Der herzliche Applaus galt nach dem Frühlingskonzert der Blaskapelle Ebenhausen Dirigent Martin Mühleck, der Mitte des Jahres den Taktstock abgeben und "nur" noch als Musiker im Orchester sein wird. Vor 15 Jahren hatte er die Kapelle übernommen und sie von Jahr zu Jahr in ehrenamtlicher Weise weiter entwickelt.

Welchen Stellenwert die Blaskapelle im Ort und darüber hinaus hat, unterstrich der große Besucherandrang. Die 300 Sitzplätze in der Mehrzweckhalle waren bald ausgebucht. Aus dem nahen Kindergarten holten Helfer weitere Stühle, um allen Gästen das Dabeisein zu ermöglichen. Alle - unter ihnen Ehrendirigent Hermann Stürmer und Ehrenmitglied Josef Dees - waren begeistert von den großartigen Vorträgen unter dem Thema "Best of Maddin", einem Programm mit den Lieblingsstücken des scheidenden Dirigenten. "Ihr seid Kulturträger und Botschafter unserer Gemeinde, einfach großartig, dazu ehrenamtlich aus Freude am Musizieren und zur Freude von uns allen", sagte Bürgermeister Siegfried Erhard (CSU).

Dahinter stecke viel Arbeit, vor allem der Vereinsverantwortlichen und des musikalischen Leiters. Als der Verein vor 15 Jahren in der Krise steckte, habe die Gemeinde auf Bitte des Vorsitzenden 2000 DM als Hilfe gewährt: "Das Geld war bestens angelegt und hat viele Zinsen getragen", resümierte Erhard. Der Verein entwickle immer neue Ideen in Sachen Ausbildung und Auftritten, um Musiker und Zuhörer gleichermaßen zu begeistern. Als Beispiele nannte Erhard Schlosskonzert, Ausbildung für Erwachsene und die Ausrichtung des 50-jährigen Jubiläums der Kultband "Jets" in diesem Jahr. Die Gemeinde habe für diesen Festabend gerade noch rechtzeitig neue Bühnenelemente für die Turnhalle beschafft, um für die große Kapelle genügend Platz zu schaffen.

Musicals und Westernsound

Mit "Welcome to the Music" eröffnete die Blaskapelle ihr Konzert, bei dem die 45 Musikanten ihr Können aufboten, um ihrem Dirigenten Martin Mühleck ein würdiges Abschiedsgeschenk zu machen. Er selbst ging ganz in sein Orchester auf als Zeichen seiner Dankbarkeit an die Aktiven. Weitere Stücke waren aus Musicals von Andrew Lloyd Webber gewählt, Medleys bekannter Lieder von Edith Piaf und der Gruppe "ABBA", die Westernfilmmusik "Der mit dem Wolf tanzt" sowie die amerikanisch-russische Begegnung in "Leningrad".

Bange vor der Zukunft muss der Blaskapelle Ebenhausen nicht sein. Dafür bürgt ein Name: Richard Dees. Er kümmert sich seit 20 Jahren um die Ausbildung, anfangs mit eigenen Kräften, bald mit Musiklehrern. Neben Einzelunterricht vereinten sich die Jungmusiker zu einer eigenen Gruppe, zu den "Notenkillern", einen Namen, den sich die Jugendlichen vor Jahren selbst gaben. Neu ist, dass auch Erwachsene im Verein ein Ins trument erlernen können. In dieser Formation mit 26 Musikern bereicherten die Notenkiller unter Richard Dees das Konzert. Zum Auftakt brachten sie das Stück "Eröffnungsmarsch", seit Jahren Markenzeichen der Gruppe. Daran fügten sie unter anderem "Land of he Pharaohs", den Kanon in Swingstil "Shufflin' Canon" und den Marsch "Frühlingsklänge" an.

In den Ablauf integrierte der Veranstalter Ehrungen des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB), vorgenommen vom stellvertretenden Kreisvorsitzenden Dominik Sitter. Seit 20 Jahren spielt Stefan Seufert mit und führte einige Jahre die Kasse des Vereins. "Ganz ungewöhnlich ist, dass Musiker 40 Jahre durchhalten", hob Sitter hervor. Das gelte für Hans Bauer, der mit einer kleinen Trommel begonnen habe und dann mit komplettem Schlagzeug mitwirkte. Darüber hinaus engagierte er sich als stellvertretender Vorsitzender und Schriftführer. Ebenfalls seit vier Jahrzehnten frönt Martin Mühleck der Musik, lernte Trompete und wechselte später zum Tenorhorn, ehe er den Dirigentenstab übernahm. Er erhielt zudem die silberne Ehrennadel des Bundesverbands Deutscher Blasmusik.

Oft im Hintergrund im Einsatz

"Eine wahnsinnig wichtige Funktion nimmt bei euch Richard Dees seit 20 Jahren mit großem Erfolg wahr, nämlich die Ausbildung", ergänzte Sitter. Die Arbeit laufe oft im Hintergrund - äußerst erfolgreich. 140 Kräfte habe der Verein in 20 Jahren ausgebildet. Viele blieben - wie ein Blick auf das Orchester verrate - der Kapelle treu. Der NBMB belohnte die Leistung mit dem "Junior Award", den die Blaskapelle schon dreimal bekommen hat. Zum Abschluss des Konzerts bedankten sich Dirigent Mühleck und seine Musiker mit "Time to say goodbye", dem Stück, das Mühleck vor 15 Jahren als erstes dirigierte.