Im Frühjahr 2019 besuchte eine Schülergruppe aus dem Landkreis Bad Kissingen die Region Tamar in Israel, im Sommer gleichen Jahres erfolgte der Gegenbesuch israelischer Schüler. Über diesen Jugendaustausch, der schon seit 1995 betrieben wird, wurde eine kleine Ausstellung durch die beteiligten Schüler und Projektmanager Felix Gartner erstellt, die eigentlich schon im Frühjahr im Rahmen der Jüdischen Kulturtage in Bad Kissingen gezeigt werden sollte.

Schon früher geplant

Auf Grund der aktuellen Coronasituation wurde diese Ausstellung mit dem Titel "Tamar - Bad Kissingen / Perspektiven" nun erst jetzt im Foyer des Landratsamtes eröffnet. Auf einer raumgreifenden Collage aus 160 Fotos, 27 Zitaten und elf Plakaten schildern die Jugendlichen aus dem Landkreis ihre Eindrücke vom Jugendaustausch mit der israelischen Partnerregion Tamar.

"Jugendliche, die etwas erleben wollten", diese Aussage machte eine Teilnehmerin dieses Jugendaustausches und Landrat Thomas Bold, der die Ausstellung eröffnete, nahm diesen Satz für seine Eröffnungsrede, denn "die Israelis waren genauso wie die Kissinger, Jugendliche, die etwas erleben wollten".

Die Ausstellung selbst wurde zusammengestellt von einer Gruppe Jugendlicher aus dem Landkreis Bad Kissingen, die ihre Smartphones und Digitalkameras nach geeigneten Motiven durchforstet haben. Projektmanager Felix Gartner stellt dazu fest: "Unser Anliegen besteht nicht darin, eine Ausstellung mit landschaftlichen Fotografien des Toten Meeres in Hochglanz zu präsentieren. Vielmehr sollen in dieser collagenartigen Zusammenstellung die Begegnungen der beteiligten Jugendlichen sowie deren Impressionen des Austausches sichtbar werden".

Ergänzt wird die Ausstellung, die noch bis zum 14. Oktober im Landratsamt zu sehen ist, durch ein kurzes Video, in dem die Jugendlichen ihre Eindrücke selbst kommentieren. Ab November ist die Ausstellung dann zu Gast in Bad Brückenau. Hintergrund für die Ausstellung und den Austausch ist die bereits seit über 20 Jahr andauernde Partnerschaft zwischen dem Landkreis Bad Kissingen und dem Tamar Regional Council in Israel. Landrat Thomas Bold betonte dazu: "Der Jugendaustausch zieht sich als roter Faden durch die Geschichte der Landkreispartnerschaft. Vor allem in Zeiten von zunehmendem Antisemitismus ist es umso wichtiger, dass nachfolgende Generationen den Kontakt aufrecht erhalten, sich mit der gemeinsamen Geschichte auseinandersetzten, Vorurteile über Bord werfen und gemeinsame Anknüpfungspunkte finden". Philipp Kreß, einer der beteiligten Schüler stellte fest "wenn ich über den Austausch nachdenke, dann schießen mir so viele Gedanken in den Kopf - vielleicht war es die beste Zeit meines Lebens". Denn, "dieses Programm bedeutet mir sehr viel, ich habe neue Leute kennengelernt, wahre Freundschaften geschlossen und gleichzeitig bestehende Beziehungen zu alten Freunden gestärkt." Weiter stellte der Schüler fest, dass es großartig gewesen sei, "dass wir es trotz kultureller und sprachlicher Unterschiede geschafft haben, neue Kontakte zu knüpfen und unser Bestes gegeben haben, um das Meiste aus jedem Tag herauszuholen".