Obererthal. Glückwunsch an den SV Garitz, der mit diesem Sieg die letzten theoretischen Zweifel am Klassenerhalt beseitigt hat! "Der Sieg der Gäste geht absolut in Ordnung", so Obererthals Abteilungsleiter Manfred Rüth, "der Gegner war eine Stunde lang klar überlegen, hat Dampf gemacht und unsere Fehler konsequent bestraft". Dieser Auffassung wollte der Garitzer Coach Andrzej Sadowski natürlich nicht widersprechen. "Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen, um nicht bis zum letzten Spieltag zittern zu müssen."

Die Grün-Weißen kamen sofort ins Spiel, mit einem konzentrierten Spielaufbau wurde die heimische Deckung gefordert. Die leistete sich gleich einen Lapsus, indem man nach sieben Minuten den Ball nicht wegschlug, sondern den Garitzer Coach gewähren ließ. Der zögerte keinen Augenblick und schlenzte das Leder ins lange Eck. Den Gastgebern, die erneut mit dem letzten Aufgebot antraten, schmeckte das Spiel der Grün-Weißen gar nicht, sie schafften aber das zwischenzeitliche 1:1. Nach einem weiten Schlag von Libero Lukas Heid über die gegnerische Deckung hinweg ließ der angeschlagen in die Partie gegangene David Böhm mit einem Heber dem herausstürzenden Bastian Reusch keine Chance. Doch diese Aktion brachte die Gäste nicht von ihrem taktischen Plan ab, fünf Minuten später lagen sie wieder in Front. Nach Foul von Johannes Rüth an Stefan Glöckler versenkte Johannes Schloßbauer den Strafstoß gekonnt. Die Hausherren wirkten konsterniert und mussten sich bis zur Pause weiterer Angriffe erwehren. "Ich hatte schon auf den knappen Rückstand gehofft, mit dem die Wende sicher noch möglich gewesen wäre", so Obererthals Trainer Marius Kubo, der eine lautere Kabinenansprache hielt. Vor allem deswegen, weil seine Schützlinge vor dem Pausentee noch den dritten Gegentreffer kassierten. Einen Stellungsfehler von Florian Hofbauer, der Andrzej Sadowski aus den Augen verloren hatte, nutzte dieser zum Zwei-Tore-Vorsprung.

"In der Kabine habe ich noch an den Kampfgeist appelliert, die Mannschaft ging auch optimistisch aufs Feld zurück", so Marius Kubo, doch zwischen Wollen und Können gibt es auch im Fußball einen kleinen Unterschied. Die Rot-Weißen wurden jedenfalls sofort auf dem falschen Fuß erwischt und gerieten noch höher in Rückstand. Gegen die noch unsortierte heimische Deckungsreihe schlug Sandro Cazzella im Nachschuss zu. "Das war Wasser auf die Garitzer Mühlen", so Rüth, "die Mannschaft kombinierte sicher und ließ uns hinterherlaufen". Das 1:5 fiel daher nicht überraschend, der durchgebrochene Stefan Glöckler belohnte sich für seinen starken Auftritt. Mit der Sadowski-Auswechslung wurden die Angriffsaktionen der Grün-Weißen fahriger, "da waren wir einige Zeit nicht bei der Sache", kommentierte der Garitzer Coach die folgenden beiden Gegentreffer. Das 2:5 ging erneut auf das Konto von David Böhm, der nach Pass von Johannes Rüth auch seinen zweiten Heber unterbrachte, beim 3:5 fand Benedikt Brust in Tobias Bold bei seinem Rückpass einen gut postierten Mitspieler. Doch mehr war für die Rot-Weißen nicht drin.

Torfolge: 0:1 Andrzej Sadowski (7.), 1:1 David Böhm (18.), 1:2 Johannes Schloßbauer (Foulelfmeter/23.), 1:3 Andrzej Sadowski (44.), 1:4 Sandro Cazzella (47.), 1:5 Stefan Glöckler (60.), 2:5 David Böhm (69.), 3:5 Tobias Bold (79.).

Zuschauer: 150.

Obererthal: Rottenberger - Heid - F. Hofbauer, O. Graup, J. Rüth - J. Schmitt, D. Böhm (85. Kubo), Uschold (65. Reuter), Fa. Böhm (46. M. Schmitt) - Bold, B. Brust.

Garitz: Reusch - M. Niebling, Krieter, Mützel - Voll (75. Lang), Schloßbauer, An. Sadowski (60. Rudolph), S. Cazzella, Glöckler - Schlereth (25. Ozorio), Flassig.


SV DJK Unterspiesheim - FC Fuchsstadt 3:1 (2:1) - Torfolge: 1:0 Sven Gehring (22.), 1:1 Nikolai Wolf (36.), 2:1 Sven Gehring (44.), 3:1 Sebastian Nunn (67./Foulelfmeter) - Gelb-rote Karte: Andreas Ermisch (Fuchsstadt/75.).

Die Kohlenbergler, denen eine "saustarke Leistung" (SV-DJK Informant Michael Neubauer) attestiert wurde, konnten dem Kontrahenten nach dem Abpfiff nur gratulieren und alles Gute für die kommende Relegation wünschen. Die Gastgeber, die ihrerseits dem feststehenden Meister FC Augsfeld in die Landesliga nachfolgen wollen, waren im direkten Duell gegen die "Füchse" im Angriff eindeutig durchschlagskräftiger und zielstrebiger.

Die Mannen von Coach Reinhard Kraus hielten sich mit einer längeren Vorrede gar nicht auf, nach fünf Minuten traf Andreas Brendler schon die Latte und setzte damit ein erstes Ausrufezeichen. Kurz darauf verzog Sebastian Nunn knapp, ehe die Hausherren doch in Führung gingen. Nach einem weiten Schlag setzte sich Sven Gehring gegen zwei FC-Verteidiger durch und schob die Kugel am machtlosen Marc Rösler vorbei ein. Die Gastgeber ruhten sich für einige Minuten aus, was sofort bestraft wurde. Nach einem Foul an Johannes Feser zirkelte Niko Wolf die Kugel maßgerecht über die Mauer in den Winkel. "Psychologisch wichtig war natürlich, dass wir vor der Pause wieder in Führung gingen" (Neubauer). Erneut setzte Sven Gehring zu einem Alleingang an, vernaschte Andreas Luxem, kurvte zusätzlich um den Torhüter herum und schob schließlich ins leere Tor ein.

Mit Wiederanpfiff agierte der Tabellenzweite dann überraschenderweise recht konfus, die ersatzgeschwächten Gäste standen jetzt mehrfach vor dem Ausgleichstreffer. Doch der heimische Keeper Norbert Scherpf zeigte starke Reflexe bei Schüssen von Feser Harald Bayer. Die Hausherren liefen nun Konter, bei einem solchen zog Philipp Sauermann Johannes Nunn im Sechzehner die Beine weg. Sebastian Nunn verwandelte eiskalt, die Ampelkarte für den übermotivierten Andreas Ermisch wegen wiederholten Foulspieles war Gift für eine mögliche FC-Aufholjagd.

Fuchsstadt: Rösler - Sauermann, Thurn, Stöth (46. Ermisch), Luxem - Mützel (78. Zink), Wolf, Wahler, Plehn - Feser, Bayer.


TSV Forst - TSV Münnerstadt 4:1 (3:0) - Torfolge: 1:0 Marco Forner (4.), 2:0/3:0 Johannes Kraus (31./42.), 4:0 Simon Snaschel (62.), 4:1 Marco Forner (70.).

"In der ersten Halbzeit haben wir kämpferisch und spielerisch gut mitgehalten, der Unterschied bestand in der Chancenverwertung", so TSV-Abteilungsleiter Günter Scheuring enttäuscht. Die Haßbergler hatten vor der Pause eine hundertprozentige Trefferquote zu verzeichnen, bei den Lauertalern, die durchaus Möglichkeiten zu Toren hatten, stand in dieser Hinsicht die ungeliebte "Null".

Den Auftakt zum Torreigen eröffnete früh Forsts Spielertrainer Marco Forner, der sich im Laufe der Begegnung durch seine "ständigen Provokationen und Wortgefechte" (Scheuring) den Zorn der TSVler zuzog. Nach einer halben Stunde, den stark ersatzgeschwächten Schützlingen von Dominik Schönhöfer gelang der finale Pass nicht, schlug der TSVler Marco Berthold eine Flanke in den gegnerischen Sechzehner und fand den Kopf von Johannes Kraus. Der stand zwölf Minuten später erneut goldrichtig, als der TSV-Deckung einschließlich des Torhüters ein Stellungsfehler unterlief. Mit hängenden Köpfen schlichen die Gäste in die Kabine, aus der sie allerdings moralisch aufgerüstet von ihrem Coach da weiter machten, wo sie aufgehört hatten.

Sie rackerten und gaben keinen Zweikampf verloren, die Belohnung gab's nach einer Stunde. Nach Pass von Niklas Müller rannte Simon Snaschel seinem Gegenspieler weg und schoss platziert ein. Es folgten hektische Minuten mit leichtem Handgemenge, das aber unbestraft blieb. In dieser ganzen Aufregung schlug ein Freistoß von Marco Forner zum Endstand ein. Bei den Gästen sah man die Niederlage natürlich wenig erfreut, "aber beim Blick allein auf das Mittelfeld, die Achse Halupczok, Michael Knysak und Michael Voll fiel aus, kam man unserem letzten Häuflein nur ein Kompliment machen", so Scheuring. Da mussten sogar A-Junioren ins kalte Wasser geworfen werden, die bei ihrem Saisondebüt hoffnungsvolle Ansätze zeigten. Gegen den feststehenden Absteiger FC Haßfurt ist trotzdem der 13. Saisonsieg eingeplant.

Münnerstadt: Wolf - Scheuring, Krell, D. Mangold, Ballner (80. J. Schmitt) - H.-C. Schmitt, N. Müller, Coprak, Kiros (82. Mellenthin - Snaschel, Fiedler.