TSV Aubstadt - TSV Buchbach 1:0 (0:0). Tor: Ingo Feser (90. + 5, Foulelfmeter). Gelb-Rot: Samed Bahar (80., Buchbach).

Buchbachs Kapitän Aleksandro Petrovic stand nach dem Schlusspfiff mit hochrotem Kopf am Mittelkreis und tobte: "Langt der einfach hin wie ein Stier." Gemeint war damit sein Mitspieler Thomas Leberfinger, der den Aubstädter André Rumpel in der Nachspielzeit im Stafraum von den Beinen holte. Die Aubstädter hingegen lagen sich nach dem Spiel glückstrunken in den Armen und feierten im Spielerkreis lautstark den 1:0-Heimsieg gegen den TSV Buchbach feierten.

Die Uhr auf der Anzeigetafel stand bei 93 Minuten und 30 Sekunden. Der Unparteiische hatte drei Nachspielminuten angezeigt und eine vierte drauf gepackt, weil es die Gäste mit dem Zeitspiel etwas übertrieben hatten. "Der Ball wird in die Box gespielt und ich will unbedingt zuerst dran sein. Da kommt der Kontakt, es war ein klarer Elfer. Wenn ich weiter laufen kann, krieg ich ihn auch so rein", beurteilte Rumpel die Situation. So aber durfte Ingo Feser sich den Ball schnappen und rotzfrech ins rechte äußere Toreck dreschen. Der Freudentaumel fand bereits nach dem Schlusspfiff statt. Angepfiffen wurde das Spiel nämlich erst gar nicht mehr. Aubstadt hat durch diesen Erfolg die Punkte 37 bis 39 im Sack und den Klassenerhalt auch rein rechnerisch so gut wie sicher.

Drei Hochkaräter vor der Pause

Trotz dieser ruppigen letzten Viertelstunde, in der erst noch mal Pfeffer ins Spiel kam, machten diese beiden Dorfvereine den Eindruck, als könnten sie es sehr gut miteinander. Es war nicht gerade das beste Spiel. Dafür glichen sie sich doch zu sehr trotz der völlig unterschiedlichen Liga-Erfahrung des Vereins, der Mannschaft und der Akteure. Die Aubstädter zeigten sich diesmal in den Anfangsminuten wesentlich präsenter als in den letzten Heimspielen. Wie eine Mannschaft, die ihren Heimvorteil nutzen und ihre Heimstärke demonstrieren will.

Nach einer Flanke von Timo Pitter (10.) kam Patrick Hofmann zwischen Torwart Daniel Maus auf der Linie und Samed Bahar am Fünfmeterraum an den Ball und brachte ihn, von der Feinkoordination her doch etwas schwierig, nicht am Keeper vorbei.

Nach etwa 20 Minuten sah es danach aus, als seien beide Teams sich einig und schraubten das hohe Tempo etwas zurück. Die Kicker von Victor Kleinhenz jedenfalls hatten aus den letzten Spielen gelernt, dass man mit drei Trainingseinheiten pro Woche keine 90 Minuten Regionalliga-Fußball mit Maximaltempo sicheren, kontrollierten Fußball spielen kann. Und dass Entscheidungen manchmal erst ganz spät fallen. Dennoch kamen drei Hochkaräter für Aubstadt und drei Halbchancen bis zur Halbzeitpause für Buchbach heraus. Zwei Mal noch hatte Hofmann die Chance, seine Torbremse zu lösen. Sein Monster-Schuss (39.) aus 20 Metern hätte der Bayerntreffer des Monats werden können.

Es wurde, wenn es sie gäbe, die Torwart-Parade des Monats. Als Marcel Volkmuth (44.) zu Hofmann durch chipte, machte er wieder fast alles richtig. Seine Direktabnahme strich aber knapp über die Latte. Die zweite Halbzeit war ab der 60. Minute geprägt vom permanenten Anrennen der Kleinhenz-Truppe. Risiko selber einzugehen, war der Coach auch bereit, als er Volkmuth gegen eine weitere Spitze - Christopher Bieber - einwechselte.

Spätestens jetzt gab es Freistoß auf Freistoß, doch alle brachten diesmal so viel wie die Schell-Sechs beim Schafkopf. Dazu Victor Kleinhenz: "Wir hatten heute viel Kontrolle über das Spiel. Es waren genügend Standards da. Ingo hat sich seinen besten für die 95. Minute aufgehoben. Wenn er das immer so macht, dann darf er auch mal einen in die Mauer schießen."Rudi Dümpert Aubstadt: Wenzel - Seufert, Hüttl, Köttler, Feser - Müller, Behr - Pitter, Leicht, Volkmuth (84. Bieber) - Hofmann (59. Rumpel).

Eine ungewöhnliche Spielabsage hat es am Samstag in der Regionalliga Bayern gegeben. Weder Corona noch ein unbespielbarer Platz waren Gründe für den Ausfall der Begegnung 1. FC Schweinfurt 05 gegen den SV Schalding-Heining. Unmittelbar vor der Ankunft der Gäste aus Niederbayern wurde einer der beiden Kleinbusse kurz vor dem Willy-Sachs-Stadion von einem Lkw gerammt, der in das Heck des Busses fuhr, der mit Spielern des SV Schalding-Heining besetzt war.

Laut SVS-Trainer Stefan Köck erlitten einige Spieler zum Glück nur leichte Verletzungen. Damit war natürlich an Fußball nicht mehr zu denken und so musste die Partie kurzerhand abgesetzt werden. Die gut vierstündige Anreise der Schaldinger war ansonsten gut gelaufen, nur eben kurz vor dem Ziel krachte es. Das war ein Ereignis, das den 24. Spieltag überschattete. Nach der Untersuchung der leicht verletzten Spieler konnten sich diese am Nachmittag wieder auf die Heimreise nach Passau begeben. Die Schweinfurter absolvierten hingegen eine Trainingseinheit statt des Punktspieles.Dirk Meier