TSV Partenstein - FC Bad Brückenau 35:23 (19:14).

Der legendäre Spessart-Fluch des FC Bad Brückenau ist ganz offensichtlich noch nicht vollständig überwunden. In der Heuberghalle in Frammersbach setzte es zum Saisonauftakt eine deutliche Niederlage für die Sinnstädter gegen den TSV Partenstein, der zu Beginn dieses Jahres den ehemaligen Bundesliga-Handballer Otto Fetser verpflichtet hat.

Den kennen die Bad Brückenauer nur allzu gut. Der frühere Außenspieler des TV Großwallstadt war im Jahr 2015 im Dress der TG Heidingsfeld maßgeblich daran beteiligt, dass dem FC Bad Brückenau der über mehrere Jahre ersehnte Aufstieg in die Bezirksoberliga wie so oft verwehrt blieb.

Auch am Wochenende hatten die Sinnstädter mit dem erfahrenen Ex-Profi ihre liebe Not. Auf den Außenbahnen ist Fetser nach wie vor eine kaum zu stoppende Urgewalt. Sein Drang in Richtung gegnerisches Tor ist ungebrochen und bescherte ihm stolze neun Treffer gegen die Rhöner, die auf ihre beiden Stammkeeper Peter Feuerstein und Thomas Bieber verzichten mussten. Patrick Krist rückte in den Brückenauer Kasten nach. Er hatte allerdings in der Bezirksoberliga bis dato nur sehr selten längere Einsatz-Zeiten.

Zunehmend Fehler im Abschluss

Mit zunehmender Spieldauer häuften sich bei den Sinnstädtern die Fehler im Abschluss, sodass die Partensteiner den Abstand von Minute zu Minute vergrößerten, um so einen ungefährdeten Heimsieg zu landen.

Für den Bad Brückenauer Coach Oliver Hilbert-Probeck steht außer Frage, dass der TSV Partenstein mit seinem personell verstärkten Kader in dieser Saison ganz sicher um den Titel mitspielen wird. Um die eigenen Ambitionen für den FC ist es da ein wenig anders bestellt: Einen Platz im oberen Tabellendrittel möchte der Brückenauer Trainer gerne erreichen, um möglichst nichts mit dem Abstiegsgespenst zu tun zu bekommen.

Aufgrund der Einschränkungen bei den Zuschauerzahlen verzichteten die treuen Bad Brückenauer Anhänger diesmal komplett auf einen Auswärtsbesuch im Spessart. Noch ist nicht ganz klar, wie viele Fans am kommenden Wochenende beim geplanten Heimspiel gegen den TSV Rödelsee zugelassen werden können. Auch am zurückliegenden Spieltag dominierten in den unterfränkischen Klassen die Spielabsagen im Zusammenhang mit Corona und dem dazugehörigen Hygiene-Konzept.

Tore für Bad Brückenau: Simon Weiner (5), Nick Schumm (4), Simon Dietrich (3/1), Michael Müller (3), Dominik Hüfner (2), Jan Markovics (2), Georg Hoch (2), Niklas Gerlach (1), Lukas Heil (1).

TV/DJK Hammelburg - MHV Schweinfurt 09 22:10 (11:3).

Gegen die Handballmannschaft aus Schweinfurt konnte die Hammelburger Sieben einen auch in dieser Höhe nie in Frage stehenden Sieg herauswerfen. Aus einem sehr stabilen Abwehrverbund heraus musste die überragende Torfrau Sandra Fischer nur dreimal in den ersten 30. Spielminuten hinter sich greifen.

Erst in der 17. Spielminute gelang den in der letzten Spielsaison noch in der Bezirksoberliga spielenden Gästemannschaft der erste Treffer. Nicole Simon in der Hammelburger Abwehrmitte ließ ein ums andere Mal die Angriffsbemühungen des MHV ins Stocken geraten. Ein ums andere Mal fanden die "Schnüdel" kein Konzept gegen das variable Angriffsspiel der Heimmannschaft.

Es ließ den Vorsprung stetig anwachsen. Besonders die Gegenstöße wurden sehr sehenswert über mehrere Stationen, insbesondere von Annika Keller, Laura Finke und auch von Lena Doschko, sicher abgeschlossen. Gegen den Hammelburger Tempohandball war an diesem Tag kein Kraut gewachsen.

Auf der halblinken Angriffsposition wusste Lea Schlereth ihre Freiräume zu nutzen und schloss durch sehenswerte Tore erfolgreich ab. Coach Bernhard Hereth bemängelte dennoch die schlechte Chancenverwertung. Bei einer sehr geschlossenen Mannschaftsleistung mit allen einstudierten Abläufen, fiel es ihm schwer, einzelne Spielerinnen hervorzuheben. Hinten überragend, vorne noch Luft nach oben. So kann die Saison für ihn weitergehen.

Tore für Hammelburg: Annika Keller (7/2); Lea Schlereth (5); Lea Doschko (3); ; Laura Finke (3); Nicole Simon (2); Tabea Hüfner (1); Helen Faust (1).

Die nächsten Handball-Mannschaften des FC Bad Brückenau melden sich ab

Spielerinnenmangel Nachdem der FC Bad Brückenau bereits seine zweite Herrenmannschaft aus dem Spielbetrieb abgemeldet hat, zieht der Verein nun auch das Reserve-Team der Handballerinnen kurzfristig zurück. Die Entscheidung, die zweite Mannschaft der Frauen abzumelden, verkündete Abteilungsleiter Klaus Sieß. Laut Damen-Co-Trainer Thomas König hat diese entscheidung vor allem mit dem Mangel an Spielerinnen in der Corona-Zeit zu tun. War man ursprünglich von 25 Akteurinnen für 1. und 2. Mannschaft ausgegangen, kamen zu den gemeinsamen Trainingseinheiten zuletzt nur zwölf bis 14. Das reicht nicht, um zum Beispiel für de Erste einen 14er-Kader und für die Zweite eine Elfer-Besetzung einzurichten. Hinzu kommen Corona-bedingte Unwägbarkeiten. Laut König schwingt stets die Angst vor Ansteckung im Kontaktsport Handball mit. Ein geplantes Trainingsspiel in Fulda untersagte der Verband; bei einigen bestanden aber auch Bedeneken, dorthin zu fahren. Ein letzter Grund für die Abmeldung: Ab Ende Oktober kosten nach jetzigem Stand Spiel absagen und - verlegungen wieder Geld.

Nachwuchs Darüber hinaus wird auch die männliche Jugend B in Bad Brückenau nicht in die Saison starten. Die Entwicklung im Handballsport sieht Sieß, der auch Bezirksvorsitzender ist, mit großer Sorge gerade mit Hinblick auf den sportlichen Nachwuchs im Juniorenbereich. Je mehr Mannschaften in den unteren Klassen zurückziehen, desto schwerer werde es für die jüngeren Spieler, sich in den Erwachsenenbereich zu integrieren. bit