thema „Gewalt“ auseinandergesetzt hätten.

"Wie aus dem Nichts standen heute pünktlich zur Mittagszeit 430 junge Menschen in weißen T-Shirts mit der Aufschrift „Gesicht zeigen! Gegen Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ auf dem Maxplatz. Aus dem Lautsprecher tönte plötzlich Shake it off von Taylor Swift und dann ging es los: Einen Schritt nach links, einer nach rechts, Drehung, beide Arme in die Luft - und wurde mit jeder Menge Spaß getanzt und laut gesungen."

Die Choreografie dieses Flashmobs hatte die Bamberger Tanzpädagogin Wiebke Zetsche entwickelt und gemeinsam mit den Schüler*innen, Lehrer*innen und Jugendsozialarbeiter*innen in der BasKIDhall einstudiert, heißt es. "Und so dauerte es auch nicht lange, bis die Stimmung trotz Nieselregens überschwappte: Hier und da sah man Passanten, die mitwippten. Andere haben sich einfach eingereiht und mitgetanzt - auch wenn sie der Schrittkombination nicht unbedingt folgen konnten. Darum ging es auch gar nicht. Sie wollten sich einfach mit den Schüler*innen solidarisch zeigen und nur das zählt", so die Stadt. 

Leiter des Stadtjugendamtes Tobias Kobold. „Die Zunahme von Gewalt gegen Kindern und Jugendliche steigt stetig. Im Jahr 2021 die die Zahl von Gewalttaten im häuslichen Umfeld um 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher“, so Kobold und weist darauf hin, dass körperliche Bestrafung, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen seit dem Jahr 2000 gesetzlich verboten seien. 

"Der Initiativkreis Gewaltprävention der Stadt Bamberg wurde bereits vor 26 Jahren gegründet. Coronabedingt musste die große Feier zu 25. Jubiläum ausgefallen - heute wurde sie nachgeholt und das mit einem lauten und schrillen Aufruf dazu, dass die Gesellschaft bei Gewalt gegen Kindern und Jugendlichen nicht wegschauen darf", so die Stadt.