Die Kommunen im Landkreis geben viel Geld für Spielplätze aus: Die Stadt Bad Kissingen hat vor kurzem für 124 000 Euro einen neuen Wasserspielplatz in der Schützenstraße gebaut, Nüdlingen erneuert jedes Jahr einen Spielplatz.

Doch wie kommen die neuen Schaukeln, Rutschen und Sandkästen an? Wir haben über Zeitung und Facebook Vorschläge gesammelt, welche erneuerten Spielplätze unsere drei Tester David (9), Elisabeth (11) und Johann (13) unter die Lupe nehmen sollen. Ergebnis: Alle Plätze haben ihren Reiz, Wasser kommt in diesem Sommer besonders gut an und neu heißt nicht unbedingt besser.


Einfaches Prinzip kommt gut an

"Die Wippe ist bis jetzt die Beste", sagt Johann über den einfachen Holzbalken, der in der Nüdlinger Friedenstraße in der Mitte aufgehängt ist. Dabei stehen etwa in der Münnerstädter Schlesierstraße gleich zwei moderne Wippen, einmal mit Tellern, einmal mit zwei Armen. Modern und schick anzuschauen, aber der Spaßfaktor ist geringer, weil sie schwerer gehen. Ähnlich sieht es bei einer Rutsche mit Rollen in Münnerstadt aus: Sieht nach einer guten Idee aus, unten bremst sie die Kinder aber abrupt ab, weil im wahrsten Sinne des Wortes Sand im Getriebe ist.
Weil Kinder einen anderen Blick auf Spielplätze haben, will auch der Bad Kissinger Familienbeirat heuer Kinder testen lassen. "Wir wollen mal nachprüfen, wie es ankommt", berichtet Vorsitzende Kirsten Piening. 2012 hat die Stadt ein Spielplatz-Konzept erarbeitet, das nun nach und nach abgearbeitet wird. 40 000 Euro im Jahr stehen Peter Borst vom Servicebetrieb dafür jährlich zur Verfügung - zusätzlich zum normalen Unterhalt. Borst ist zuständig für das städtische Grün, darunter auch für die 35 Spielplätze.
Bei der Erstellung des Konzepts war es noch einer mehr, aber der Bolzplatz in Kleinbrach wurde aufgegeben. Auch das gehöre dazu: "Wir haben lieber den anderen Platz aufgewertet", sagt Borst.

Hier geht's zum ersten Teil der Test-Serie.

Zum Test ein Kommentar von Ralf Ruppert:

Hinsehen und Zuhören

Herbert Grönemeyer sang es schon 1986: "Gebt den Kindern das Kommando, Sie berechnen nicht, was sie tun, Die Welt gehört in Kinderhände, Dem Trübsinn ein Ende..." Natürlich ist das nicht realistisch, aber zumindest bei den Themen, die sie betreffen, sollten Kinder mitreden dürfen. Wer mit Kindern Spielplätze testet, merkt schnell, dass sie einen ganz anderen Blick auf die Dinge haben: Sand, Steinchen und Fallschutzplatten unter die Spielgeräte? Worüber Erwachsene einen Glaubensstreit beginnen, ist Kindern wurscht. Es sei denn, der Sand verstopft die tolle neue Rollen-Rutsche, die vermutlich auf Steinchen angelegt ist, wie in Münnerstadt. Zerschnittene Tornetze? Kindern doch egal! Dafür stören sie sich daran, dass ein Fußweg durch den Spielplatz geht, was der Erwachsene praktisch findet...
Auf alle Fälle haben Kinder einen Blick für alles, was so nicht gedacht ist: Auf Dächer von Klettergerüsten klettern, Rutschen hoch laufen - wieso sollte das verboten sein?