Unter der Überschrift "Bildung ist mehr als Schule" diskutierten Jugendliche, Eltern und Lehrer über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Jugendarbeit. Tina Muck, Geschäftsführerin des Bezirkjugendrings Unterfranken, moderierte das Sommergespräch. Sie kritisiert das Verbot von Klassenfahrten und fordert mehr Handlungsspielräume für die Jugendarbeit ab Herbst.

Frau Muck, was bedeutet die Corona-Pandemie für die Jugendarbeit in Unterfranken?

Tina Muck: Sie war und ist eine große Herausforderung mit vielen Einschränkungen, weil Jugendarbeit landauf und landab nicht stattfinden konnte - sei es auf dem Volkersberg, in der offenen Jugendarbeit oder in Jugendverbänden. Sie ist aber auch mit viel Kreativität verbunden gewesen, während des Lockdowns trotzdem Kontakt zu den jungen Menschen zu halten. Das ging beispielsweise im Freien oder online.

Wie steht es finanziell um die Träger der Jugendarbeit?

Das ist ganz unterschiedlich. Es sind viele Veranstaltungen ausgefallen, so dass an verschiedenen Stellen wichtige Einnahmen für die Jugendarbeit weggefallen sind. Denken Sie nur einmal an den Bratwurst-Verkauf eines Verbandes beim örtlichen Gemeindefest des Karnevalsvereins zum Beispiel. Diese Einnahmen würden normaler Weise für die Jugendarbeit wieder eingesetzt werden. Außerdem haben weniger Maßnahmen stattgefunden, die staatlich gefördert wurden. Das könnte den Eindruck erwecken, dass auch in den nächsten Jahren weniger Geld benötigt wird. Dies ist falsch.