Bürgermeister Ernst Stross (SPD) betonte, mit dem Antrag sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Es solle zunächst ausgelotet werden, ob der Bau von Windrädern dort überhaupt genehmigungsfähig wäre.

"Wertschöpfung bleibt in Region"


Diplom-Ingenieur Gunter Häckner warb für das Projekt (siehe Infokasten). Er hat auf Wunsch des Agenda-21-Arbeitskreis "Wohnen, Energie und Klimaschutz" kommunale Flächen in Hammelburg und seinen Stadtteilen auf eine Eignung hin untersucht. Die Bürger sollten sich an den Windrädern beteiligen, sagte Häckner. So werde eine "Demokratisierung der Energieversorgung" möglich. Die Betreibergesellschaft könnte eine GmbH und Co. KG sein oder eine Genossenschaft.
Beim Bau der Windräder auf Grundstücken der Stadt erhielte diese zudem Pachteinnahmen, die wieder der Allgemeinheit zugute kämen. "Die Wertschöpfung bleibt damit zu 100 Prozent in der Region", unterstrich Häckner. Der von der Staatsregierung vorgeschriebene Mindestabstand der Anlagen zur Wohnbebauung betrage 800 Meter. In Feuerthal wären es 1041 Meter. Beim Schattenwurf seien keine nennenswerten Beeinträchtigungen zu erwarten. Und bei der Schallentwicklung würden selbst die niedrigen Grenzwerte für ein Kur- oder Feriengebiet deutlich unterschritten.

"Beeinträchtigt Tourismus"


Albert Trost, Ortssprecher von Obererthal, warnte vor negativen Auswirkungen für das Thulbatal. Das Tal liege auf 200 Metern Höhe, der Bergkamm, auf dem die Anlagen geplant seien, rund 140 Meter höher. Wenn hier Windräder mit einer Nabenhöhe von 140 Metern errichtet würden, beeinträchtigten sie massiv das Landschaftsbild.
Das Tal sei wichtig für den Tourismus, durch den Schattenwurf könnten Radfahrer gestört werden. Das gelte ebenso für Gestüt und Ferienwohnungen bei Obererthal sowie Skinautica-Anlage und Campingplatz bei Thulba. Zudem verwies Trost darauf, dass Gläubige zum Gebet zum Feuerthaler Kreuz kämen und meldete Zweifel an, ob das bei Schattenwurf und Schall der Windräder noch möglich sei.
Darüber hinaus gebe es ein Wasserschutzgebiet mit zwei Quellen, das durch die Fundamente beeinträchtigt werden könnte. Albert Trost appellierte an die Stadt, mit den Gemeinden Elfershausen und Oberthulba über eine gemeinsame Lösung in Sachen Windkraft zu reden.
Gunter Häckner erklärte, dass Untersuchungen zufolge 70 bis 80 Prozent der Touristen Windkraftanlagen nicht als störend empfänden, sondern eher als positiv. Um einen unerwünschten Schattenwurf der sich drehenden Rotorblätter zu vermeiden, lasse sich die Anlage auch stundenweise abschalten. Und die Fundamente der Windräder seien Betonplatten, die etwa 3,50 Meter tief gründeten und damit keine Gefahr für das Grundwasser darstellten.
Jürgen Armbruster, Ortssprecher von Feuerthal, erklärte, dass etwa fünf Prozent der Ortsbürger die Windräder ablehnten, während rund zehn Prozent damit einverstanden wären. Die große Mehrheit habe keine Meinung. Er plädierte dafür, mit Fuchsstadt über eine im Regionalplan für die Windkraftnutzung vorgesehene Fläche südöstlich der Gemeinde zu reden. Hier habe auch die Stadt Grundstücke und es könnte ein größerer, gemeinsamer Windpark der beiden Kommunen entstehen. Gunter Häckner erklärte, weil dieser Standort niedriger liege, wären zuvor genaue Untersuchungen nötig, ob eine Windkraftnutzung hier rentabel wäre.
Zwölf Millionen Kilowattstunden Strom könnten die zwei Windräder bei feuerthal laut Diplom-Ingnieur Gunter Häckner jährlich erzeugen. Das sind etwa 18 Prozent des Gesamtstromverbrauchs von Hammelburg. Die Anlagen leisten jeweils bis zu drei Megawatt. Ihre Nabenhöhe beträgt 140 Meter, der Rotordurchmesser 100 Meter.
Zehn Millionen Euro würde das Projekt kosten. Zur Finanzierung schlägt Häckner folgendes Modell vor: ein Drittel durch Bürgerbeteiligung sowie zwei Drittel durch Fremdkapital, zum Beispiel in Form von Krediten regionaler Banken. Die Rendite der Anlage für Geldgeber wird auf fünf bis sieben Prozent geschätzt, die Pachteinnahmen der Stadt auf 30 000 Euro. Nach dem Erneuerbare Energien Gesetz gibt es eine garantierte Vergütung für den Strom aus Windkraft, die in den nächsten Jahren aber degressiv sinkt. Heuer sind es noch 9,51 Cent pro Kilowattstunde, ab 2013 nur noch 9,27 Cent.