Eng geht's zu im Kleinbracher Feuerwehrhaus: Um an ihre Spinde zu kommen, müssen die Floriansjünger erst einmal durch ihr Fahrzeug krabbeln, das zum Glück an beiden Seiten Schiebetüren hat. Keinen halben Meter breit ist der Platz zwischen den Schränken und dem roten Auto, Baujahr 1981. Bis zur Rückwand und vorne am Tor sind es sogar nur wenige Zentimeter. "Wir müssen das Tor von außen aufschließen, von innen kommen wir gar nicht ran", erklärt Kommandant Matthias Mahlmeister.

Eingeschworene Gemeinschaft

Die Kleinbracher Feuerwehr ist eine eingeschworene Gemeinschaft. Geht es um ihr kleines Feuerwehrhaus, kommen gleich zehn Mann zum Termin. "Was wir wollen, ist ein vernünftiges Feuerwehrauto in der gleichen Qualität, Größe und Güte", bringt Schriftführer Klaus Peter Naujoks die Meinung des Vorstandes auf den Punkt. Den jetzigen Plan, lediglich einen Mercedes Vito anzuschaffen und die Tragkraftspritze mit einem Anhänger zu transportieren, lehnt unter anderem Wolfgang Lutz ab, der ab 1. Mai für die CSU im Stadtrat sitzt. "Das wäre vermutlich die erste Wehr weit und breit, die mit Anhänger zum Einsatz fährt", regt er sich über den Vorschlag auf.
Deshalb hat auch die Noch-CSU-Fraktionssprecherin Klaudia Schick bei den Haushaltsberatungen angeregt, statt eines nicht zuschussfähigen Kleinlöschfahrzeugs lieber das Feuerwehrhaus zu erweitern und ein größeres Fahrzeug zu kaufen. Mehr als acht Stunden hat alleine die Abschluss-Beratung des Haushaltes 2014 gedauert. Zu einer Lösung für Kleinbrach sind die Stadträte aber dennoch nicht gekommen. Deshalb ist das einer der offenen Punkte, mit denen der 44-Millionen-Haushalt am Mittwoch dem Stadtrat vorgelegt wird.
"Ein größeres Fahrzeug wäre trotz Förderung ähnlich teuer", betonte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD), dass durch den Zuschuss wenig zu sparen sei. Aber: "Ein Anbau würde richtig Geld kosten." Dem widersprechen die Kleinbracher jedoch: "Die Stadt müsste nur das Material stellen, den Rest würden wir in Eigenleistung machen", verspricht Kommandant Mahlmeister. Mit Bautechniker Peter Schillig hat die Wehr auch ein Mitglied, das sich bereits Gedanken gemacht hat: Aus seiner Sicht wäre es das einfachste, die provisorische Festhalle hinter dem Gebäude durch eine Fahrzeughalle zu ersetzen.

"Dünne Personaldecke"

"Wir warten seit Jahren auf eine Lösung", betont Kommandant Mahlmeister und ist enttäuscht, dass sich vor den diesjährigen Haushaltsberatungen wieder niemand bei der Feuerwehr gemeldet hat. Stadtbrandinspektor Harald Albert dagegen verteidigt die kleine Lösung: "Die Wehr hat nur eine dünne Personaldecke", sagt Albert. Deshalb sei aus seiner Sicht die Lösung mit einem Vito samt Anhänger denkbar. Weniger gehe aber auf keinen Fall: "Da sind keine Kürzungen mehr möglich, sonst müsste man sagen, dass man die Feuerwehr ganz auflöst."
83 Mitglieder hat die Kleinbracher Feuerwehr. Bei nur 380 Einwohnern im kleinsten Bad Kissinger Stadtteil eine stolze Zahl. "Wir sind hier in Kleinbrach der einzige Verein überhaupt", verweist Schriftführer Naujoks darauf, dass die Wehr darüber hinaus eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfüllt.


Haushalt Im Bereich Feuerlöschwesen sind für heuer insgesamt 390 550 Euro vorgesehen. Größte Einzel-Investition ist die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs mit Wassertank für die Feuerwehr Albertshausen, das 147 000 Euro kosten soll, 37 700 Euro an Zuschüssen sind dafür eingeplant. Für die Bad Kissinger Feuerwehr ist ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug eingeplant. Das kostet 290 000 Euro, allerdings ist die Investition auf 2014 mit 120 000 und 2015 mit 170 000 Euro aufgeteilt. Ebenfalls aufgeteilt auf die kommenden beiden Jahre ist ein neues Fahrzeug für die Winkelser Wehr, heuer fallen die ersten 53 000 Euro an. Für das Klein-Löschfahrzeug der Feuerwehr Kleinbrach stehen 55 000 Euro, für die Umrüstung auf Digitalfunk 62 000 Euro (minus 24 300 Euro Zuschuss) und für sonstige Anschaffungen 15 000 Euro im Haushalt.

Kleinbrach Das aktuelle Fahrzeug der Kleinbracher Wehr ist aus dem Baujahr 1981. Es steht in einer Garage,die nur 5,14 Meter lang, 4,32 Meter breit und 2,70 Meter hoch ist und auch die Spinde beherbergt. Die Tragkraftspritze ist in einer Nebengarage untergebracht.