Es war tatsächlich so, dass das schöne Wetter ein gewisser Nachteil war. Denn die Eckstein Ladies Open fanden in der Halle des TC RW Bad Kissingen statt, wohin sich bei frühsommerlichen Temperaturen nur wenige Fans begeben sollten. Für die anstehende Sandplatz-Saison war der Turniertermin eben etwas zu früh. Was überzeugte, war die dargebotene Qualität. Entsprechend zufrieden zeigte sich mit Torsten Voll der Organisator des Damen-Tennis-Turniers, das mit einem Preisgeld von 750 Euro ausgeschrieben war. Die drei topgesetzten Spielerinnen, alle unter den ersten 100 der nationalen Rangliste, standen erwartungsgemäß am Sonntag im Halbfinale, das auch die ungesetzte Jacobea Junger (TC Doggenburg) erreicht hatte. Darunter Lokalmatadorin Anne Knüttel, aktuell die nationale Nummer 92, die bei ihrem Heimturnier an Position 3 gesetzt war und am Samstag die Titelambitionen der an Nummer vier gesetzten Spielerin mit einem glatten Zweisatz-Sieg zunichte machte. Im Halbfinale gegen Turnierfavoritin Celine Fritsch lief es für die Fuchsstädterin dagegen weniger gut. Die Spielerin vom TV Fürth zelebrierte vom ersten Punkt an ihr gewohnt aggressives Powertennis, dem Anne Knüttel, sichtlich gehandicapt von einer Rückenverletzung, nichts entgegenzusetzen hatte. Mit 6:2/6:1 zog Fritsch ungefährdet ins Finale ein und traf dort auf die Überraschung des Turniers: Jacobea Junger, die zuvor Ina Kaufinger (TC RW Straubing) mit 7:6/2:6/10:8 besiegt hatte. Die Linkshänderin überraschte auch im Finale mit ihrem intelligenten Linkshänderspiel und wurde mit ihrem 6:3/6:3 die Premierensiegerin des Turniers. "Da soll noch mal einer sagen, Damentennis wäre nicht attraktiv. Qualitativ konnte das Turnier definitiv mit den Herrenkonkurrenzen der vergangenen beiden Jahre mithalten", sagte Torsten Voll.

"Mit einer besseren Form wäre sicher mehr möglich gewesen, aber aufgrund meiner Rückenverletzung hatte ich Trainingsrückstand", sagte Anne Knüttel, die daher auf das Spiel um den dritten Platz verzichtet hatte. Dennoch blickt die 16-Jährige positiv auf diese Premierenveranstaltung zurück. "Das Turnier war super organisiert, und weil der sonst übliche Fahr- und Übernachtungsaufwand wegfiel, hatte ich einen enormen Zeitbonus. Besonders habe ich mich gefreut, dass mein Trainer Emil Dascalu auch mal zuschauen konnte." Dass die Sportlerinnen im Turnierverlauf ohne Stuhlschiedsrichter auskommen mussten, war für Anne Knüttel kein Problem. "Klar ist es von Vorteil, wenn Schiedsrichter zur Verfügung stehen, da so keine Konflikte entstehen. Allerdings läuft es sowohl im internationalen, als auch im nationalen Bereich weitgehend und überwiegend fair ab, weil wir uns eigentlich alle gut kennen." Spielt die Gesundheit mit, will die Gymnasiastin am 20. April bei der stark besetzten s.Oliver-Trophy in Würzburg starten als Vorbereitung auf die am 1. Mai beginnende Freiluftsaison, in der Anne Knüttel wieder für den TC Weiß-Blau Würzburg startet.