Es summt und brummt in den Lupinenbeständen in der Rhön. Das müsste doch jeden Insektenfreund freuen. Die blauen Wiesen sind in manchen Ecken der Schwarzen Berge schon fast zum Wahrzeichen für die Rhön geworden. Warum wird nun aber die Ausbreitung der Lupine auf den Wiesen der Rhön über ein Projekt des Landschaftspflegeverbandes Bad Kissingen, das die Gebietsbetreuerin Simone Hepp und die Untere Naturschutzbehörde (UNB) mit vorbereitet haben, seit ein paar Jahren bekämpft?

Die flächige Ausbreitung der einst zur Bodenverbesserung eingeführten Lupine verändert die gesamte Artenzusammensetzung der Rhönwiesen. Seltene Pflanzen, die gerne auf mageren Standorten wachsen, werden von der Lupine verdrängt. Die Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren geht drastisch zurück.

Solidarität wichtig

"Die Lupine hat sich in den letzten Jahren in der Rhön so stark ausgebreitet, dass eine flächenhafte Bekämpfung nur mit den Wiesennutzern, den Landwirten, erfolgreich sein wird", ist Elisabeth Assmann vom BN Bad Kissingen und aktuelle Gebietsbetreuerin für Sinn und Schwarzen Berge überzeugt. Es gibt auch über 70 neue Verträge mit Landwirten im Rahmen des Vertragsnaturschutzes, die einen möglichst frühen Mähzeitpunkt ab dem 1 Juni und auch zweimaliges frühes Mähen vorschreiben und damit das Aussamen der Lupinen verhindern sollen. Besonders engagierte Landwirte stechen die Lupinen auf ihren Flächen mühselig aus. Beim Zweikampf mit dem Ampferstecher (eine Art Grabegabel mit zwei spitzen Zinken) kommt man zwar schneller ans Ziel, aber dies ist verbunden mit harter körperlicher Arbeit. Die Pfahlwurzel geht tief in den Boden und muss komplett entfernt werden. Bleiben kleinste Teilstücke der Wurzel zurück, kann daraus eine neue Pflanze hervorwachsen. Momentan kontrolliert Linus Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde vor Ort in den Schwarzen Bergen, wie die gut die Pflegemaßnahmen umgesetzt werden.