Was einmal ausgezeichnet geklappt hat, muss im nächsten Jahr nicht unbedingt wieder funktionieren. Der Schmuckhof sah auch diesmal bei der "Lounge" sehr schön aus; die hell erleuchteten Fenster des Weißen Saals, in dem der Staatsempfang stattfand, verstärkten die Ausleuchtung dieses Schmuckkästchens im Regentenbau. DJ Danny Reebo spielte angenehme Musik ein. Auch der erste Teil des Klassikparts mit zwei Klarinettisten der Bamberger Sinfoniker machte Freude, vor allem da sie Mozarts fröhliches Divertimento zu Themen aus seinem "Don Giovanni" mitreißend spielten.

Als sich der Empfang auflöste, sah man an drei Fronten frustrierte Gesichter: Die Bamberger Bläser, die die Melodien aus Mozarts "Figaros Hochzeit" spielten, drangen kaum noch durch, weil sich eine große Gruppe aus dem Weißen Saal in den Schmuckhof verlagert hatte und sich neben den Musikern mit ziemlicher Lautstärke unterhielt. Die Gäste, die Eintritt gezahlt hatten, versuchten, die Leute mit der überbordenden Feierlaune zur Ruhe zu bringen, was misslang. Die Bamberger Bläser hörten auf, der Applaus versickerte im Lärm.

Die dritte Gruppe der Frustrierten waren die netten jungen Leute, die die Bar im Schmuckhof betrieben, da sie nach der Öffnung der Türen zum Weißen Saal arbeitslos dastanden, keiner mehr ihre Getränke abnehmen wollte, da man sich drinnen beim Empfang kostenlos bedienen konnte.
Schade! Ein solches Zusammentreffen zweier Veranstaltungen auf engstem Raum sollte man wohl vermeiden, obwohl man gerade an diesem Abend den Klassikpart prominent besetzen konnte, hatten doch die Bamberger Symphoniker vorher im Max-Littmann-Saal gespielt.