• Pflücken von wildem Bärlauch ist grundsätzlich erlaubt
  • Es gelten aber einige Einschränkungen, was Menge und Vorgehen betrifft
  • Fortbestehen der Pflanzenart steht im Vordergrund
  • Sammel-Verbot im Bamberger Hain: Was sind gute Alternativen?

Die Bärlauch-Saison ist im vollen Gange. In Franken konnte man in den letzten Wochen ausufernden Bärlauch-Tourismus beobachten. Viele Menschen wissen dabei gar nicht, wo das Sammeln überhaupt erlaubt ist und welche Regelungen in Bezug auf die Bärlauch-Zeit gelten.

Bärlauch sammeln: Das müssen Sie dabei beachten

Laut dem Paragraf 39 zum allgemeinen Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen  im Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten "Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören". Dieses Verbot gilt nicht, wenn die Pflanze für den Eigenbedarf genutzt und nur in haushaltsüblichen Mengen gepflückt wird. Mit haushaltsüblichen Menge ist ein Handstrauß gemeint. Demnach darf nur soviel Bärlauch gesammelt werden, wie eine einzelne Person in ihrer Hand halten kann.

In Naturschutzgebieten und Naturdenkmälern und jeglichen Bereichen, die generell einem Betretungsverbot unterliegen, darf nicht gesammelt werden. Außerdem ist die Verarbeitung von Bärlauch nur für Privathaushalte gestattet und darf nicht gewerblich erfolgen.

Doch auch in anderen Gebieten sollte die Pflanze durch den Bärlauch-Tourismus nicht vom Aussterben bedroht werden. Deshalb sollte jeder Pflücker darauf achten, nur ein bis zwei Blätter pro Pflanze zu entnehmen, um das Überleben der Pflanze zu gewährleisten. 

Nach der Blütezeit Sammel-Stopp zur Bestandssicherung: Auch der Geschmack lässt nach 

Außerdem wird dazu geraten, nach der Blütezeit des Bärlauchs nicht mehr Sammeln zu gehen. Einerseits schmecken die Blätter zu dieser Zeit, die sich etwa auf Ende April oder Anfang Mai beläuft, schon nicht mehr so aromatisch wie in den Wochen zuvor. Andererseits muss auch hier auf den Fortbestand der Pflanze geachtet werden, denn das Pflücken zu dieser späten Zeit würde den Bärlauchpflanzen die Kraft rauben, die sie benötigen, um sich zu vermehren.

Wer Bärlauch-Pflücken geht, sollte dabei aber nicht nur an den Bärlauch selbst denken, sondern an alle anderen Pflanzen. Beim Betreten der Bärlauchfelder sollte unbedingt darauf geachtet werden, so wenig Schaden wie möglich anzurichten. Am besten ist es, die Wege nicht zu verlassen. Wenn das doch nötig ist, um an den Bärlauch zu gelangen, ist es wichtig, keine anderen Pflanzen dabei zu zertrampeln. Wichtig ist auch, darauf zu achten, ob man wirklich Bärlauch sammelt. Einige Pflanzen, die ähnlich aussehen, sind nämlich nicht essbar, sondern giftig.

Ausuferungen wie in anderen fränkischen Landkreisen hätte es in Bamberg in diesem Jahr noch nicht gegeben,  versicherte das Bamberger Umweltamt auf Nachfrage von inFranken.de. In den Vorjahren habe es aber übermäßigen Bärlauch-Tourismus gegeben. Die Leute seien mit Jutebeuteln und Schubkarren losgezogen und haben weitaus mehr Bärlauch gesammelt, als in eine Hand passt. Im Nachbarlandkreis Forchheim gab es in diesem Jahr ebenfalls Schwierigkeiten mit Bärlauch-Sammlern.

Bärlauch-Pflücken im Bamberger Hain untersagt: Wo kann man stattdessen sammeln?

Gerade der Bamberger Hain sei laut Umweltamt ein beliebter Platz zum Sammeln von Bärlauch, obwohl das nicht einmal erlaubt sei. Das Bamberger Stadtrecht hat in einer Grünanlagensatzung festgelegt, dass "das Pflücken von Blumen oder das Herausgraben von Pflanzen" in den Bamberger Grünanlagen, zu denen auch der Hain zählt, ausdrücklich verboten ist.

Die Experten des Umweltamtes erklären, dass es auch nicht ratsam sei Bärlauch im Hain zu pflücken, selbst wenn es erlaubt wäre. Das läge besonders am großen Hundeaufkommen in der Parkanlage und der daraus resultierenden Verunreinigung der Pflanzen durch Hundeurin.

Abgesehen vom Hain  gäbe es laut Experten im Bamberger Stadtgebiet keine weiteren Örtlichkeiten, an denen man Bärlauch in großen Mengen finden könne. Ein beliebter Ort zum Sammeln für die Bewohner von Stadt und Landkreis Bamberg, an dem das Bärlauch-Pflücken zweifelsfrei erlaubt ist, sei im "Fränkischen Jura".

Seien Sie beim Pflücken stets vorsichtig

Fazit: Dem Bärlauch-Sammeln steht nichts im Wege, wenn man sich an ein paar einfache Regeln hält. Man sollte nicht mehr als eine Handvoll Blätter mitnehmen und beim Pflücken stets vorsichtig vorgehen. Grundsätzlich darf man auch in Franken überall Bärlauch pflücken, wo er wild wächst. Eine der wenigen Ausnahmen stellt der Bamberger Hain dar. Aber selbst wenn es erlaubt wäre, würden Experten aufgrund des großen Hundeaufkommens vom Verzehr der dort wachsenden Blätter abraten. Eine Alternative für Bärlauch-Sammler ist der Fränkische Jura.