TSV Karlburg - TSV Großbardorf 0:1 (0:0). Tor: 0:1 Simon Snaschel (85.). Gelb-Rot: Xaver Müller (75., Großbardorf).

Während die Sonne am späten Samstagnachmittag unterging, waren rund um die Bank des gastgebenden TSV Karlburg trübe Mienen zu sehen. 0:1 (0:0) hatte der Tabellenvorletzte das unterfränkische Duell gegen den TSV Großbardorf verloren, nur wenige Minuten hatten den Hausherren zum Punktgewinn gefehlt. Diesen hatte allerdings ein Gästespieler verhindert, der erst in der 55. Minute aufs Spielfeld gekommen war: Stürmer Simon Snaschel, der in der laufenden Saison mit 20 Toren genau einen Treffer mehr erzielt hat als alle Karlburger Kicker zusammen und der so oft getroffen hat wie kein anderer Spieler in dieser Bayernliga-Runde.

"Ich hatte Knieprobleme und wollte eigentlich erst gar nicht spielen", erklärte der 30-jährige Angreifer, warum ihn sein Trainer Andreas Brendler zunächst auf der Bank gelassen hatte. Doch zehn Minuten nach der Pause kam Snaschel doch für Tim Strohmenger, der erst in der Winterpause vom Kreisligisten FV Gemünden/Seifriedsburg ins Grabfeld gewechselt war und so nur 15 Kilometer von seiner Heimat entfernt in der Startformation stand. Lange war der Gast zwar der spielerisch überlegene Team gewesen, ein Arbeitsnachweis wurde Karlburgs Torwart Jonas Kohlhepp aber nicht abverlangt, weil Großbardorf zunächst wenig zwingend agierte.

Das änderte sich mit der Einwechslung des Toptorjägers, gegen den Kohlhepp zunächst aus kurzer Distanz rettete (66.) und der einen Konterangriff freistehend neben das Gehäuse schlenzte (78.). Dann aber ließ Snaschel mit einem Solo an der Strafraumkante zwei Gegenspieler stehen und markierte mit einem Kunstschuss aus spitzem Winkel den einzigen Treffer der Partie (85.). "Es war ein Traumtor", gab auch Karlburgs Trainer Markus Köhler zu.

Der Coach der Einheimischen musste nach dem Schlusspfiff seine Spieler aufrichten, denn diese waren nach einer engagierten Vorstellung leer ausgegangen. "Die Jungs haben alles gegeben", bemerkte Köhler und wies darauf hin, dass ihm ein halbes Dutzend Spieler gefehlt hätten. Unter anderem, weil ein Karlburger mit Coronavirus infiziert worden ist, mit ihm mussten drei Teamkollegen in Quarantäne. Einmal war die Heimelf sogar der Führung sehr nahe gewesen: Nachdem Großbardorfs Xaver Müller sich wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte eingehandelt hatte, hatte die Gästeabwehr kurzzeitig Zuordnungsprobleme. Karlburgs Kapitän Marco Schiebel kam zweimal hintereinander aus kurzer Distanz zum Schuss, wurde aber beide Male abgeblockt (76.).

Kein Bayernliga-Niveau

"Karlburg hat das gut gemacht, gekämpft und kaum etwas zugelassen. Aber insgesamt hatte das Spiel kein Bayernliga-Niveau", merkte Großbardorfs Trainer Andreas Brendler an. Auch die Gäste waren mit einer Reihe von Ausfällen angereist: So fällt Regisseur Stefan Piecha mit einer Knieverletzung aus, Stammkeeper Julian Schneider hatte sich unter der Woche im Training verletzt und wurde von Justin Reichert vertreten.

"Aber wenn man es sich leisten kann, den Liga-Torschützenkönig erst nach einer Stunde einzuwechseln, zeigt das, dass die Qualität, die bei Großbardorf auf der Bank ist größer ist als die bei uns", brachte Karlburgs Trainer Köhler den Umstand auf den Punkt, der in dieser Partie den Unterschied gemacht hatte.

Großbardorf: Reichert - Kaufmann, Kirchner, Reitstetter, Schwab (55. Reith) - Illig, Landeck (73. Rützel) - Dietz (68. Böhm), Weiß, Müller - Strohmenger (55. Snaschel).