"Jetzt habe ich erst einmal gespürt, welche Verantwortung ich als Pflegekraft tragen muss!", bemerkte Schülerin Nicole Brust in der Reflexionsstunde in der Schule, als der Verlauf des Schulprojektes mit den Lehrkräften und zwei der beteiligten Praxisanleiter nachbesprochen wurde.

19 Schülerinnen und Schüler des dritten Ausbildungsjahres, die im Sommer ihr Examen machen werden, haben vom 19. bis 26. Februar in allen drei Schichten, im Früh-, Spät- und auch im Nachtdienst, die Patienten der Station 2 des Helios St. Elisabeth-Krankenhauses Bad Kissingen betreut. Auf dieser Station werden die Patienten von vier Fachdisziplinen betreut, der Pulmonologie, der Gynäkologie, der Urologie und der Schmerzmedizin. Begleitet wurden die Auszubildenden in jeder Schicht von einer Praxisanleiterin oder einer examinierten Pflegekraft, die bei allen aufkommenden Fragen und Schwierigkeiten zur Verfügung standen. Auch für die täglich stattfindenden Arztvisiten waren die Schülerinnen und Schüler zuständig. "Das Projekt hätte gerne eine Woche länger sein dürfen", stellte Marie Schneider fest.

Im Unterricht vorbereitet

Vorausgegangen waren umfangreiche Vorbereitungen, denn dieses Projekt, das schon seit vielen Jahren mit jeder Abschlussklasse durchgeführt wird, ist ein Schülerprojekt. Die Schüler sollen selbst herausfinden, um was sie sich im Voraus kümmern müssen, damit das Projekt gelingt. Deshalb wurden im Unterricht Themen gesammelt und Arbeitsgruppen gebildet, um die Dienstplanung, Arbeitsabläufe, Standards, Geräteeinweisung, spezieller Brand- und Arbeitsschutz sowie Kommunikation zu bearbeiten.

Zum ersten Mal einen Dienstplan zu schreiben, ist gar nicht so einfach, besonders, wenn man die Wünsche der MitschülerInnen berücksichtigen will. Jeder sollte in der kurzen Zeit Früh- und Spätdienste haben, das Arbeitszeitgesetz muss dabei aber immer beachtet werden, berichtete Oliver Kräßner. "Als ich dann von der Dienstplanungsgruppe einen kleinen, selbstgeschriebenen Excel-Dienstplan mit automatischer Besetzungsanzeige der drei Schichtarten und Berechnung der je Schüler vergebenen Früh-, Spät- und Nachtdienste bekam, war ich doch sehr beeindruckt. So etwas gab es bisher noch nicht", meinte Detlef Marhold, Lehrkraft an der Schule und Kursleiter.

Da mit einer stärkeren Besetzung der Schichten gearbeitet wurde als sonst im normalen Alltag üblich, haben natürlich auch die Patienten etwas davon gehabt, da man so mehr Zeit hatte, sich intensiv um sie zu kümmern, berichtete Anne Brandenstein. Dann wurde auch gleich einmal etwas ausprobiert, wovon die Schüler im Unterricht erfahren hatte: Die Übergabe am Bett. Den Patienten gleich bei Schichtbeginn zu sehen, sich ihm vorzustellen und gegebenenfalls auch gleich Fragen klären zu können, war für alle eine neue Erfahrung.

"Rundum zufrieden"

Karin Sauter, eine Patientin, beschrieb die Schülerinnen und Schüler als sehr bemüht, interessiert, freundlich und sehr kompetent. "Ich war rundum zufrieden!", fasste die Patientin ihre Behandlung zusammen.

"Mit der elektronischen Patientenakte, mit der wir schon fast seit Beginn der Ausbildung arbeiten, kennen wir uns recht gut aus und die bereitet uns keine Schwierigkeiten. Aber auf eine Krankmeldung zu reagieren, den Dienstplan kurzfristig umzustellen, damit die Versorgung gewährleistet bleibt, Apothekenbestellung einzugeben und für deren Freigabe durch einen berechtigten Arzt zu sorgen, waren dann die anderen Herausforderungen, denen wir uns stellen mussten", meinte Anna Krieger.

Zum Schluss gab es viel Lob

Am Ende des Projektes bekamen die Schüler nicht nur viel Lob von den Patienten, sondern auch von den Verantwortlichen. "Die Patienten meiner Abteilung wurden sehr gut betreut. Die Herausforderung zeigte sich auch in der Versorgung der Patienten aus den verschiedenen Fachdisziplinen, denn hier war Fachwissen und angepasste Behandlungen nötig. Auf kritische Situationen wurde adäquat reagiert. Die Schülerinnen und Schüler haben sich vorbildlich bezüglich der Corona-Hygiene-Regeln verhalten", meinte Dr. Deckart, Chefarzt der Abteilung Schmerzmedizin und Pandemiebeauftragter der Klinik.

Denn auch der regelmäßige Corona-Schnelltest fand selbstverständlich auch während des Projektes bei allen Beteiligten statt.