Müller hat schon am Freitag ihren ersten Dienst. Am Mittwoch bezieht der erste Bewohner sein Zimmer.
"Ich kann meine Vorstellungen von richtiger Pflege hier verwirklichen", freut sich Michael Dickas-Henkel. Der Leiter der ambulant betreuten Wohngemeinschaft arbeitete zuvor über 20 Jahre auf einer Intensivstation. Wichtigstes Ziel ist für ihn, den Klienten ein größtmögliches Maß an Unabhängigkeit zu erhalten oder sogar wiederherzustellen. Der Pflegedienst hat in der Wohngemeinschaft mit sechs Einzelzimmern deshalb einen Gaststatus und keine eigenen Räumlichkeiten.
Der Pflegedienst ist aber dennoch unabkömmlich, wie der Niederlassungsleiter des Heimbeatungsservices Brambring Jaschke, Dieter Weber, verdeutlicht: "In der WG leben technologieabhängige Menschen. Ohne die Geräte können sie nicht überleben." Dessen ungeachtet werden die Patienten seiner Meinung nach aber häufig verkannt. Viele Leute gingen davon aus, dass Menschen mit Beatmung nur im Bett liegen würden. Das könne man aber keinesfalls verallgemeinern. Das Patientenspektrum ist Weber zufolge sehr breitgefächert.
"Die außerklinische Betreuung wird eine immer größere Rolle spielen", findet Landtagsabgeordnete Sabine Dittmar (SPD). Die Atembehinderung stehe an sechster Stelle der Behinderungen insgesamt, erläutert sie. Die nötige Pflege und das Bedürfnis nach häuslicher Geselligkeit könne ein Patient in der neuen Wohngemeinschaft wunderbar verbinden.
Viel Lob gab es von der Stadt. "Für Bad Kissingen ist das eine große Möglichkeit, sich als barrierefreie Stadt präsentieren zu können", betonte der Behindertenbeauftragte Bernhard Schlereth. Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) schloss sich an: "Für Kissingen ist das, was hier passiert, sehr wichtig." shx