Ehlers beschreibt, dass sich langjährige Sponsoren wie "kleine, unwichtige Nummern" fühlen. Er fordert Hauptsponsor Michael Stoschek auf, für Klarheit zu sorgen, wie die Sponsorenlandschaft künftig aussehen soll. Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Brose Unternehmensgruppe, hatte Mitte Oktober gegenüber infranken.de gesagt: "Wir müssen den Spagat beherrschen, internationale Unternehmen zu interessieren, ohne die kleinen zu verlieren."

"Legen Sie die Karten auf den Tisch, ... treten Sie mit den anderen Sponsoren auf Augenhöhe in den Dialog", schreibt Ehlers nun in der fast halbseitigen Zeitungsanzeige. Das breite Netzwerk aus 200 Sponsoren und 400 Nachwuchsförderern habe dem Basketballsport in der Vergangenheit viel Stabilität gegeben. Im gleichen Atemzug würdigt er das einmalige Engagement Stoscheks und des Unternehmens Brose. "Ihr Engagement als langjähriger Top-Sponsor begann mit nicht mehr und nicht weniger als der Rettung des Bamberger Basketballs." Der offene Brief ist in den Montagsausgaben der Zeitungen "Fränkischer Tag" und "Coburger Tageblatt" als Anzeige veröffentlicht.

Mit diesem offenen Brief hat die Neuausrichtung des Unterstützer-Netzwerkes der Brose Baskets eine neue Dimension erreicht. Wie der Adressat auf den offenen Brief reagiert, welche Reaktionen das Schreiben bei Manager Wolfgang Heyder auslöst, mit welchen Folgen der Autor des Briefes rechnet: Das lesen Sie hier, sobald uns entsprechende Stellungnahmen vorliegen.

Der Präsident des Brose Baskets Business Clubs, Michael Ehlers, stellt in dem Brief zunächst das Engagement des Unternehmens Brose für den Profisport und die Nachwuchsarbeit in Bamberg heraus. Er beschreibt dann ein weiteres Erfolgsrezept: das Netzwerk aus 200 Sponsoren und 400 Nachwuchsförderern. "Im Gegensatz zu anderen Profi-Mannschaften in der Republik gab dieses ,System Bamberg‘ unseren Vorhaben eine große Stabilität."

"Und jetzt machen Sie das, was Sie als erfolgreicher Industrieller eben machen, der sich auch voll und ganz mit diesem Bamberger Erfolgsmodell identifiziert und einen großen Teil dazu in der Vergangenheit beigetragen hat. Sie verbessern das Modell. Dabei machen Sie fast alles richtig. Glaube ich. Weiß ich nicht. Denn Sie machen es so, wie sie es in ihrem Unternehmen auch machen. Sie entscheiden und setzen es um. Zumindest macht es derzeit den Eindruck. Dass Sie da Alleingänge fahren, die in der Sponsorenschaft nicht nur Freude und Achtung hervorrufen."

Ehlers bittet Stoschek: "Fangen Sie bitte endlich an den Menschen zu erklären, was Sie vorhaben mit Ihrer Firma ,Bamberger Basketball GmbH‘! ... Nun wird es aus der Sicht zahlreicher ,Kleinsponsoren‘ langsam höchste Zeit die Karten auf den Tisch zu legen und zu erklären, welche Rolle Sie als Inhaber und gleichzeitig Aufsichtsratchef ... des Unternehmens "Brose Baskets" den einzelnen Gruppierungen zuordnen möchten? ... Manche dieser Kleinsponsoren tragen, aus deren wirtschaftlichen Möglichkeiten heraus, einen deutlich höheren Anteil ihres Unternehmensgewinns in den Sponsorenpool, als Sie es als Industrieller jemals machen werden."

Ehlers beschreibt in dem offenen Brief, dass sich Sponsoren, die den Basketballsport über Jahre mit getragen haben, herabgesetzt, wie "kleine und unwichtige Nummern" fühlen. Nachdem Unterstützer Angst hätten, Kritik zu äußern, sehe er, Ehlers, es als seine Ausgabe an, auf Gefahren hinzuweisen. " ...wenn Sie nicht mit dem Rest der Sponsoren auf Augenhöhe in den Dialog treten, könnte etwas kaputt gehen, was nicht kaputt gehen muss. "Es geht uns nicht darum Ärger zu machen. Mein Dank und meine Wertschätzung sind echt."

Der Präsident des Businessclubs geht auch auf die neuen Großsponsoren ein. "Sind das echte Partner, die ein Ziel verfolgen oder investieren die nur, weil sie von Brose abhängig sind? Die sind dann auch ganz schnell weg, wenn Brose nicht mehr will oder nicht mehr kann. Und dann?", werde er gefragt.

Zeitgleich sehe natürlich jeder auch, dass sich unglaublich viel zum Positiven verändert habe. "Wichtige Säulen der Mannschaft bleiben seit Jahren unserem Team treu, genauso wie das fantastisch arbeitende Trainer- und Assistenten-Team. Das Aufräumen der Halle schaffte erst Platz für das dringend benötigte Wachstum. Die technischen Verbesserungen in der Halle locken die benötigten nationalen Sponsoren und sicherlich auch mehr Medien und damit Reichweite an. Die langjährigen Verträge (Halle und Sponsoring) sollen ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Das wirkt auch. Solange Verträge eingehalten werden."

Ehlers weiter: "Was ich mir als Präsident des Business Clubs wünsche, ist Klarheit und Transparenz. Nicht nur über die Ziele, die Sie mit der Übernahme des Bamberger Basketball Modells verfolgen, sondern auch über die Vorgehensweise. Klare Zusagen für die angestellten Mitarbeiter, genauso Klarheit über die geplante Entwicklung der Sponsorenlandschaft und wie Sie sich das Miteinander vorstellen."