Hammelburg Volleys - GSVE Delitzsch 3:1 (20:25, 25:16, 25:17, 25:17).
Nicht dass die Hammelburger das Schielen beginnen, dann wird"s nämlich richtig schwer mit gutem Volleyballsport. Aber die latente Gefahr ist ja da, weil die Saalestädter beim Blick auf die Tabelle gerne nach oben blicken wollen, aber gleichzeitig auch nach unten schauen müssen. Der gute Kader gibt allemal einen Spitzenplatz her, aber eine Garantie darauf gibt es halt keine bei dieser in weiten Teilen so ausgeglichenen 2. Bundesliga Süd, in der es zwar "nur" zwei Absteiger gibt. Was sich aber als nicht so wenig erweist eingedenk der Tatsache, dass die Perspektiv-Teams aus Friedrichshafen, aktuell Letzter, und Frankfurt, aktuell, Drittletzter, nicht absteigen können. Viertletzter ist der GSVE Delitzsch - und rangiert damit schon auf einem Abstiegsplatz. Hätten die Sachsen an der Saale gewonnen, wären sie auf drei Punkte dran gewesen an den Unterfranken, jetzt sind es satte neun Zähler Rückstand. Komfortabel für die Hammelburger, die auch nur sechs Punkte hinter dem Zweiten vom SV Schwaig zurückliegen (der freilich ein Spiel weniger ausgetragen hat). Spitzenreiter Eltmann ist acht Punkte weg, hat seine Verletzlichkeit aber erst am Samstag gezeigt bei der 0:3-Klatsche beim Dritten vom TSV Grafing.

Unterschätzt wurde Delitzsch also sicher nicht. Und die Qualität der Sachsen wurde bereits mit dem ersten Ballwechsel deutlich, der gleich einmal Überlange hatte. Mit positivem Ausgang für die Jungs von der Saale, die nach Oscar Benner auch kurzfristig auf Moritz Rauber verzichten mussten, der im Training einen Kopftreffer kassiert und eine leichte Gehirnerschütterung davon getragen hatte. "Da wollten wir nichts riskieren", sagte Tado Karlovic, der überhaupt die Rotationsmaschine angeworfen hatte. Star-Angreifer Peter Wolf saß nämlich über das komplette Spiel auf der Bank, dafür durfte mal wieder Kapitano Felix Bendikowski ran, der nach auskurierten Wehwehchen eine ebenso starke Vorstellung lieferte wie Georg Wolf, bislang ebenfalls mit überschaubaren Einsatzzeiten ausgestattet.


Netzattacken von Georg Wolf

Verloren ging der erste Satz dennoch. Beim 20:19 führte Delitzsch erstmals, um mit einem famosen Endspurt ans Ziel zu kommen. "Da war unser Gegner richtig stark. Für uns war da nichts zu machen. Aber wir haben danach die Ruhe bewahrt", sagte Trainer Tado Karlovic. Während bei der Truppe aus der 25000-Einwohner-Stadt nur noch wenig zusammenging, überzeugten die Gastgeber als Mannschaft, die über einem 8:4, 14:5 und 21:11 den sicheren Satzgewinn ansteuerte. Schnell korrigiert hatten die Hammelburger auch den 2:5-Rückstand in Abschnitt drei, in dem vor allem Georg Wolf zur Netzattacke blies, hernach aber den Bescheidenen gab. "Ich spiele ja schon lange genug höherklassigen Volleyball. Und ich wusste, dass wir das Spiel noch drehen können. Wir sind generell angriffsstark, aber auch Annahme und Aufschlag können sich sehen lassen. Vor allem in den wichtigen Situationen haben wir gut aufgeschlagen", sagte der spätere Gold-MVP.

Wichtig wurde es im vierten Satz, der mit einem 1:7 übel begann. Was folgte, war die emotionalste Phase im Match. Die 600 Fans vergaßen jedwede vorweihnachtliche Besinnung und erhoben die Stimme. Dazu passend gab Karlovic mit Handeinsatz den Chorleiter. Punkt um Punkt begann die Aufholjagd, die bei Delitzsch ihre Spuren hinterließ. Das 10:10 bedeutete den ersten Ausgleich, das 14:13 die erste Führung. Es ging dahin mit den Sachsen, die beim 19:14 endgültig geschlagen waren. Weiter geht es für die Volleys am 7. und 13. Januar mit den Gastspielen in Unterhaching (10.) und Karlsruhe (8.), ehe am 20. Januar der Vorletzte aus Leipzig (13.) gastiert. Allesamt lösbare Aufgaben. Mit drei Siegen aus diesen Spielen ginge der Blick nur noch nach oben, , die Schiel-Gefahr wäre gebannt.