Bamberg
Covid-19

Britische Variante in Bamberg, Bayreuth und Coburg: So stark breitet sich Mutante aus

In Oberfranken vermehren sich die Corona-Mutanten rasant. Im Raum Bayreuth konnte bereits bei knapp 50 Prozent der Neuinfektionen eine Mutation nachgewiesen werden. Auch in den Regionen Bamberg und Coburg steigt der Anteil der neuen Varianten.
In den Regionen Bamberg, Bayreuth und Coburg verbreitet sich die britische Corona-Mutation B 1.1.7 rasant. Michael Hofmann/pixabay.com

Corona-Mutanten verbreiten sich in Oberfranken: In den ersten sieben Kalenderwochen des neuen Jahres wurden für Bayern 2054 Proben mit Verdacht auf die britische Corona-Variante sowie 345 Proben mit Verdacht auf die Südafrika/Brasilien-Variante gemeldet. Das teilt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) inFranken.de mit.

Allein für Oberfranken waren es in diesem Zeitraum 462 Proben mit Verdacht auf die UK-Variante und 55 Proben mit Verdacht auf die Variante aus Südafrika oder Brasilien. Auch wenn sich die Daten laut LGL derzeit noch im Aufbau befinden und daher mit Bedacht zu interpretieren sind, zeichnet sich ein entsprechendes Bild ab: In den Regionen Bayreuth, Bamberg und Coburg steigen die Fälle mit mutierten Corona-Infektionen - teils sogar rapide. Das berichten die jeweiligen Landratsämter auf Anfrage von inFranken.de.

Region Bamberg weist unterschiedliche Corona-Mutanten auf

Ende vergangener Woche waren in der Region Bamberg 22 Menschen mit einer Mutante infiziert. In acht Fällen handelte es sich dabei um die britische Variante B.1.1.7. Die anderen Mutanten hätten vom Labor nicht richtig zugeordnet werden können, seien aber britischer, südafrikanischer oder brasilianischer Art.

Insgesamt machten die Mutanten rund zehn Prozent der Neuinfektionen in und um Bamberg aus. "Pro Tag kommen circa drei bis vier Mutanten dazu aktuell", erklärt Pressesprecher Frank Förtsch vom Landratsamt Bamberg. Der Anteil steige zwar nicht exponentiell, allerdings stellt Förtsch eine Prognose auf: "Unsere Erwartung ist, dass der Anteil weiter steigen wird". Seit Kurzem werde jedes positive Testergebnis auf Mutationen untersucht.

Zuletzt war in Bamberg bekannt geworden, dass sich Mitarbeiter des Schlachthofs infiziert hatten. 

Mutationen im Raum Bayreuth: Fast 50 Prozent der Neuinfektionen betroffen

Drastischer ist die Lage im Raum Bayreuth: Hier gab es seit Beginn der Pandemie rund 400 Infektionen mit Mutationen. Bislang trat allerdings nur B.1.1.7. auf.

"Wenn man die letzten drei Wochen als Bemessungszeitraum hernimmt, sind fast 50 Prozent der Infektionen Corona-Mutanten", erklärt Pressesprecher Hannes Huttinger vom Bayreuther Landratsamt.

Die Virusmutation sei auf dem Vormarsch in der Region. Auch hier würden alle positiven Testergebnisse geprüft. Alle weiteren Informationen zum Infektionsgeschehen im Raum Bayreuth gibt es in unserem Corona-Ticker.

Landratsamt Coburg: "Wir betrachten die Entwicklung mit Sorge"

Im Landkreis Coburg sind es aktuell 48 Verdachtsfälle mit Virusmutationen, in der Stadt Coburg zehn. Insgesamt entspricht das in etwa fünf Prozent aller Infizierten seit Jahresbeginn. Hier tritt ausschließlich die britische Variante auf.

Lesen Sie auch:

"Wir betrachten die Entwicklung mit Sorge", erklärt Corinna Rösler, Pressesprecherin des Landratsamts Coburg. Es gebe ein vermehrtes Auftreten, allerdings halte es sich noch im Rahmen.

Im Raum Coburg werden allerdings nicht alle positiven Corona-Testergebnisse auf Mutationen getestet: "Aktuell wird das noch nicht gemacht. Wir nehmen nur Stichproben. Circa fünf Prozent aller positiven Testergebnisse werden auf Mutationen untersucht", so Rösler. Ausnahme seien nachgewiesene Mutationen oder Verdachtsfälle - hier würden alle Kontaktpersonen auch auf Mutanten untersucht. 

Corona-Mutanten: 14 Tage Quarantäne für Infizierte

Eins haben alle drei oberfränkischen Regionen gemeinsam: Menschen, die mit einer Mutante infiziert sind, müssen 14 Tage lang in Quarantäne - statt wie bei einer "normalen" Infektion nur zehn. Außerdem ist keine Verkürzung mittels negativem PCR-Test möglich. Die Isolation bei auf Mutanten positiv getesteten Personen endet erst, wenn ein negativer Antigen- oder PCR-Test vorgelegt werden kann, frühestens jedoch nach 14 Tagen.