Samstagnachmittag - Alarm am in Breitengüßbach! Von überall her fahren die Feuerwehrfahrzeuge mit Sirenengeheul in die Breitengüßbacher Straße "Am Sportplatz". Wie sich später zeigt - zum Glück nur eine Großübung der Feuerwehren.



Bei der alten Fabrikhalle der Stickerei Müller steigt Rauch auf. Eine rußverschmierte Person rennt aus der Fabrik auf die Feuerwehrleute zu, spricht mit ihnen, wird betreut. Gleichzeitig werden Schläuche an die Hydranten angeschlossen und die Straße gesperrt. Die Feuerwehrleute besprechen sich kurz, bevor einige mit Atemschutzgeräten und Wasserschläuchen das Gebäude betreten. Türen werden eingetreten, um Verletzte zu bergen und zum Krankenwagen zu führen, manche müssen herausgetragen werden. Die Maschinisten der Freiwilligen Feuerwehr Unteroberndorf am Hydranten bei der Hans-Jung-Halle versorgen die Feuerwehren aus Breitengüßbach, Baunach und Kemmern mit Wasser.

Die Maschinisten der Freiwilligen Feuerwehren aus Hohengüßbach und Zückshut kümmern sich darum, dass der Schlauch auf der ausfahrbaren Leiter der Hallstadter Feuerwehr von einem Hydranten in der Schulstraße gespeist wird. Ein Wagen der Werksfeuerwehr der Bosch GmbH kommt noch zum Einsatz: mit einem riesigen Ventilator wird der Qualm aus dem Gebäude geblasen, um den Feuerwehrleuten die Personensuche zu erleichtern. Glücklicherweise war es nur eine Übung.

Alarmiert wurden zunächst die Feuerwehren in Breitengüßbach und Unteroberndorf mit der Meldung: "Unbekannte Rauchentwicklung an der Stickerei in Breitengüßbach". Mit der etwas später erfolgten Meldung: "Verqualmtes Gebäude und bis zu 20 vermisste Personen", wurden die Feuerwehren aus den Ortsteilen Hohengüßbach und Zückshut sowie die Feuerwehren aus den umliegenden Ortschaften Baunach, Kemmern und Hallstadt sowie der Katastrophenschutz alarmiert.

Trainiert wurde die Koordination zwischen den einzelnen Einheiten. Die Feuerwehren suchten zunächst nach Personen und bekämpften den Brand. Die "Verletzten" kämpften überwiegend mit einer Rauchvergiftung, aber auch ein Feuerwehrmann, der sich beim Einsatz beide Beine gebrochen und sich eine Rauchvergiftung zugezogen hatte, musste geborgen werden.

Die Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten hatten Gefahrstoffe im mittleren Gebäudeteil entdeckt. Darum kümmerten sich die Feuerwehren aus Baunach und Kemmern. Aus dem Bürogebäude im ersten Stock wurde eine Frau über die steile Drehleiter der Hallstadter Feuerwehr gerettet.

Katastrophenschutz dabei
Der Katastrophenschutz unterstützte die örtliche Einsatzleitung. Im Ernstfall benachrichtigt er zum Beispiel Strom- und Gasversorger, falls Leitungen betroffen sind. Er sorgt auch für Nachschub bei den Betriebsstoffen und kümmert sich um Verpflegung für die Einsatzkräfte.
Nach etwa drei Stunden "Einsatz" dankten Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann und Erste Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder den mehr als 130 beteiligten Feuerwehrleuten für die gelungene Aktion.