Groß ist das Interesse der Serben an den Spielregeln des europäischen Marktes. Schließlich strebt das Land einen EU-Beitritt an. Das hat Auswirkungen, die sogar bis nach Wartmannsroth reichen. Eine Delegation aus der Heimat des Slivovic unternahm nämlich jetzt eine Erkundungsreise durch die Region der Rhöner Edelbrände.

Sachbearbeiter für Akohol dabei


Kolinda Hrehorovic aus dem Landwirtschafts-Ministerium, Pflanzen-Produktionsleiter Milan Cupric und Rechtsexpertin Ljiljana Diligenski besichtigten die Edelbrennerei von Anton Bischof. Begleitet wurden sie von Oberamtsrat Werner Albrecht, Sachbearbeiter für Alkohol, Bier und Spirituosen aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Mit von der Partie war auch Hubert Fröhlich, Vorsitzender der Fränkischen Kleinobstbrenner.

Branntweinmonopol fällt weg


"Wie geht es ab 2018 weiter?", wollte Anton Bischof wissen. Denn dann ändert sich das Brennrecht, und das Branntweinmonopol fällt weg. "Die Planungssicherheit wird dann auch in der Rhön nicht mehr vorhanden sein", vermutet Bischof. Oberamtsrat Albrecht erklärte: "Nicht nur im Süden, sondern in ganz Deutschland löst ab 2018 das Abfindungsbrennen alte Brennrechte ab, die damit ihren Handelswert verlieren." Ähnlich wie in Österreich wird das Schnapsbrennen dann teurer werden. Allerdings ist laut Albrecht mit einem größeren Anwendungsbereich zu rechnen: "Zum Beispiel Wodka aus Streuobst, Essig oder Parfüm aus der Mirabelle". Die Industrie braucht jährlich zwischen 40 000 und 50 000 Hektoliter reinen Alkohol.

Steuern werden eingeführt


Derzeit wird in Serbien keine Steuer für das Brennen des Slivovic gezahlt. Nach dem Beitritt zur EU wird sich das laut Albrecht ändern. Damit sich der europäische Markt für diesen Obstbrand aus Pflaumen öffnet, müssen die hier geltenden Rechte beachtet werden. Dabei geht es zum Beispiel um den Alkoholgehalt oder die Vermeidung von Blausäure, die beim Zertrümmern von Pflaumenkernen entstehen kann.
Die Gefahr, dass der Slivovic das fränkische Zwetschgenwasser eines Tages verdrängen könnte, sieht Oberamtsrat Albrecht aber nicht: "Das Zwetschgenwasser ist geschützt und lebt dauerhaft weiter."
Milan Cupric ließ durch den Dolmetscher ein Dankeschön für die Gastfreundschaft an Bischof ausrichten: "Wir sind begeistert von dem herzlichen Empfang." Seine Brennerei habe ihn beeindruckt, und Bischof habe sein Wissen an die Besucher gut weitergegeben.

"Innovativer Meister"


Auch der Vorsitzende der Fränkischen Kleinobstbrenner war voll des Lobes. "Das ist hier ein Vorzeigebetrieb", betonte Hubert Fröhlich und nannte Bischof einen "innovativen Meister des Brennens". Dieser dankte seinerseits für Interesse und Aufgeschlossenheit. Dann wurde das Glas erhoben, natürlich mit edlen Bränden.