Die Premiere des "Dreggichen 1000er" in Bad Brückenau ist auf Anhieb geglückt. Bei nur vier Grad über dem Gefrierpunkt, aber strahlendem Sonnenschein machten sich am Sonntagmorgen 83 Läuferinnen und Läufer am Felsenkeller auf den Weg, um 912 Meter Strecke, 140 Höhenmeter und 22 Prozent Steigung zu überwinden. Der Schnellste auf der mörderisch steilen Strecke war Florian Kretschmann mit einer Fabelzeit von handgestoppten 5 Minuten und 33 Sekunden. Der Oberwildfleckener kann von extremen sportlichen Herausforderungen sowieso nie genug kriegen und machte kein großes Geheimnis daraus, dass er im kommenden Jahr durchaus wieder an den Start gehen würde.

Das richtige Schuhwerk gewählt

So richtig "dreggich" wurden die Läufer beim neuen Trailrun eigentlich nur, wenn sie den Halt verloren und ausrutschten. Aber das kam fast gar nicht vor, denn alle Läufer hatten sich hinsichtlich des Schuhwerks perfekt auf den ziemlich durchweichten Rhöner Boden angepasst. Die Schuhe allerdings hatten nach dem Rennen einen Extra-Waschgang verdient. Besonders die letzten 200 Meter auf der sogenannten Himmelsleiter machten einigen Läufern den Garaus. Viele mussten erschöpft und ausgepowert im Schritt-Tempo den Lauf beenden. Im Ziel überhaupt anzukommen, war natürlich Ehrensache für die Teilnehmer. Für die stolzen "Finisher" gab es eine entsprechende Medaille samt "Goodie-Bag".

Ursprünglich sollte der "Dreggiche 1000er" bereits im Jahr 2020 stattfinden, als der neue Sportverein "SD2020" gegründet worden war, aber die strengen Auflagen in der Corona-Pandemie hatten den Planern einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht. Die Strecke vom Felsenkeller über die Marienstatue bis zur ehemaligen Bad Brückenauer Skipiste und dann die Himmelsleiter hinauf war einst eine "traditionelle" sportliche Herausforderung der Handballer in der Saisonvorbereitung. Auch Brückenauer Fußballer hatten sich immer wieder dieser sportlichen Tortur unterzogen.

In jüngster Zeit geriet diese gefürchtete "Quälerei" ein wenig in Vergessenheit. Also dachten sich die Gründer des "SD2020", dass man die Tradition wieder aufleben lassen könnte. Aus organisatorischen Gründen war die Teilnehmerzahl bei der Premiere auf 150 begrenzt. Ganz so viele Anmeldungen kamen dann doch nicht auf Anhieb rein, aber die fast 100 Starter bei der Auftaktveranstaltung machen die Planer durchaus stolz und zufrieden.

Denn der organisatorische Aufwand für den kleinen Verein war im Vorfeld enorm. Verpflegung der Läufer, Medaillen, Rahmenprogramm, Verköstigung der Zuschauer, Moderation, musikalische Umrahmung, Zeitplan, Streckenführung, Absperrungen, Zeitmessung. Um all das mussten sich die Vereinsmitglieder kümmern.

Teamwertung ist geplant

Nicht alle Ideen konnten bei der Premiere umgesetzt werden. So gab es diesmal ausschließlich eine Einzelwertung der Teilnehmer. Im nächsten Jahr sollen auch Mannschaften an den Start gehen und als Team gewertet werden können. Für die Auftaktveranstaltung war erst einmal wichtig, dass alles auf Anhieb funktioniert, denn die Starter wurden mit einem eng getakteten Zeitmanagement einzeln auf die Reise geschickt. Außerdem galt es, die rund 250 Zuschauer geschickt zum eigens ausgewiesenen Publikumsareal zu führen, ohne dass die Läufer behindert werden.

Die Moderation der Laufveranstaltung hatte Dirk Stumpe übernommen, der mit ähnlichen Events schon sehr viel Erfahrung gemacht hat und wie gewohnt sehr souverän das Rennen kommentierte.

Umkleiden und Duschen konnten heuer auch mit Hinblick auf die Corona-Pandemie nicht bereitgestellt werden. Ansonsten klappte aber die Organisation reibungslos. Erstaunlich bei diesem Event: Es machten sich nicht nur die "klassischen" Laufsportler auf die Strecke, sondern vor allem etliche Handballer, viele Fußballer und Mountainbiker. Der herausfordernde "Spirit" der Himmelsleiter zieht die Brückenauer Handballer also immer noch in seinem Bann.

Ergebnisse

Männer: 1. Florian Kretschmann (SCK Oberwildflecken) 5:33 Minuten 2. Sven Büchner (Team Schwarze Berge Rhön) 5:39; 3. Wolfgang Müller, (Team Streutaltrail) 5:57; Frauen: 1. Sonja Muth (DJK Schondra) 7:53; 2. Tina Werner (ohne Vereinsangabe) 8:34; 3. Verena Grob (ohne Vereinsangabe) 9:11.