Blue Volleys Gotha - Hammelburg Volleys 0:3 (17:25, 25:27, 19:25).

Zwei klare 3:0-Siege. Und nur jeweils ein umkämpfter Satz. Dennoch sah Thiago Welter seine Jungs im zweiten Spiel stärker als keine 24 Stunden zuvor. "In Mainz waren wir im Block nicht so diszipliniert wie heute. Hätten wir unsere Strategie durchgezogen, hätten wir den Gegner deutlich besser neutralisieren können. Gegen Gotha war das überragend, weil wir unser System umgesetzt und den Gegner zu Fehlern gezwungen haben", so der Headcoach der Hammelburg Volleys. "Und es hat natürlich geholfen, dass ich das Gotha-Spiel gegen Freiburg auf Video anschauen, den Gegner also gut analysieren konnte."

Ihre Vollstrecker-Qualitäten hatten die Hammelburger über Nacht jedenfalls nicht verloren. Namentlich Branko Damjanovic, Moritz Rauber und Moritz Zeitler, gegen deren Angriffswucht kein Gothaer Kraut gewachsen war im ersten Satz. Am Abend zuvor hatten die Thüringer vor eigenem Publikum sang- und klanglos die Segel streichen müssen beim 0:3 gegen Freiburg, und dieses Negativerlebnis streckte ganz offensichtlich noch in den Trikots der Blue Volleys, die früh einem Rückstand hinterherlaufen mussten (5:8, 12:16), beim 16:23 endgültig aus dem Rennen im Auftaktsatz waren vor den etwa 60 Fans. Erstaunlich, dass bei den Gothaern kaum eine positive Körpersprache zu erkennen war, sodass die Hammelburger um ihren Zuspieler und späteren MVP Hannes Krochmann ihr Ding durchzogen.

Eine veränderte Aufschlag-Strategie

Satz zwei erinnerte doch stark an Satz drei in Mainz. Gotha war nun ein ebenbürtiger Gegner. "Die haben ihre Aufschlag-Strategie geändert. Das hat seine Zeit gebraucht, bis sich die Jungs darauf eingestellt haben", so Welter. Auch die kleine Angaben-Serie von Moritz Rauber zum 21:19 reichte nicht, um den Satz "normal" zu gewinnen.

Mit vier Punkten in Serie schlugen die Thüringer zurück, die beim 24:23 ihren ersten, allerdings auch einzigen Satzball hatten. Die Hammelburger benötigten deren zwei, um den Etappenerfolg einzutüten. Es war der endgültige Nackenschlag für die Gothaer, die nicht mehr die nötige Power hatten, um souveränen Hammelburgern Einhalt gebieten zu können. Beim 19:14 für die Gäste war die Vorentscheidung für dieses Spiel gelaufen, das die Thüringer mit einer verschlagenen Angabe quasi selbst beendeten. "Da waren krasse Highlights dabei", freute sich Thiago Welter, der zudem seinem jungen Libero Finn Jansen einmal mehr einen "super soliden Job" attestierte und die Annahme-Qualitäten von Moritz Rauber und Moritz Zeitler hervorhob.

TG Mainz-Gonsenheim - Hammelburg Volleys 0:3 (17:25, 14:25, 29:31).

Zumindest in den ersten beiden Sätzen war es tags zuvor fast ein Klassenunterschied. Mit dem nötigen Aufschlagdruck dominierten die Hammelburger die Partie , brachten dabei immer wieder ihre individuelle Überlegenheit aufs Parkett. An die spielerische Klasse der Unterfranken kamen die Mainzer um ihren erstligaerfahrenen Zuspieler Torben Tidick-Wagner jedenfalls nicht heran, die den Auftaktsatz gut begannen (3:3), über 4:8 und 9:16 aber deutlich ins Hintertreffen gerieten. Mit einem Aufschlag-Ass des späteren Gold-MVP Moritz Zeitler war der erste Satz auf die Seite der Volleys gezogen. Satz zwei verlief nahezu identisch, inklusive punktueller Wechsel von Thiago Welter, dessen Schützlinge auch von vielen Eigenfehlern der vom Abstieg bedrohten Rheinland-Pfälzer profitierten.

Zwei Zuspieler gleichzeitig auf dem Feld

Umso umkämpfter geriet der dritte Abschnitt, in dem sich die Hammelburger ein paar Nachlässigkeiten zu viel erlaubten, dem Gegner damit ein Spiel auf Augenhöhe ermöglichten. Vollkommen unnötig geriet die Satzverlängerung, denn mit dem Ass von Oscar Benner (22:18) und dem Block von Jannick Sill (22:19) standen die Saalestädter dicht vor dem Sieg, sollten ab dem 24:22 aber gleich mehrere Matchbälle vergeben, mussten sogar Satzbälle abwehren.

In der heißen Phase hatte Thiago Welter mit Hannes Krochmann sowie Laurentiu Vinatoru beide Zuspieler gleichzeitig auf dem Feld. "Aber Hannes war da als Diagonalangreifer eingesetzt und hat das richtig gut gemacht. Wir wussten, dass er das als starker Beachvolleyballer drauf hat", sagte Thiago Welter, der mit dieser Rochade seine Angreifer Moritz Rauber und Branko Damjanovic für den nächsten Tag schonen konnte.