Die aktuelle Exportstatistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik belegt, dass die Wirtschaftsregion Mainfranken bei ihrer Exportquote für das Jahr 2020 ein Minus von 1,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen hat. Damit sinkt die Quote auf nunmehr 43,0 Prozent (2019: 44,2 Prozent), teilt die IHK Würzburg-Schweinfurt mit.

"Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ist das unterm Strich jedoch ein sehr moderater Einbruch. Damit liegt die Exportquote auf dem Niveau der Jahre 2016/2017", analysiert Kurt Treumann, Bereichsleiter International bei der IHK, die Statistik. Im Jahr 2017 hatte die Quote bei 43,2 Prozent gelegen, im Jahr 2018 bei 44,7 Prozent.

Nur Landkreis Schweinfurt im Plus

Ein Blick ins Detail: Die beiden kreisfreien Städte Schweinfurt und Würzburg sowie alle mainfränkischen Landkreise (außer Schweinfurt) haben für 2020 einen Rückgang der Exportquote verzeichnet. Den stärksten Einbruch mussten die Landkreise Würzburg und Kitzingen mit einem Minus von jeweils 2,4 Prozentpunkten hinnehmen. Darauf folgt der Landkreis Main-Spessart (minus 1,8 Prozentpunkte), der Landkreis Haßberge (minus 1,5 Prozentpunkte), der Landkreis Bad Kissingen (minus 1,3 Prozentpunkte), die Stadt Würzburg (minus 1,1 Prozentpunkte), der Landkreis Rhön-Grabfeld (minus 0,7 Prozentpunkte) und die Stadt Schweinfurt (minus 0,4 Prozentpunkte). Einzig im Landkreis Schweinfurt ist die Exportquote im vergangenen Jahr um 0,8 Prozentpunkte gestiegen.

Risiken belasten weiterhin

"Für den Export mainfränkischer Waren und Dienstleistungen ist ein weiterhin positiver Verlauf der Corona-Pandemie von entscheidender Bedeutung", erklärt Treumann. Denn trotz eines verhaltenen Optimismus bleibe das Fahrwasser, in dem sich international aktive Firmen bewegen, auch weiter unruhig. Neben Märkten wie den USA und China sei der EU-Binnenmarkt für Warensendungen und Serviceleistungen von vitaler Bedeutung. Bei der Betrachtung der Exportquote müsse auch berücksichtigt werden, dass internationale Geschäfte durch Handelskonflikte, neue Zölle und Handelsbarrieren schon weit vor der Corona-Krise kontinuierlich torpediert worden seien, so Treumann. "Die Risiken im internationalem Geschäft werden nicht abnehmen. Dabei brauchen wir offene Märkte und unternehmerfreundliche Rahmenbedingungen. Eine Überregulierung ist Gift für die exportorientierte Wirtschaft."