Der Pfarrer in Rente, Bruno Kant, stand mehr als 75 Jahre seines Lebens im Dienste der Kirche. Bis zuletzt war er nicht nur einer der ältesten lebenden Deutschen, sondern laut Angaben des Vatikans auch der älteste katholische Priester der Welt. Zu seinem 110. Geburtstag im Februar 2026 hatte er ein Gratulationsschreiben von Papst Leo XIV. erhalten, in dem dieser sich für Kants langjährigen und treuen priesterlichen Dienst bedankte.
Am Freitagabend (29. Mai 2026) ist der 110-Jährige schließlich verstorben, wie das Bistum Fulda in einem bewegenden Nachruf mitteilt. Auch der ehemalige Bamberger Erzbischof Ludwig Schick drückt im Internet seine Trauer über den Todesfall aus. Noch am letzten Mittwoch (27. Mai 2026), zwei Tage vor seinem Tod, habe Schick Bruno Kant besucht und sei von ihm gesegnet worden.
"Ältester katholischer Priester weltweit": Kirche trauert um verstorbenen Geistlichen
"Es hat mich tief berührt", schreibt Ludwig Schick in seinem Facebook-Post zum Tod Kants. "Auf Wiedersehen in unserer Heimat im Himmel", verabschiedet er sich darin. Bruno Kant wurde im Februar 1916 in der Provinz Westpreußen im damaligen Deutschen Reich geboren. Nach seinem Abitur 1934 begann er seine philosophisch-theologischen Studien, wie das Bistum Fulda erklärt. Demnach wurde Kant 1943 zum Militärdienst einberufen, 1948 wurde er aus der russischen Kriegsgefangenschaft entlassen.
Erst nach seiner Rückkehr konnte er sein Studium in Fulda fortsetzen. Schließlich weihte Bischof Johannes Baptist Dietz ihn 1950 zum Priester - ein Amt, das ihn bis ins Jahr 1991 begleitete, als er in den Ruhestand eintrat. Auch als Ruhestandspriester sei er eng mit dem Gemeindeleben verbunden geblieben, bis zu seinem 102. Lebensjahr habe er sogar noch regelmäßig seelsorgliche Dienste übernommen.
Mit Kant verliere das Bistum einen Priester, "dessen Lebensweg mehr als ein Jahrhundert kirchlicher und gesellschaftlicher Geschichte berührte". Der Ortspfarrer aus Eichenzell, dem Ort, in dem Kant verstarb, erinnert sich an den langjährigen Priester mit den Worten: "Wir sind dankbar für alles, was er unserer Gemeinde geschenkt hat". Im Februar 2026 trauerte das Erzbistum Bamberg ebenfalls um eine Person, die viele Jahre im Dienste der Kirche stand. Weitere Nachrichten aus Bamberg und der Umgebung liest du in unserem Lokalressort.