TV/DJK Hammelburg - SV Lohhof II 3:2 (25:14, 15:25, 19:25, 25:19, 15:11).
Wie lange hatte man mit den Hammelburger Damen mitgefiebert und wollte diesen einen Satz schreiben: Endlich gewonnen! Die Hammelburger First Ladies haben sich gegen den SV Lohhof II den ersten Sieg der Saison im Tie-Break gesichert. "Das war eine komische Situation: Auf der einen Seite habe ich mich richtig richtig doll gefreut über diesen Sieg, auf der anderen Seite konnte ich erst mal nicht so richtig abfeiern. Dafür ist es zu spät in der Saison", sagte Trainer Oliver Möller. Auch die Mannschaft selbst realisierte es erst einmal nicht wirklich: "In den ersten Sekunden nach dem Ende haben wir uns alle ein wenig ungläubig angeschaut, aber dann brach der Bann bei den Mädels", sagte Möller.


Mehr Fans als sonst in der Halle

Dieser Sieg ist nicht nur für das Team eine Belohnung für diese harte Saison mit vielen Tiefen, bei der am Ende der Abstieg steht. Es war auch eine Belohnung für die Fans, die die Gunst der Stunde genutzt hatten und zahlreich in der Halle erschienen waren. Sie sahen schließlich fünf spannende Sätze und den ersten Sieg dieser Saison. "Wir haben furios angefangen und keine Fehler im ersten Satz gemacht", erläuterte Oliver Möller. Sein Team hielt den Druck gegen die Lohhoferinnen, denen man die lange Anfahrt anmerkte, konstant hoch und "schoss sie vom Feld".
Im zweiten Durchgang berappelte sich Lohhof wieder, beide Mannschaften begegneten sich bis zum 12:12 auf Augenhöhe. "Ab dann sind wir ein bisschen in jene Lethargie verfallen, die uns schon die ganze Saison über ein wenig verfolgt", sagte Möller. "Wir konnten uns nicht befreien und so verloren wir sehr deutlich." Die Personalsituation war wie so oft in dieser Saison extrem angespannt. Beruflich bedingt schaffte es Christin Heim erst gegen 19 Uhr in die Saaletalhalle, Linda Urbaniec fehlte wegen ihrer Examensvorbereitung. Laura Schmitt lag die Woche über flach mit Magen-Darm-Infekt, spielte gegen Lohhof aber durch. Eva Wüscher aus der zweiten Mannschaft half aus, Oliver Möller wechselte sie im zweiten und dritten Satz ein, "um Laura Luft zu geben".


Nicht in das alte Muster gefallen

Am Anfang des dritten Durchgangs dachte der Coach, dass sein Team ins alte Muster zurückfallen würde. Hammelburg lag mit 1:6 zurück, aber eine Auszeit half der Mannschaft, die dann ordentlich aufholte. Die Hammelburgerinnen zeigten sich auf einmal auf einem konstanteren Niveau, "leider reichte es nicht zum Satzgewinn", sagte Möller. "Aber ich muss gerade Selina Helfmann ein riesen Kompliment machen, die aus dem kleinen Loch, in dem sie steckte, wieder herauskam." Für einen Zuspieler, auf dem die ganze Verantwortung lastet, sind solche Situationen, in denen sich die Hammelburger während der Saison befanden, extrem hart. Für Möller stand fest: "Dass Selli aus ihrem Loch herauskam, war das Kriterium, warum wir das Spiel zu unseren Gunsten entschieden haben."

Das Team startete Aufschlagserien ohne Ende. Auch Melanie Basmer, die eigentlich nicht für ihre Aufschlagstärke bekannt ist, machte ein hervorragendes Spiel. Genauso wie Johanna Wüscher, der der Trainer ein Extra-Lob aussprach. Den vierten Satz gestaltete die Mannschaft ausgeglichen, auch wenn sie anfangs zurücklag. "Ich habe keine Auszeiten in diesem Satz gebraucht, Lohhof hat gleich zwei genommen", sagte Möller. Einmal beim Stand von 9:7 für Hammelburg, dann beim Stand von 15:11. Hammelburg war immer im Spiel und zwang Lohhof zu Fehlern. Die Gäste hatten nicht den besten Tag erwischt, und so ging es in den Tie-Break. Dort entwickelte sich ein Hin und Her, doch dann schlugen die Hammelburgerinnen druckvoll auf. "Wir haben unseren Stiefel durchgezogen und das Spiel angenommen", sagte Oliver Möller und war mächtig stolz auf sein Team. "Leider kam der erste Sieg ein bisschen spät, aber wir haben gezeigt, dass wir es können."

Druck hatte er seiner Mannschaft nie gemacht. "Das wäre das pädagogisch Unwertvollste in dieser Saison gewesen, die einfach verhext war." Vorwürfe hätte Oliver Möller sich nur gemacht, wenn um das Team herum alles super funktioniert hätte. Aber so war er schon froh, wenn er wenigstens sechs Spielerinnen auf das Feld gebracht hatte. "Wir freuen uns einfach über den Sieg und genießen das Gefühl", resümierte Möller.