HSC Bad Neustadt - Northeimer HC (Samstag, 19.30 Uhr)

Anders als beim Ligakonkurrenten Eintracht Baunatal (9./24:26), dessen Verantwortliche sich am Donnerstagabend überraschend von Coach Mirko Jaissle getrennt haben, herrscht beim Handball-Drittligisten HSC Bad Neustadt (15./18:32) vor dem Heimspiel gegen den Northeimer HC (10./23:27) gespannte Ruhe, aber keine Panik. "Ich spüre das Vertrauen der Geschäftsführung", sagt Coach Christoph Kolodziej, der seine Schützlinge in den vergangenen zwei Wochen ganz konzentriert auf dieses wichtige Heimspiel vorbereitet hat.


Trainingsschwerpunkt Ausdauer

In der Woche vor Ostern lag der Schwerpunkt in den Trainingseinheiten in den Bereichen Ausdauer sowie Verbesserung des strukturierten Angriffs, nach Ostern wurden vornehmlich taktische Varianten eingeübt, wobei mit Videostudium auch die Schwächen und Stärken des Gegners ausgelotet wurden. Dabei kam der HSC-Coach zur wenig überraschenden Erkenntnis, dass die Niedersachsen in der Offensive vornehmlich von ihrem Rückraum leben. Dieser war maßgeblich dafür verantwortlich, dass es die Mannen von Carsten Barnkothe bislang auf 702 Treffer bringen, 120 mehr als die Bad Neustädter.

"Da gilt es die Rückraumspieler wie Jannes Meyer und Paul-Marten Seekamp früh zu attackieren und möglichst weit vom eigenen Kreis fernzuhalten", lautet eine der Vorgaben des Trainers, der hofft, dass seine Spieler an die weitgehend gute Leistung, die sie beim letzten Auftritt in Erlangen gezeigt haben, "da haben wir lediglich in den letzten Minuten nicht getroffen, was ausschlaggebend für die Niederlage war", anknüpfen können.


Fortschritte in der Defensive

Fortschritte sah Kolodziej vor allem im Defensivbereich, "in der Rückzugsbewegung haben wir weitere gemacht". Eine gute Rückzugsbewegung scheint auch gegen die HCler von Nöten zu sein, deren flinke Außen um Sören Lange (154/69) bereiteten den Rot-Weißen bei der 24:27-Hinspielniederlage enorme Probleme. Nicht an Bord beim Gegner ist Tim Gerstmann aufgrund eines Achillessehnenrisses. Dass der eigentlich heimstarke Gast den Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern hat, ist der überraschenden 21:23-Heimniederlage vor 14 Tagen gegen die MSG Groß-Bieberau geschuldet.

Eine robuste Deckungsarbeit empfiehlt sich für die Bad Neustädter, die ähnlich wie die Groß-Bieberauer dem Gegner durch lang ausgespielte Angriffe das Tempospiel vermasseln könnten. Das letzte Heimspiel der Niedersachsen wurde jedenfalls wegen Schwächen im Angriff verloren. "Diese Schwächen wollen wir natürlich wieder offenlegen", so Kolodziej. Dieser muss sich noch Sorgen um den Einsatz von Abwehrchef Franziskus Gerr machen, der beim Donnerstagstraining eine Kapselverletzung am Finger erlitt. "Es würde mich aber wundern, wenn er nicht aufläuft", so sein Trainer, "Franziskus beißt grundsätzlich auf die Zähne und hat eine außergewöhnliche Schmerzresistenz." Bei Filip Milutinovic ist dagegen der aktuelle Gesundheitszustand ordentlich, "er hat allerdings nach seiner langen Verletzungspause Trainingsrückstand und ist konditionell noch nicht hundertprozentig auf der Höhe."



"Haben es selbst in der Hand"

Insgesamt geht der Coach optimistisch in die Partie. Die Spieler wissen, was die Stunde geschlagen hat und dass jetzt unbedingt Punkte her müssen, um zumindest den Abstand zum rettenden Ufer zu verringern. "Wir haben es selbst in der Hand", so das Credo des HSC-Übungsleiters, "wobei immer zu befürchten ist, dass der eine oder andere Verein, der sein Saisonziel erreicht hat, trotz Favoritenrolle gegen Außenseiter oder abstiegsgefährdete Klubs nicht mehr hundertprozentig bei der Sache ist." Das ist am Samstagabend aufgrund der Bedeutung der Partie nicht zu erwarten. "Wofür ich dankbar wäre, wäre wieder die tolle Unterstützung unserer Fans, das kann der entscheidende Vorteil bei der zu erwartenden spannenden Auseinandersetzung werden."