Sie ist nach den Worten von Klaus Eisenmann, dem Ehrenamtsbeauftragten des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) im Kreis Rhön, seit vielen Jahren eine Kultveranstaltung: die DFB-Sonderehrung. Nachdem die Ehrung aufgrund der Corona-Pandemie zuletzt nicht stattfinden konnte, wurden in diesem Jahr wieder Frauen und Männer ausgezeichnet, die sich im Kreis Rhön im Ehrenamt für den Fußball engagiert haben.

BFV-Bezirksvorsitzender Jürgen Pfau ging in seiner Rede zunächst auf die Corona-Zeit ein, die vieles verhindert habe. Dennoch konnte der Spielbetrieb - wenn auch mit mit Einschränkungen - aufrechterhalten werden. "Ohne das ehrenamtliche Engagement hätten wir die letzten zwei Jahre nicht geschafft", war sich Pfau sicher. Die Geehrten hätten alle ein riesengroßes Engagement gezeigt. Was in den Vereinen geleistet worden sei, sei nicht bezahlbar.

Pfau erklärte aber auch, dass der Kreis Rhön stärker von der demografischen Entwicklung betroffen sei als die großen Städte. "Uns gehen die Kinder verloren. Wichtig ist es daher, neue Spielformen und Spielideen aufzugreifen. Wir müssen schauen, dass die Kinder im Training jede Minute kicken", unterstrich der BFV-Bezirksvorsitzende.

Ehrengast der DFB-Sonderehrung in Sondheim/Grabfeld war Erwin Albert, der vom BFV-Kreisvorsitzenden Rainer Lochmüller interviewt wurde. Der 68-jährige Ex-Profi begann seine Laufbahn beim FC Bundorf. Als Torschützenkönig wechselte er 1977 vom FC Haßfurt durch die Vermittlung von Luggi Müller zum Bundesligisten Hertha BSC. Dort wurde er aber nur zweimal eingewechselt. Er verließ die Hertha und spielte anschließend acht Jahre in Belgien beim KSK Beveren. Gleich in seiner ersten Saison wurde er mit 28 Treffern Torschützenkönig, wurde zweimal belgischer Meister und erreichte im Europapokal das Halbfinale gegen den FC Barcelona. "Es waren wunderschöne Jahre", erinnerte sich Albert gern an seine Zeit in Belgien.

1986 kehrte er in seine unterfränkische Heimat zurück, spielte vier Jahre beim FC Schweinfurt 05, mit dem er 1990 in die 2. Bundesliga aufstieg. Im letzten Saisonspiel erlitt er aber gegen den 1860 München einen Beinbruch, woraufhin er seine Spielerkarriere beenden musste. Es folgten verschiedene Trainerstationen in Unterfranken. Mit der Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft war er oft unterwegs und spielte dabei in einem Team mit Franz Beckenbauer oder Jürgen Grabowski. Die Geehrten in Sondheim/Grabfeld bezeichnete er als verdiente Helden, die nun den "Lebensoskar" erhalten.

Die Geehrten sind Elvira Breier (TSV Mellrichstadt), Siegfried Eyrich (TSV Stangenroth), Anton Hahn (TSV Aschach), Roland Hauck (TSV Hausen), Wolfgang Knies (TSV Bad Königshofen), Udo Loibersbeck (DJK SV Premich), Heinz Mauer (TSV Irmelshausen), Karin Müller (RSV Wollbach), Andreas Ruppert (1. FC Hammelburg), Christian Schipper (SC Diebach), Stefan Schmitt (SV Riedenberg), Wolfgang Schneider (TSV Ebenhausen), Heiko Zehe (TSV Ostheim).Heiko Rebhan