Helfen können unter anderem Spezialkurse, entwickelt von der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft.
Ein solcher fand jetzt in Bad Bocklet statt. Finanziert wird die Veranstaltung laut Daniela Wehner von der Bad Kissinger Barmer-Krankenkasse "aus dem Topf der Pflegeversicherung". Dennoch können Versicherte aller Krankenkassen teilnehmen und müssen nichts für die Veranstaltung ausgeben. Wichtiger ist allerdings für die Besucher dieses Kurses, dass nichts, was erzählt wird, nach außen dringt. Manchmal begegnen sich bei der Veranstaltung Menschen, die sich schon kennen, wie Daniela Wehner ergänzt. Deshalb wird eine solche Vereinbarung gleich zu Beginn der Veranstaltung getroffen.

Höchst unterschiedliche Menschen besuchen die Spezialkurse. Daniela Wehner sagt: "Sie sind ungefähr zwischen 30 und 70 Jahre alt. Und ihre Probleme sind ganz unterschiedlich." Junge Mütter hätten eher damit zu kämpfen, dass ihre Kinder sich nicht mehr ausreichend wahrgenommen fühlen, wenn die an Demenz erkrankte Oma gepflegt wird. Bei älteren Ehepaaren kann es laut Daniela Wehner zu massiven Veränderungen im Alltag kommen: "Etwa wenn sich der Ehemann jahrelang um die Bankgeschäfte gekümmert hat." Oder wenn er es war, der das Auto gefahren hat, "dann wird plötzlich auch die Ehefrau immobil". Hinzu kommen Vereinsamung oder Isolation, weil sich Freunde abwenden oder gestorben sind.

80 Prozent aller in Deutschland lebenden Demenzkranken werden zu Hause von ihrem Ehepartner oder den Kindern betreut und versorgt. Ganz andere Schwierigkeiten ergeben sich, wenn es sich bei den Pflegenden nicht um Verwandte handelt: "Pflegende Angehörige - das muss nicht unbedingt die Familie, das kann auch ein Nachbar sein." Daniela Wehner hat auch die Erfahrung gemacht, dass die Pflegenden mit einem schlechten Gewissen zu kämpfen haben, etwa weil sie wegen der Belastung laut geworden sind, "oder einmal auf den Tisch gehauen haben". Dabei sei das nur menschlich. Denn die Angehörigen verbringen die meiste Zeit gemeinsam mit ihren Erkrankten und sind in hohem Maße gefordert und gebunden.

In dem Spezialkurs können Erfahrungen und Probleme angesprochen werden. Auf ihre Fragen erhalten die Teilnehmer Antworten, aber auch der Austausch ist wichtig - damit die pflegenden Angehörigen bemerken, dass sie nicht allein und allein gelassen sind. "Der Kurs hat mich auf meinem Weg ein Stück weitergebracht", sagte eine der Teilnehmerinnen. Sieben Frauen und ein Mann waren diesmal in Bad Bocklet dabei, die auch lernten, für sich selbst immer wieder etwas Gutes zu tun. Daniela Wehner hat die Erfahrung gemacht, dass Entlastungsangebote häufig aus Scham nicht genutzt werden.

Am Ende der Veranstaltung sorgen die Organisatoren auch für eine Auswertung. Es habe sich gezeigt, dass die Resonanz durchweg positiv ist, ergänzt Daniela Weh ner. Dennoch gibt es Menschen, die einen solchen Kurs nicht besuchen können, weil es zeitlich nicht machbar ist, oder wollen, weil sie vor der Gruppe nicht sprechen können. "Immer besteht auch die Möglichkeit, die Einzelberatung zu besuchen", sagt Daniela Weh ner. "Dabei kann ich ganz individuell auf spezielle Probleme eingehen."