Dass Bezirksligist FC Thulba als Toto-Pokal-Sieger im Fußballkreis Rhön in der ersten Hauptrunde auf Landesebene (Anpfiff: Dienstag, 18 Uhr) auf den TSV Aubstadt trifft, ist aus dreierlei Gründen eine richtig gute Sache. Der Regionalligist hat zuletzt besonders in den Heimspielen einen sehr attraktiven Fußball gespielt, hatte zum Zeitpunkt der Auslosung gerade Viktoria Aschaffenburg 4:0 geschlagen. Sein Trainer Victor Kleinhenz war vor seinem Engagement in Aubstadt Spielertrainer in Thulba, hat den FC von der Kreis- in die Bezirksliga geführt. Und dann den Schritt nach Aubstadt gewagt, noch als 28-Jähriger, in die Regionalliga.

Grund drei: André Betz, sein jetziger Co-Trainer, war in Thulba vier Jahre lang sein Vorgänger, ehe er als Bayernliga-Trainer nach Großbardorf wechselte. Irgendwie schließt sich also ein Kreis. Es mag Zufall oder einfach keine Zeit gewesen sein, dass Kleinhenz immer noch im Trikot der Gelb-Schwarzen auf der Thulbaer Homepage auf dem Foto im Spielerkreis zu sehen ist. Oliver Mützel ist längst sein Nachfolger, wurde mit dem FC Frankonia in der Abbruch-Saison Vierter.

Die beiden aktuellen Aubstädter Trainer nennen den FC Thulba, mit Anführungszeichen versehen, ihren "Heimatverein". André Betz kommt aus dem Wartmannsrother Ortsteil Windheim, wechselte in der U19 nach Thulba und spielte dort zehn Jahre mit Aufstiegen bis zur Bezirksoberliga. Es folgten drei Jahre als Spielertrainer bei der SG Morlesau/Windheim und noch einmal vier Jahre beim FC Thulba, wo er in der Kreisklasse wieder anfangen musste.

Victor Kleinhenz wurde fünf Jahre in der Jugend des FC Schweinfurt 05 ausgebildet, ging zurück für sechs Jahre zu seinem Heimatverein Wartmannsroth und kam dann auf Wunsch von Betz, man kannte sich natürlich seit Jahren, als dessen Nachfolger zum FC Thulba. Er vollendete als Spielertrainer den Plan von Betz und dem FC, in vier Jahren von der Kreisklasse in die Bezirksliga zurückzukehren. Beide bestätigen, dass ein Wohlfühl-Klima in Thulba herrschte. "Aufgrund der Dauer hat man sich wie bei seinem Heimatverein gefühlt", bestätigen beide während der Busfahrt nach Buchbach, wo Aubstadt ein 1:1 mitnahm: "Es war eine richtig geile Zeit, die wir nicht missen wollen." Dass noch eine Art Wurzel-Beziehung da ist, mögen beide nicht leugnen. Betz fand in Thulba sogar die Frau fürs Leben. Beide verfolgen natürlich heute noch gern das ein oder andere Spiel ihres Ex-Vereins, soweit das möglich ist: "Wir kommen dahin immer gern zurück und freuten uns auch, als die Auslosung bekannt wurde."

Was ist das Spezielle am FC Thulba? "Aus der Landesliga-Zeit war noch viel da gewesen, als ich mit 18 dahin kam", verrät Betz. "Es waren viel Professionalität und Strukturen da, die es in anderen Vereinen noch nicht gab. Das ganze Dorf war interessiert, es war alles erfolgsorientiert." Ihren Nach-Nachfolger Oliver Mützel kennen die beiden natürlich ebenso sehr gut. "Es gibt den Austausch, wenn man vor Ort ist und ein gutes Miteinander. Wir sind ja selber daran interessiert, dass es in Thulba gut weitergeht", sagt Betz.

Dass man jetzt als Gegner auf den Platz neben dem Wasserski-See kommt, stört Kleinhenz und Betz nur vom Begriff "Gegner" her. "Das gehört nun mal zum Fußball. Freundschaften gibt es vorher und nachher, garantiert. Wir kommen immer wieder gern heim. Wir freuen uns, dass wir uns mit unserer neuen Mannschaft vorstellen dürfen. In den 90 Minuten wollen wir aber den Erfolg und im Pokal weiterkommen." Diese Mannschaft werde natürlich um einiges anders aussehen als beim Anpfiff in Buchbach. Lukas Wenzel rückt ins Tor und Spieler auf das Feld, die zuletzt etwas weniger Einsatzzeit hatten.

Für die Begegnung sind 700 Zuschauer zugelassen. Da sollte also jeder sein Plätzchen im FC-Stadion finden.Rudi Dümpert