70 Jahre lang hat Simon Söder (86) als Organist nicht nur in Waldberg die Gottesdienst musikalisch begleitet. Nun wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Pfarrer Hubert Grütz dankte Söder für sein unermüdliches Engagement um die Kirchenmusik. Eine Dankurkunde des Bischofs überreichte Grütz, denn Simon Söder wurden bereits schon alle Auszeichnungen überreicht, die das Bistum Würzburg für lang gediente Kirchenmusiker bereit hält.

Ein Original

Söder spielte nicht nur in der Waldberger Kirche, sondern in der gesamten Pfarreiengemeinschaft "Die Walddörfer" und darüber hinaus auch viele Jahre in den umliegenden Gemeinden. Er gilt als Waldberger Original, als ein Rhöner Musik-Urgestein, das zudem auch mit den "Rhönmusikanten" Musikgeschichte geschrieben hat. Musik ist die große Leidenschaft in Söders Leben. Zuverlässig, genau und vorbildlich sind sein Einsatz als Dirigent, Musikant und Ausbilder.

Üben auf der Trompete

Die musikalische Laufbahn von Simon Söder begann mit zehn Jahren. Eifrig übte er auf der Trompete seines Vaters. Schon zwei Jahre später, 1947, spielte er mit den Wallfahrern von Waldberg nach Maria Ehrenberg. Als 14-Jähriger erlernte er in der Kirchenmusikerschule der Augustiner in Münnerstadt das Orgelspielen. Dem damaligen Pfarrer Rudi Körner und seinem Vater habe er diese Ausbildung zu verdanken, die er im Juni 1951 erfolgreich abschloss. Seitdem spielte er in Waldberg ununterbrochen die Orgel. Besonders stolz ist Simon Söder, dass er nie gefehlt habe und schon gar nicht wegen einer "Musikanten-Zecherei" am Vorabend.

Viele Instrumente

An der Musikschule in Hammelburg bildete sich der junge Söder an verschiedenen Instrumenten weiter fort, um später selbst Musikschüler zu unterrichten. Auf die Frage welche Instrumente er spiele, antwortete er: Trompete, Klarinette, Klavier und Orgel, Jagdhorn und Feuerwehrhorn, Geige und Ziehharmonika.

Ab 1961 bildete er die ersten Musiker in Waldberg aus. Doch der Erfolg habe nie lange auf sich warten lassen, denn schon in kürzester Zeit konnten Söders Schüler bei kirchlichen Auftritten mitspielen. 1983 wurde Söder von der Gemeinde zum Dorfmusikmeister ernannt.

Besonderes Geschenk

Mit seiner Frau Maria ist er seit 1959 verheiratet. Sie hielt ihm stetes den Rücken frei. Vor einigen Jahren machte er seiner Frau ein ganz besonders Geschenk. Er malte die Noten zu dem alten Marienlied "Ave Glöcklein, läutet still" für seine Maria an die Scheunenwand. Dieses Dankeschön kann sie vom Küchenfenster aus sehen und sich jeden Tag daran erfreuen.