Jetzt heißt es warten und weiter verhandeln. Mit dem Erörterungstermin zum Bahnausbau von Altendorf bis Strullendorf sind alle Argumente und Einwände ausgetauscht. In Hirschaid würden zwar einige gerne noch im Gemeinderat die Stellungnahmen der Bahn bei dem Termin Anfang März zu den einzelnen Einwendungen diskutieren. Aber Bürgermeister Klaus Homann (CSU) winkt ab. "Es ist alles gesagt. Jetzt muss die Regierung prüfen und abwägen." Erst wenn der Beschluss da sei, könne man weitersehen.

Den Erörterungstermin selbst sieht Homann nur sehr begrenzt positiv. "Ein kleines bisschen hat sich die Bahn bewegt", meint er. Es gebe aber noch einige strittige Punkte, bei denen Hirschaid klärende Gespräche und Verhandlungen mit der Bahn anstrebe. Das betrifft etwa die Maximilianstraße, die nach den ursprünglichen Bahnplänen zehn Monate lang gesperrt werden soll. Ein Fakt, den auch Landrat Johann Kalb bereits als "nicht hinnehmbar" bezeichnet hat. Ebenso wie bei dem Grundstück bei der Realschule. Das hat der Landkreis mit Unterstützung der Gemeinde erworben, weil es dringend für die Realschulerweiterung benötigt wird. Die Bahn plant hier einen Lagerplatz für die Baustelleneinrichtung.

Für die Bürger habe er beim Erörterungstermin die Transparenz vermisst, resümiert Homann. Sie hätten nur gewusst dass Mittwoch und Donnerstag die privaten Einwender zu Wort kommen sollten, aber nicht wann. Und niemand habe gesagt, wo sie die Stellungnahmen der Bahn zu ihren Einwendungen einsehen können. Das ärgert auch den Strullendorfer Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) im Nachhinein am meisten. Für die Bürger habe keine Möglichkeit bestanden, sich argumentativ darauf einzustellen.

Auch für die Gemeinde Strullendorf besteht weiterer Klärungsbedarf, vor allem beim Schutz vor Lärm und Erschütterungen. Themenkomplexe beschäftigen die Anwohner der Bahntrasse betreffen auch in Buttenheim und Altendorf. "Die Bahn hat nur Zugeständnisse marginaler Natur gemacht, die uns kaum weiterbringen", stellt Altendorfs Bürgermeister Karl-Heinz Wagner (CSU) fest. Den Erörterungstermin bezeichnet er deshalb als "relativ ernüchternd".

"Beim Thema Schallschutz werden wir noch nachfassen", kündigt Wagner an. Die Gemeinde, die ihre Einwendungen in einem 94-seitigen Anwaltsschreiben formuliert hat, werde für April oder Mai weitere Gespräche mit der Bahn suchen. Dazu muss er aber noch seinen Gemeinderat ins Boot holen und klären, ob man der Bahn ein eigenes Schallschutzkonzept vorlegen will. Vor allem in der Frage der Schallschutzwände gehen aber in Altendorf die Meinungen auseinander. So gibt es eine Initiative von Anwohnern, die fünf bis sechs Meter hohe Wände fordern anstelle der geplanten drei bis vier Meter hohen.

Wagner fordert jedenfalls für alle vier betroffenen Gemeinden, dass sie auf keinen Fall schlechter gestellt werden dürfen als die Stadt Bamberg. Dort habe der Mike Flügel, der Projektverantwortliche der Bahn, angekündigt: "Wir sind beim Thema Schallschutz gesprächsbereit". "Wenn die Stadt besser behandelt würde als die Landkreisgemeinden, wäre schon das ein Grund für eine Klage vor dem Verwaltungsgericht", gibt sich der Jurist Wagner kämpferisch.

Klagen sind nach einem Planfeststellungsbeschluss das letzte verbleibende Mittel, um noch Änderungen erreichen zu können. Allerdings haben diese keine aufschiebende Wirkung, wie das Beispiel des Bahnausbaus in Breitengüßbach und Zapfendorf gezeigt hat. Doch bis zum Beschluss, der der Bahn das Baurecht gibt, kann es noch ein Weilchen dauern. Für den Abschnitt Hallstadt - Zapfendorf verging zwischen Erörterungstermin und Planfeststellungsbeschluss gut ein Jahr.

Derzeit liegen die alle Unterlagen bei der Anhörungsbehörde, der Regierung von Oberfranken. Diese muss nun eine Stellungnahme abgeben zum Ergebnis der Erörterung bei der Planfeststellungsbehörde, dem Eisenbahn-Bundesamt, das nach Prüfung dann den Beschluss erlässt.